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Gräfin Mcchtild von Sayn in Pacht gegebenen Güter zu Commerzheim und Kenten in den vorigen Stand zu setzen, Früchte und Schaden zu vergüten u. s. w. '«). Auch der Erzbischof zu Trier, Arnold von Isen- burq gcricth des neuen Gcgcnkönigs wegen, dem er nach dessen Krönung große Ehren auf Ehrcnbrcitstcin und Montabaur erwiesen, und Festungen und Geld angeboten hatte, in Fehde mit den Anhängern des Kö­nigs Konrad IV. Am schwersten ward es ihm, den furchtbaren Zorno zu bandigen, den Konrad IV. auf die Vcste Thorauth (Turrun, l'Kuroniii) (S. bei 119?) gesetzt hatte, und der mit seinen Räuberhorden im Tricrschen wüthete. Arnold belagerte die Burg zwei Jahre lang, ohne etwas zu gewinnen. Konrad von Köln sandte zuletzt Hülfe. Die Trierer eroberten die Burg, die schon durch Hunger bezwungen war, und Köln erhielt den halben Anthcil an diesem Orte. Vor dem Abzüge bewirkte Arnold zwischen Pfalz, Trier und Köln ein Schutz- und Freundschaftsbündniß, und zum Andenken an den Sieg über Zorno stiftete Ar­nold die Kirche Bleidcnbcrg an der Mosel. Nach der Einnahme von Thorauth rechnete man allein 300U Fuder Wein, welche die Belagerer getrunken hatten. Die Fricdcnsvertragsurkunde war Teutsch abgefaßt, eine der ersten Teutfchen die man kennt '?). Danach begann der Erzbischof Arnold die noch offene Stadt Koblenz mit Mauern zu umgeben, wozu die Bürgerschaft eine Abgabe (Ungcld") beitrug. Von dem Bau cincs Schlosses aber stand seine Klugheit ab, als die Bürger, um ihre Freiheit besorgt, ihre Unzufriedenheit äußerten. Er erhob das Netbaus auf dem Oberwcrth bei Vallcndar aus der Zerstörung, und befestigte die Ortschaften Kapellen und Stolzenfcls, wie es seine Verhaltnisse und der Zweck des Städtebundcs forderten.

Doch mitten in dieser stürmischen Zeit hob und begeisterte die Gcmüthcr die heilige Sache des 1248. Christcnthums. Zu dem von Engclbcrt's Geiste vorgebildeten Dom in Köln (S. bei 1225) wurde von dem Erzbischof Konrad an dein Himmelfahrtstage der Maria, in Bciscyn des Königs Wilhelm der Grund­stein gelegt. Konrad hieß dcßwcgcn der Salomo seiner Zeit. Auch zu einem Krcuzzugc, dem siebenten, sammelten sich nochmals viele Tauscnde unter Ludwig IX. von Frankreich; denn der Sultan Acgyptens hatte den Christen in Palastina fast alles wieder genommen. Bei dieser letzten Kreuzfahrt befand sich auch Ger­lach I. von Iscnburg-Limburg. Er brachte aus Elsaß einen Schüler des heil. Franciscus von Assisi mit nach Limburg, und crbaucte für den Franciscancrorden das Kloster und die Kirche daselbst.

Der christliche Eifer und der kriegerische Muth der Teutschen bekam noch eine andere Richtung, als 1230 der Teutsche Ritterorden, gegen die heidnischen Preußen an die Weichsel gerufen, dort von Konrad von Masovicn ein Stück Land erhalten, und die Städte Thorn und Culm angelegt hatte. In einem fünf­zigjährigen Kampfe fanden seitdem in Preußen viele ritterliche Männer Ruhm und Tod; wir nennen von ihnen den Ordcnsmcistcr Heinrich Walpot von Basscnhcim, dessen Stammort zwischen Koblenz und Andernach liegt, und von dessen Nachkommen Hans von Bassenhcim mit Veit von Leien, Erich von Sickingen, und andern, 135? gegen die heidnischen Litthauer siegreich stritten. Ob jener Heinrich von Wida "), der 124? ein Kreuzfahrerhccr nach Preußen führte, nach Poppo von Osterna Landmeister ward, und für seine Gemah­lin ein Frauenklostcr stiftete, zu unfern Grafen von Wicd gehört habe, oder ein Herr von Wiede in Thü­ringen, den oder dessen Vater auch die Stiftungsurkunde des Klosters Capellcndorf bei Jena nennt, oder von Neida im Voigtlandc gewesen sey, ist nicht ausgemacht; ein Heinrich aus unscrm Hause Wied ist in jener Zeit nicht bekannt; auch pflegten sich die damals lebenden Herren der Grafschaft Wicd Bruno II. und sein Sohn Bruno III. nur von Braunsberg zu nennen. Auch von den beiden Heinrichen, die unser Iscnburg'sches Grasengeschlecht in jenem Zeitraum von dem Gcrlachschcn Stamm hatte, konnte weder Heinrich von Kovcm (S. bei 1241) noch Heinrich II. von Arcnfcls (S. bei 1235) den Namen Wied führen. Jener lebte um die­selbe Zeit mit einer Mechtild aus unbekannter Familie in kinderloser Ehe auf seiner Burg zu Kovern, und war Zeuge der Beilegung eines Streits, der bisher zwischen Heinrich II. und dem Grasen von Diez über Vilmar 1250. geherrscht hatte. Heinrich II. von Isenburg hatte nämlich, als Schirmvoigt dieses an der Lahn oberhalb Run-

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16) Klln. Archiv. 17) Lro^eri Hnnal. I'rev. Stol?. 13) Preußen'« iltere Geschichte von «. v. Kotzebue, B. I. S, 133.