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derrhein, um 690. Ein Suidbert versuchte ihre Ausbreitung uon der Lippe herauf bis in Hessen. Hoch­verdient aber um unsere Landesbcwohner, wie um einen grüßen Theil Teutschlands, machte sich der Irlander Winfried, genannt Bonifacius, durch seine eifrige Ausbreitung des Christcnthums an der Lahn und Nistcr "), und durch Gründung von Klöstern, welche unter den Tcutschcn Heiden Festungen des Evangeliums, Mittel- puncte der Urbarung uon Wäldern, und die ersten Schulen deutscher Jugend wurden. In diesen ließ Kai­ser Karl die Tcutsche und Lateinische Sprache, Schreiben, Gesundhcitsregcln, und den christlichen Glauben lehren. Er befahl, daß jedes geistliche Stift eine Schule halten sollte, und stellte gut besoldete Lehrer an. Im Trierischcn glänzten gelehrte Bcnedictinerschulcn zu Mcttlach, Echternach, Prüm. Er selbst trieb unsere Landcsbewohner, namentlich die NKdcrsachsen, mit Gewalt zur Taufe. Das Erzstift Trier hob sich besonders seit seinem eifrigen Bischöfe Nicetius, der um 5Z0 lebte. Es wurde in fünf Archidiakonatc cingethcilt, wel­che mehrere Landkapitcl oder Decanate in sich begriffen. Der Engersgau erweiterte die kirchliche Gerichtsbar­keit des Erzbisthums Trier, seit dem 5tcn Jahrhunderte, und gehorte als ein Laudcapitcl zu dem Archidiako- nat Dictkirchen (Dikirchen) an der Lahn ' °) bis zum neunzehnten Jahrhundert. Engers ward der Sitz die­ses Landcapitels im Engersgau, unter welchem folgende Pfarreien standen und in den nächstfolgenden Zeiten errichtet wurden:

Bieder (Vevcrcn), Bendorf (Bcdendorf), Fcldkirchett, Haimbach, Vallendar, Ncgenstorf, Dierdorf, Honnefeld (Hunfcld), Höchstcnbach, Nockenrode, Puderbach, Nedenberg, mit ihren Vicarien: Linz, Almers- baäi. Urbach, Winden, Ludesdorf, Ahrcuderg, Warhaustn, Lahr, Dreis, Mcyschcid, Rachdorf, Noerthofen (Nordhofen), Brcitbach, Ainshauscn (Anhäufen), Neustatt (Nüvenstatt), Breidenau, Häningcn, Heindinstorf (Hcddcsdorf), Hammerstein, Rainsbach (Nansbach), Wiedrcinbach u. s. w. ") ; zu den ältesten der letzten, wahrscheinlich schon in dieser Zeit, gehörten Hcddcsdorf und Rcngsdorf. Rengsdorf mit einem beträchtlichen Zehntbercich gehörte schon seit 849 unter dem Könige Ludwig zu dem Stifte St. Castor in Koblenz, und blieb in dieser Verbindung bis in das sechzehnte Jahrhundert. Eine Urkunde aus jenem Jahre nennt Rcn- geresdorf, Ncngeresdal, Vuida, Diufonbach, Raichimsbach, Hasigcrcsrod, Selibach, Brcitbach, Gracenbach, Poienbach, Bivira "). In Andernach soll Sigebert II. eine Kirche gebaut haben. Der Honnefgau (Sieg- bergcr) ward ein Sprengel des Erzstift Köln.

Zur Erhaltung der Kirchen wurden von Karl dem Großen Zehnten eingeführt, welche Edle, Freie und Leute, von allen Landcrzeugnissen, selbst die königlichen Güter entrichten mußten").

Der zum Christentum gcnöthigte Tcutsche lebte jedoch lange noch in finsterer Unwissenheit und gro­ßem Aberglauben fort.- Der Kirchenglaube, von sittenlosen Geistlichen unterhalten, wirkte auf die Verbesse­rung der Sitten wenig. Der Westfranke jenseits, seiner verworfenen Könige werth, grausam gegen den Feind, zügellos in der sinnlichen Lust, lachend wortbrüchig und meineidig, verließ sich auf kirchliche Sündenverge­bung 2°). Auch in dem Trierschcn Lande herrschte unter dem Volke Rohhcit und Grausamkeit, die sich be­sonders durch Verfolgung und Mißhandlung der Juden seit dem Jahre 533 und noch lange nachher äußerte. In dem diesseits Rheinischen Ostfrankcn hielt das Volk zwar an dem Altgermanischen Guten fester, wurde aber auch von fremden Lastern ergriffen. Indeß hatte doch die Vorsehung den Grund zu dem Reiche der Wahrheit gelegt, das von nun an auch hier allmälig seine Segnungen ausspcndete.

IVI. Kleiner, Ni-ißg N355. I,, 14. II. n. 2, 16) E. das dritte Kapitel. Nontn. Ni«t. I'rev.

0li"F, N235, §, 7. 18) lloi-clen. viction. ßemin. Qüiitlier, 6°ä. üipl, Klwnc»-IVIo.

19) ll^itul. Paroli 16. äe an. 779- 794. 20) V°pi5c. Vitil?r2cu1i.

15) I,

17) I. IVI. Xi-emei-, «ellwius. N. 4.