">^n,
WW
72 ----------------
reichs, und in Freunde Englands, ließen keine Wahleinheit hoffen. Unter jenen war Erzbischof Arnold von Trier, Graf von Isenburg. Seine mit vielfachem Aufwände verknüpften Unterngcchmunn mochten ihn zu Unbilligkeiten im Einzelnen verleiten. Daher mahnten ihn im Februar die Prälaten und Capitcl von St. Paulin und Simcon, daß er die Verordnung des letzten Willens seines mütterlichen Oheims, des Eczbischofs Theodorich von Wied, beobachten, und was er für die Tricr'schen Kirchen seit seiner Erwahlung von Gütern in Elcgrin empfangen, auch das Haus bei Andernach, welches sein zweiter mütterlicher Oheim, der Probst Mctfried zu St. Paulin, der Tricr'schen Kirche vermacht, und er widerrechtlich noch inne habe, bis zum Sonntag Oculi, nebst andern Einkünften, zurückerstatten möchte '-).
1257. Arnold zerfiel über die neue Königswahl auch mit andern Kurfürsten und Erzbischöfcn. Diese arbeiteten für den Grafen Richard von Cornwallis, und wählten ihn vor den Thoren von Frankfurt; denn Arnold hielt die Stadt verschlossen, weil ihm, wie seine Gegner sagten, eine geringere Summe, als ihnen von Richard geboten, wie aber Andere zeugen, seine und seines Vaterlandes Ehre zu thcuer war, als daß er sie für 15,0UN Mark hätte verkaufen mögen. Die mit ihm in Frankfurt versammelten Fürsten wählten auf seinen Betrieb, da kein Tcutschcr Fürst sich zur Krone geneigt fand, den König Alfons X. von Castilicn und Leon, weil dieser durch Verwandtschaft mit Böhmen und Bmbant den Tcutschcn nicht fremd, und ein Herr von Geist, Macht und Ansehen war. Arnold's Gesandtschaft nach Spanien wurde von Alfons ehrenvoll aufgenommen, aber mit ablehnendem Bescheid entlassen ^), wiewohl er nachher, als der reiche Richard beinahe allgemein, in'sdesondcre von dem Bunde der Nhcinstädte, als König anerkannt wurde, Ansprüche machte.
Von dieser Zeit an bildete sich die Würde und Macht der Kurfürsten völlig aus.
Als diese Reichsangelegcnhcitcn beseitigt waren, nahm der Erzbischof Arnold wieder an Verhandlungen seiner Isenburg'schen Verwandten Theil, um eine bisher herrschende Mißhclligkeit zwischen den Grafen Heinlich II. von Isenburg-Arcnfcls und Gcrlach I. von Limburg, mit den Grasen Otto von Nassau und Heinrich von Iscnburg-Kovern, schlichten zu helfen. Der Streit war über die Thcilung Clccbcrg'scher Güter entstanden.
Heinrich II. (S.d. 123?) hatte seinem Sohne Ludwig, Herrn zu Büdingen (S. bei 1250), einen großen Theil der Clcebcrg'schcn Güter zugedacht; Gerlach I. von Limburg aber machte als Hcinrich's II. ältester Sohn auf die ganze Herrschaft Cleeberg Anspruch, und, da die Schwestern Heinrich's (S. b. 1175), Irmgard an Philipp von Hohenftls und Boland, Mechtild an Gottfried von Evpstein (S. bei 1252) ver-^
1258. mählt waren: so hatten auch diese Ansprüche auf Cleeberg erhoben. Es wurde ausgemacht, daß Gcrlach I. von Limburg, mit seinem Bruder Heinrich 11. und dessen Sohne Ludwig alles Recht und Eigcnthum an der Beste Cleeberg und Zubehör gleich thcilen, und ähnliche Gleichheit der Rechte an der Burg Hadcchcbcrg und deren Leuten gelten, Philipp von Hohenfcls aber, der auf andere Weise abgefunden war, seine Schwager in ihrem Besitze nicht stören, und alle unvcrmuthcte neue Irrungen durch jene Schiedsrichter ausgeglichen werden sollten. 1263 gestand Gcrlach I. von Limburg auch seinem Schwager und Neffen Gottfried von Eppstein und dessen Nachkommen einen Antheil an der Burg Cleeberg zu "). Graf Ludwig von Isenburg-Büdingen hatte eine zweite Gemahlin N,, Tochter Nuozmann's (Ruselmann's, Rosemann's) von Kempenich (S. b. 1235). Als Ganerben mit ihm werden Albert von Trimbcrg, Heinrich und Gottfried von Brau- ncck und Eberhard von Brcubcrg genannt 2°). Heinrich von Iscnburg-Kovern (S. bei 125ll), genannt Heycn von Kovcrn, der nach Thcodorich (S. 1231, 1253), Voost (Voigt) über Romcrsdorf war, that jetzt zu Gunsten der Abtei, auf seine Voigtcirechte zu Hcimbach Verzicht, versprach aber doch hinfort auchseincn Schutz -«).
Hcinrich's II. Sohn Gerlach von Isenburg - Arcnfcls, ältester Bruder Ludwig's von Büdingen (S. bei 1232), war mit der vcrwittwcten Gräfin Mechtild von Sayn in Irrungen gerathen. Er versprach jetzt in
1259. einer zu Andernach verfaßten Urkunde, daß er von seiner Burg Arenfels aus weder ihr noch ihren Leuten
52) «nntli. Ni«t. 1>ev. äipl. I,
34) Fischer, Urkunde XXII. und I.III.
35) Wenk III. 342. 355. II.
ZZ) Urmveri ^un. 1"rev. In der Genealoge ist Fischer auch hier i» manchem Irrthum. 36) Günther, Romersdorf Urk. Manuscr.
