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Klöster durch Schenkungen bereicherte, und Wallfahrten in's heilige Land in Bewegung setzte: so erhob sich dennoch unter den Rheinbewohncrn ein fröhliches und sangreichcs Leben, um dem Elende der Zeit zu widerstehen. Es klangen die Lieder der Minnesänger seit dcm'Endc des zwölften Jahrhunderts an unfern romantischen Nheinufcrn herab; die Sitten wurden feiner, die Ansichten des Lebens freier, der gesellige Umgang und die Sprache gebildeter; die Schranken des Kirchenglaubcns aber auch zu eng für denkende Geister, so daß Kirchenversammlungen, Bann, Strafen an Gut, Leib und Leben, Konrad's von Marburg und der Dominikaner Inquisition, incht vermochten, die ketzerischen Freidenker, Waldcnscr, Aldigenscr, und andere Verbrüderungen oder Fratrinen, die auch an der Lahn, Sieg und in unserm Rheinthale angesehene Freunde zu finden schienen, zu unterdrücken, zumal da die Sitten der Geistlichkeit und der Klöster, innner tiefer verdarben, und mit der Ehrfurcht gegen die Diener des Glaubens, auch der veredelnde Geist des letzten, den ritterlichen Adel und das Volk verließ.
Zwölftes Kapitel.
Geschichte u o n '1 2 7 2 bis 1326.
Teutschland bedurfte eines kräftigen Oberhauptes. Da berief der Kurfürst von Mainz, Graf Werner vonEppstein, ein Enkel der zweiten Tochter des Grafen Theodorich von Wieb (S. 1l7U), eine Kurfürstenversammlung nach Frankfurt, schlug den Grasen Rudolph von Habsburg zum Kaiser vor, und gewann für diese Wahl die Erz.'ischöfe Heinrich von Trier und Engelbert von Köln: die übrigen sielen bei. Rudolph zog den 1L73. Rhein herab nach Aachen, wo er von Engelbert (d. 28. Octc>r.) gekrönt wurde. Daselbst gab er dem Nhein- pfalzgrafen Ludwig, Herzog von Baicrn, und Kurfürsten, eine seiner Töchter zur Gemahlin; mit welcher Ludwig der Stammvater des Hauses Vaiern, Pfalz und Simmern ward. Einige der vielen Fürsten und Grafen, die sich zu Aachen nm den neuen Kaiser versammelten, sollen sich anfangs geweigert haben, ihre Besitzungen als Königliche Lehen anzuerkennen und zu empfangen; als aber Rudolph ein Erucisir cmporgehalten, und ausgerufen habe: dicß solle sein Sceptcr seyn: so hatten sie dasselbe geküßt uno Treue geschworen '). Durch Rudolph's Geist und Kraft kehrte für Teutschland inebr Ordnung und Ansehen wieder.
Wir begleiten im Geiste diesen erhabenen Stifter einer neuen bessern Zeit in unserm Vaterlande von Aachen an unfern Strome heraus, zurück, und wenden uns wieder zu den Angelegenheiten unserer gräflichen Häuser.
Graf Geclach von Iscnburg-Arenfcls (S. 1271) fand sich jetzt mit den: Burggrafen Johannes und dessen Gemahlin Kunegundc, in Betreff des Vergleichs von 12Ü6, durch Auszahlung von 40 Mark ab, für lH74. welche der Burggraf im Namen seiner Erben, Allodialgüter, oder angekaufte, als Lehen von Verlach anerkennen, und 4 Mark erlegen wollte. Diesen Revers besiegelte er, sein Oheim Arnold Burggraf von Ham- mcrstein, Gerard von Wildcnbcrg, Rorik von Rcnncnbcrg, Wilhelm von Eltz, Konrad von Höningcn, und viele andere -).
Die Nachbarin von Isenburg-Arensels, die Grasin Mcchtild von Sann, errichtete über ihrcBesitzun- 1275. gcn, nämlich über die obere Burg Wieb, die Dörscr und Kirchspiele Linz, Windhain, Neucrstatt, Usbach und Nospe mit allem Zubehör, einen Vertrag mit dem Erzstift Köln, der bei dem Jahre ihrer letzten Vermächtnisse, 1282, genauer angegeben wird. Er geschah mit dem 1274 neu eingesetzten Erzbischof von Köln, Siegfried (Sivert), Grafcn von Nunkel und Westerburg, Siegfried des IV. Sohn (S. 1250, 1270) so, daß Mechtild
1) Lrnvvei,-. Him.
2) Fischer, Urk. xcill.
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