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und der Erzbischof Konrad von Köln gestattete, daß der Burggraf Heinrich zu Köln und Gcrard Herr von Wildcnberg mit der vcrwittwetcn Gräfin Mechtild von Sayn, die Dicnstadelichcn auf jenen Besitzungen in gleicher Gemeinschaft, wie ihre Vorfahren, behalten sollten ' -).

Mechtild übergab itzt auch den Grafen von Sponheim die Schlösser Blankcnberg, Hachcnburg, Freus- bcrg, Sayn, Sassenberg, Hilkcncod, die Grafschaft Hadamar u. f. w. Sie übergab ferner 1248 aus dem crz- bischöflichcn Palast zu Köln dem Herrn von Blankcnhcim Friedlich Allodicn bei Saffcnbcrg und Arweiler. 1250 trat sie an das Erzstift Köln förmlich ab ihre Rechte und Besitzungen an den Burgen Wicd, Windcck, Rennen- bcrg, die Dörfer und Hofgütcr Nospe, Linz, Ncustatt, Asbach, Windhahn u. s. w. mit allen liegenden Gütern . und eigenen Leuten, die neue Burg über der Wicd, die Dörfer der Pfarrei Vreitbach, und erkannte sie als Kölni­

sche Lehen. Nach vielen und großen Zusicherungen in der erzbischöflichcn Urkunde für die Grasin, heißt es: daß ihre Dienstleute in den obgcnannten Besitzungen eben so gehalten werden sollten, wie der Gräfin Acltcrn diesel­ben gehalten hätten.

Es erhellet hieraus, daß Mechtild eine Erbgräsin von Wied, mit den Herrn in der Eiset, von Blanken- hcim, Wildcnberg, Ncnncnbcrg, nahe verwandt war, und den Wiedischcn Verwandten die Besitzungen an der oberen Wicd entwandte (S. 1214. 1263). Ihr Siegel, eine Reiterin mit einem rcchtssehcndcn Adler, deutet auf das reiche Geschlecht von der Ar. Siehe <3ürnUer, 6oä. äi^>1. II.), wohin auch die Folgerungen bei dem Jahre 1093 und früher, über die Grafen von Wied zurückführen. 1247. Wahrend dieser Sorgen der reichen Mechtild, um sich und das Ihrige zu bergen, und der Thätigkeit

des Erzbischoss von Köln, die Macht des Erzstifts zu vergrößern: schlössen die Handelsstädte an dem Nhein- strom, die des vieljährigen Druckes unter mehr und mehr sich häufenden Zöllen müde, und auf ihren Stra­ßen nicht mehr allein sich vor den Anfällen der Raubritter zu schützen im Stande waren, da ihre Klagen keine Hülfe fanden, den Rheinischen Städtebund, um sich gegenseitig beizustehen, und eine Verminderung der Zölle zu erwirken. Dieß galt auch dem Grasen Dicterich III. von Katzcnclnbogcn, der 1246 die Beste Rheinfcls baute, um die Handelsschiffe zu Erlegung eines höbcrn Zolls zu zwingen.

Auf des wackeren Konrad Walpotcn Einladung zu Mainz, versammelten sich daselbst die Abgeord­neten der Städte von Basel bis Köln, und schlössen, nach kraftvollen Reden, einen Verein zur Sicherung ih­res Handels, zu Abschaffung ungerechter Zölle und anderer Uebcl. Zu diesem gemeinnützigen Bunde luden sie auch die benachbarten Fürsten ein, denen sie gute Gesinnung zutrauten "). Graf Gerlach I. von Iscnburg- Limburg (S. bei 1243) schloß sich ") mit dem Pfalzgrafcn Ludwig I. bei Rhein, den Erzbischüsen Gerhard von Mainz, Arnold von Trier, Grafen von Isenburg (S. bei 1241), Konrad von Köln, den Bischöfen von Worms und Metz, mit der Abtei Fulda, und mit seinen Isenburgschcn Verwandten, dem Bündnisse an. Die Stadt Limburg war jetzt ein blühender Handelsplatz, und konnte über 1«00 streitbare Männer stellen ' -).

Einen Beförderer gewann dieser Bund auch an dem Grafen Wilhelm von Holland, den die Erzbi­schöfe und Kurfürsten am Rhein, auf päpstlichen Antrieb, in Worungen zum Teutschcn Könige wählten, wäh­rend Friedrich lt. und sein Sohn Konrad IV. in Italien zu kämpfen hatten.

Wilhelm von Holland wurde von dem Rheinbünde unterstützt, aber von den kaiserlich gesinnten Fürsten und Städten nicht geachtet. Aachen verwehrte ihm den Einzug, und mußte von ihm durch Kölni­sche Schaarcn erobert werden, damit der Erzbischof Konrad ihn dort krönen konnte. Konrad wurde deß- halb von dem Grafen Wilhelm von Jülich bekriegt, und floh nach Andernach, um da Kräfte zu sammeln. Nach dreijährigen Feindsecligkcitcn versöhnte man sich, der Graf verpflichtete sich, die dem Erzstift von der

12) Fischer, Urkunde N°. XXXVIII. Von diesen Herrn von Wildenberg hatte nach der Mitte des 14. Jahrhunderts ein Johann Salentin's von Sayn Tochter Lysa, ein Sohn von ihm Johann eine Anna von Diez, und zu Anfang des 15. Jahrhunderts ein Hermann die Tochter eines Burggrafen von Hammelstein Sophia zur Gemahlin. S. karra^. (3elen. 13) Huscher's Culturgesch. der Tcutschen Etädte.

14) 1'relreri collect. 1. I. 15) Limburger Ehlonik.