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Sechste
s
Kapitel.
Geschichte unsers Rheinthals von 843 bis 1002. Erste Ungewisse Spuren der Grafen
von Wied, Isenburg und Nunkel.
Ludwig der deutsche, des neuen Teutschcn Reichs erster König, würde dasselbe von seinen Feinden bald befreit haben, wenn er nicht mit seinen Brüdern, Lothar I. Könige von Italien, Kaiser und Herrn des linken Nhcinufers, und Karl dein Kahlen, Könige von Frankreich, lebenslang in Zwietracht gestanden hatte. Lothar I. suchte ihn in dem „Castell" Koblenz gegen Karl den Kahlen zu einer andern Landcstheilung einzunehmen; aber vergebens. Nach Lothar's I. Tode kamen Ludwig der Tcutsche und Kaiser Karl in ähnlichen Angelegenheiten auf einer Insel unter Koblenz zusammen. Diese Zusammenkunft wiederholten sie mit ihrem Neffen Lothar II. in der Castorkirche zu Koblenz, und schwuren sich in Gegenwart vieler Bischöfe und Aebte Frieden und Freundschaft.
Bei diesem Fürstenvcrcine befand sich, ein mächtiger Graf vom linken Ripuarischen Ufer, Mctfricd, der in dem Bliesgau und an der Mosel begütert war >).
Allein nach Lothar's II. Ableben nahm der König von Frankreich, Karl der Kahle, Lothringen in Besitz. Der Teutschc König Ludwig I., der auf dem Krongutc Flammershcim in der Eifcl von einem morschen Altan gefallen war und zwei Nippen gebrochen hatte °), kam. nach seiner Herstellung, mit Karl dem Kahlen zu Forchhcim zusammen, erhielt Lothringen wieder, und vereinigte es mit Teutschland, starb aber, mit Karl auf's Neue in Streit, den er dem Mittlern seiner drei Söhne, Ludwig 1^., als Teutschem Könige, auszufcchten überließ. Karl hatte Lothringen wieder besetzt, und war bis Köln vorgerückt. Ludwig II. war qenöthigt ein kleines Heer zu sammeln, und stellte es bei Dcuz auf; als aber Karl weitere Bewegungen machte eilte Ludwig des Nachts bis über Leudcsdorf herauf, setzte nach Andernach über, und erwartete, von Karl's Absichten durch den Erzbischof Wilibcrt von Köln unterrichtet, zwischen Andernach und Mayen den Feind. Eine Schaar Franken und Sachsen verstärkten seine Streitmacht, die aber den 50,000 Mann bei weitem nicht gleich war, mit denen Karl ihm nachfolgte. Karl schien zwar jetzt zum Frieden geneigt und Unterhandlungen anknüpfen zu wollen, suchte aber nur seinen Neffen zu tauschen, umging ihn, und schlug bei Rübcnach auf der Höhe sein Lager auf. UnterdefM hielt Ludwig Fast- und Bettage, und bestand die Feuer- und Wasscrprobc vor seinen Kriegern, um seine gerechte Sache zu bewahren. Es wurden nämlich von dreißig auserlesenen Soldaten zehn durch das Loos erwählt, welche in priestcrlicher Kleidung, nachdem sie das Evangclieifbuch geküßt hatten, aus siedendem Waffer die, von einem Bischof hineingeworfenen, Ringe und Steine mit bloßen Händen Herausnahmen, und ein glühendes Eisen einige Schritte weit trugen, ohne verletzt zu werden. Dicß überzeugte den Teutschcn König und sein Heer, daß er siegen werde. Der Kaiser Karl der Kahle, brach, pon Rübcnach bei nächtlichen Regenschauern vor dem achten Octobcrtage auf, und griff seinen Gegner, dessen Schlachtreihcn sich durch weiße Zeichen einander kenntlich gemacht hatten, mit solchem Ungestüm an, daß die Sachsen wichen; Ludwig aber crwicderte den Angriff, und brachte die Westfrankcn in große Verwirrung. Karl, der vormals seinem Bruder, Ludwig dem Teutschcn, gedroht hatte, er wolle mit so viel Pferden gegen ihn ausziehen, daß sie den Rhcinsirom aussaufcn sollten, wendete sich jetzt zuerst zur Flucht in die Gebirge der Eifcl und nach Lüttich; sein flüchtiges Heer wurde von den Siegern und Landbewohnern verfolgt, und litt großen Verlust. Ludwig begab sich über Einzig nach Aachen, und als
»45. 853. 85<». 850.
868. 870.
872.
Den 38. Aug.»76.
1) än»al. ?i-,^ r-niä Z^-tin. I. N. X,en«>-, QriF. ^55. §. 32. Vercl. die altern Almanache zu Bonn herausgegeben. Metfned ist der Name, den 200 Jahre später der urkundlich erste Graf von Wied führte, der ebenfalls «< dem alten Nipuarien begütert war. —
2) Neßinon. Oln-unic. ^m«1i«tll Laxo etc.
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