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Treue geschworen, läßt sie beichten, und spricht sie von Sünden los. Die Begeisterung des Trierschen Heeres erfährt der Pfalzgraf, verliert den Muth, bittet um Frieden, und laßt dem Erzbischof die neuen Besitzungen °2).
In demselben Jahre überließ Graf Neinbold (IV.) von Iscnburg dem Kloster Laach, unter dem Abte Gisclbcrt, die „Salischcn" Zehnten zu Maischcid ° -).
Der Pfalzgraf Hermann erneuerte seine Gcwaltthätigkciten. Er hatte die Burg Rhcincck wieder eingenommen. Da zog der Kaiser Konrad III. mit Heeresmacht von Speicr an dem linken Rhcinufcr heran. In Boppard erfreute ihn die Nachricht, daß sein, mit ihm reisender Kanzler, Arnold von Wicd, zum Erzbischof von Köln, von dem dortigen Kapitel einstimmig erwählt worden scy, und die Abgeordneten von Köln wünschten ihm in Boppard Glück, denn er war ein weiser, frommer Herr, der auf Recht und Billigkeit hielt, und ein kräftiger Verteidiger der Kirche "). Fast zwingen aber mußte ihn der Kaiser, diese hohe lind schwere Würde anzunehmen, da ein Vorgänger in dem Erzbisthum viele Güter veräußert hatte °°).
Konrad's Hcerzug langte nun an der hohen Vcste Rheineck (S. Kap. 1.) an, belagerte und zerstörte sie. Sie wurde bald darauf wieder hergestellt.
Nach des Kaisers Einzug in Köln wurde der neue Erzbischof Arnold II. von seinem Kaiserlichen Freunde mit den Regalien ermächtigt und eingekleidet. „Arnold" schreibt die Kölner Chronik, „was vur eyn Doymproyst tzo Eoellen ind wos Kanzler kcyscr Friderichs ind joich mit cme in Italien tzo Rom ind was eyn ckrick behend man mit auflegen in den Kriegen. He rcgicrde die Kyrch V jair. Ind licht bc- greucntzo Nijndorp by Bonno in sant Clemens kyrchcn, die he hadde dojn machen ind bcyauet mit clcno- dien ind tzyarraiten" ^ °).
Neue feindselige Bewegungen unter einigen Trierschen Grafen würden in einen verheerenden Krieg ausgebrochen seyn, wäre nicht der Erzbischof Arnold dazwischen getreten. Die Grasen von Saun und Mollbach befehdeten einander des Bosnischen Grafcnamtes wegen, und immer mehrere der benachbarten Herren schlössen sich an die Parteien an. Es wurden Unterhandlungen gepflogen, und auf einer Versammlung in Koblenz von sehr vielen Grasen, Edlen und Vasallen, gelang es dem Erzbischof von Trier Adalbcro, zwischen den Streitigen eine Treuga (Waffenruhe) zu stiften «'). Arnold war auch Schiedsrichter in einem Rang- strcite der Pröbste zu Bonn, Xanten und St. Geron in Köln °°).
Die Grafen von Sayn, an die uns ein eben berührter Streit wieder erinnert, Hcinrich's I. (S. unter 1112.) Söhne Heinrich IL und Eberhard, übergaben dem Erzstift Trier unter dem neuen Erzbischof Hillin (Hermann) ihr Schloß Sayn, und empfingen es von Trier zu Lehen. Hillin, diese; Ergebenheit anerkennend, und um die Ehre seiner Kirche zu erhöhen, bestimmte ihnen dafür hundert Pfund Heller als Benefiz, mit der denkwürdigen Bemerkung in der Urkunde, daß jeder erbliche Nachfolger aus der Grafen Verwandtschaft, „er scy männliches oder weibliches Geschlechts", die Burg Sayn und jenen Iahrgehalt, ohne das Recht der „Hcregewede und Heresture" empfangen, und dieselbe Treue beweisen sollte °-).
Des Erzbischofs Arnold, Grafen zu Wicd, Mutter Dsterlind erlangte auf ihre Bitte, von dem Herzog Heinrich dem Löwen, von Sachsen und Baiern, dessen Lande von der Elbe bis an den Niederrhein reichten, durch einen Gütertausch, die'Kapelle Bivern (in der Bcwer „Nicderbiebcr") mit Feldern, Wäldern, Wiesen und Weiden, die zu Heinrich's Allodicn gehörten, um sie zu christlichen Zwecken anzuwenden. Auch stellte er den Brüdern von Scgor (Sceide oder Scheda), zn deren Nutzungen die Kapelle übergeben war, ei-
52) «ontli. ?roäioni. 5Z) Fischer, Urk. I.XV.
54) O«n lÄLinF. 1. c. 2roneri H,nna1. i^<>v. v«1sn. äe inagnit Colon. Falsch ist als« die Angabe, tali Arnold II.
ein Graf von Altena gewesen. 65) Li-o^ei-. I. o, Celen. 6e maZnit. Colon. 56) Cronica van der hilligcn Gtat van Coellen. 1439.
57) «lovver. 1, o. 58) Mei-^eu!, I. c. Qüutlier, Coä. <Up1. N. 157.
59) llo»l,n, Vroäi-oni.
