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Obgleich der König Wilhelm nach dem Tode des Kaisers Friedrich II. (12Z0) und Konrad's IV. als 1254 deutscher König anerkannt werden mußte: so konnte er sich doch kein Ansehen verschaffen; selbst seine bisherigen Freunde, die Erzbischöfe von Mainz und Köln, wurden ihm abgeneigt; auch die Macht des Rheinischen Stadtcbun-dcs, der, nun aus 60 Städten bestehend, von ihm bestätigt wurde, und zu dessen Vorthcil er die Nheinzölle verminderte, kam ihm wenig zu Statten.
Durch die Räubereien und öftcrn Feindseeligkcitcn in dem Tricrschen Lande hatte auch die Abtei Laach li55. so viel gelitten, daß sie sich weder ihrer Gläubiger erwehren, noch ihre Schulden bezahlen konnte. Auf Bitten des Abts und Convents kaufte daher der Erzbischof Arnold die Laach'schen Höfe zu Weiß, Laudesdorf und Mcischcid, mit allen Früchten und Erzeugnissen, mit Leibeigenen, Wiesen, Waiden, Wäldern und Gerechtigkeiten, für 700 Mark Kölnisch, auf seine Lebenszeit, zahlte für die Abtei den Gläubigern die Zinsen und die Iahrgcldcr von jenen Höfen, setzte aber fest, daß diese nach seinem Tode an die Abtei vollkommen zurückgegeben werden sollten, mit Androhung des Kirchenbannes über Geistliche oder Weltliche, die den Abt und Eonvcnt an dem Besitze zu stören wagen würden, und verordnete endlich von dem Ertrage jener Güter einen Genuß für die Priester, welche für ihn nach seinem Tode beten und Messe lesen würden. Zeugen dieser urkundlichen Bestimmungen waren: Arnold's Bruder Graf Bruno II. und dessen Sohn Bruno III., Heinrich II. und Theodorich von Isenburg, und Heinrich von Kovern "). Gras Bruno II. von Iscnburg-Braunsbcrg untcrsiegclte auch, nebst dem Grafen Emicho von Lciningen, die Abthcilungsurkunde der Grafen Otto und Walram von Nassau, in dem Schlosse Nassau, d. 17. Dcc. °').
In eben dem Jahre übertrug der Graf Gcrlach I. von Isenburg-Limburg seine von den Voräl- tern ererbte und von Heinrich Gottstcin und dessen Bruder Friedrich als Vasallen besessene Gerichtsbarkeit in Wickstadt (S. b. 1237) dem Abte und Convent von Arnspurg zu fortwährenden: Besitz. Er that diesi von seiner Burg zu Stadcn (S. bei 1242). Zu seiner Herrschaft Stadcn gehörten noch die Dörfer Mock- stadt, Hcegheim, Birr, Stammhcim, Florstadt u.a. ««).
Gcrlach'Z Nachbar, Graf Siegfried IV. von Wcsterburg und Nunkcl setzte sich mit Gcrard von Diez (S. b. 1250) nach bisherigem Streite über mütterliche (S. b. 1202) Güter in Salve, Haselbach, Bcrlenbach, Udcnkirchcn und Wecker, so auseinander, daß sie ihn thcils jetzt überwiesen, theils durch Entscheidung der Grafen Marquard lind Heinrich von Solms, und Hcinrich's von Wilnau ihren Herrn erhalten sollten. Geschehen zu Endlich (Enncrich) -').
Der Graf Siegfried IV. unterzeichnete in diesem Jahre auch die Urkunde des Königs Wilhelm, in welcher der Stadt Speicr ihre Privilegien bestätigt wurden.
Eine Schwester Siegfried's IV., Tochter Siegfricd's III. von Wcsterburg und Nunkel, Sophia, wurde um diese Zeit die erste Gemahlin des Grafen Bruno lll. von Braunsberg -°).
Der Bund der Nheinstädte, zu dem unsere Grasen gehörten, war nun über 70 Städte stark, und verfolgte kräftig seinen Zweck, den Landfrieden zu erhalten, Raubschlösscr zu zerstören, und billige Zölle zu erzwingen. Auch die Stadr Andernach entwand sich der Abhängigkeit von Köln, nannte sich eine freie Stadt, ordnete eine eigene Verfassung durch Bürgermeister und Nath, hatte unter dem hohen Adel Freunde, wie die Grafen von Virncburg, die in diesem Jahre dort ein Minoritcnkloster stifteten"), trieb lebhaften .Handel mit Steingut, Menniger Mühlsteinen, Glas und Holzflößen, bildete Zünfte, und errichtete eine Kricgsschaar von 800 bis 1000 Mann. Sic half den Grafen Dictcrich von Katzcnelnbogen in seiner Vcste Rhcinfels (S. b. 1246) belagern.
Der Städtebund am Rhein verband sich in einer Zusammenkunst zu Mainz eidlich, bei einer dop- 1353, peltcn Königswahl keinen als König anzuerkennen; denn im Januar bes Jahres war König Wilhelm von den Friesen erschlagen worden, und die Tcutschcn Kurfürsten, gctheilt in Freunde des Papstes und Frank-
26) Fi'cher, Urkunde 6. I.. XXI. 27) üremer, Oi-i^. ^255. <üoä. äipl. K, 16I.
28) Fischer, Ulklinde XXIII. 29) Fischer, Urkunde XIX,
ZU) Günther, Romersdorfsche Urkunden Manuscr. 31) Konrad's Trierische Geschichte 241.
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