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er kurz darauf durch Andernach und Koblenz zurückkam, wurde er mit Jubel empfangen, und von großen Menschenhaufen begleitet. In Frankfurt feierte er Sicgcsfcstc '). Lothringen wurde nun wieder mit dem deutschen Reiche vereinigt, und, mit Ausnahme der Erzbisthümcr, wie Köln, Trier und andere geistlichen Stifter, von Herzogen regiert, unter welchen Grafen den einzelnen Gauen vorstanden und sowohl durch eigene Besitzungen, als durch königliche Landestheile, die sie zu Lehn trugen, machtig waren.
Ueber unscrn Engersgaucr Landstrich, so wie über den Einrieh und den Lahngau, verbreitete sich in dieser Zeit ein bedeutendes Grafengeschlecht, zu welchem (der Kap. 6. genannte) Gcbhard gehörte. Dieser gründete die Kirche zu Gcmündcn an der Else, bei Westerburg, und der König Ludwig II. bestätigte diese 879, Stiftung 4). Er wird für einen Herrn der, spatcr genannten, Grafschaft Runkcl gehalten. Auch das Kloster Kettcnbach verdankte ihm den Ursprung, und wurde mit Gcmündcn verbunden. Gcbhard ward hierauf Geistlicher zu Gcmündcn, und übcrlicß scincm Sohne Udo die Regierung, der das Stift zu Wetzlar errichtete, und Stammvater des Salischcn Fürstengcschlcchts ward durch die Söhne Konrad, Eberhard, Gebhard °). Seine Gemahlin war Notrudis, Tochter des Kaisers Lothar I.
Der deutsche König Ludwig II. hinterließ seinem Bruder, Karl dcm Dicken, mit der Krone, auch das Herzogthum Lothringen. Unter diesem schwachen Könige drangen die Normannen, die seit 853 schon einige Einfalle in das Tricrsche gethan hatten, von ihrcn Häuptlingen Gottfried und Siegfried geführt, den Nicdcr- rhcin herauf, und verheerten das Land, um die Osternzcit, von Köln bis an die Nahe. Karl der Dicke zog zwar ein Hccr von Lombarden, Allcmanncn, Baicrn und Franken, untcr den Herzogen Arnulf von Kärnthcn und Heinrich von Sachsen, bei Andernach zusammen, machte aber nach unbedeutenden Gefechten, mit Siegfried Frieden, war zu Koblenz Pathe von Gottfried, der sich taufen ließ, und lös'te seine Kriegsmacht auf. Die Normanen ließen Koblenz und Andernach noch ihre Raubsucht empfinden, zündeten umliegende Ortschaften an, und zogen sich nach Friesland zurück «).
Ob nun gleich Karl der Dicke auch dcn Thron von Frankreich erbte, und seines Urgroßvaters ganze Monarchie besaß: so that er dennoch dcn Normannen, die fortwährend Einfalle in Lothringen untcrnahmcn, kcincn Widerstand. Mit ihnen heimlich einverstanden, gab der Herzog Hugo im Elsaß, Lothar's II. unehelicher Sohn, dem Normannen-Könige Gottfried, scine Halbschwester Gisela zur Gemahlin, und versprach, ihm zum Besitz des Rheinufers von Einzig bis Koblenz zu verhelfen. Die Verschwörung wurde entdeckt; Hugo, von Herzog Heinrich gefangen, büßte, der Augen beraubt, in dem Kloster St. Gallen, und Gottfried wurde ermordet ?).
Die Teutschcn setzten dcn König Karl zu Tribur ab, und wählten scincs Bruders Karlmann Sohn, dcn Herzog Arnulf von Kärnthcn. Dicscr erhob scine Verwandten und Beförderer auf den Thron, die Sa- lisch - Fränkischen Grafcn (S. bei 879). Konrad, dcr Acltcrc genannt, ward Hcrzog von Ostfranken und Thüringen, und besaß die Grafschaft im Engcrsgau ^). Eberhard war ein mächtiger Graf in dein niederen Lahngau, Gcbhard Herr in dcr Werterem und in dem oberen Rheingau. Konrad des Acltcrn Söhnc, waren: Konrad dcr Jüngere, Eberhard, Herzog in Franken, und Uro (Otto), Graf im oberen Lahngau. Des älteren Eberhard Sohn war Konrad Kurzbold, in dem niederen Lahngau; und Gebhard war Vater des Grafen Uto in der Werterem, und des Herzogs Hermann in Schwaben und Baiern '). 890. Nachdem dcr König Arnulf die Normannen in Brabant gcschlagcn hatte, setzte er seinen unehelichen
«34,
835.
837.
833.
Z) ^un2l. ?li1äen5. ?renei-i Orißg. r^Ial. ä,nnnl. rrnucnr. Lortin von Kludillon, IV II.
4, Urkunde»-Archiv zu Runkcl. Schmidl's Gcsch. von Hessen 1819.
5> Wcnk'i Hess, landcsgcsch. Th. I. I, m. Kremer, QiiW. N2Z5. I.
6) ^.nual, Milien«. ?) (üln-nnic. N.eginc>n. Lrum, H,iu,ali5t2 Zaxo 2p, Hccarcl, I.
8) I. M. Xi-einer, Qi'iFF. Na55. ?. I. §. 27.
9) Nach Wenk's Hess. Landcsgcsch. war Udo's zweiter Sohn Eberhard der Vatcr von Konrad Kurzbold und Eberhard dem Jüngern, und dicscr der Nachfolger seines Bruders in der Regierung.
