>'^l

WM

90

'S

ff

^

12L9,

1Z90.

Siegfried aus den Ruinen wieder aufgebaut, wurde von dem Sieger zerstört. Auf der Wahlstatt erhob sich eine Capclle, wo bis in die neueren Zeiten Seelenmessen für die Erschlagenen gehalten wurden ^°).

Für einem Ritter Heinrich von Koc, der bei Wuningen in Iülichsche Gefangenschaft gefallen war, und theils auf sein Versprechen, daß er weder dem Grafen Walram von Jülich, noch dem Herzog Johann von Brabant und dessen Verbündeten, einen Schaden thun wollte, theils durch Ucbcrgabc eines Eigenthums an Walram, um es von ihm als Lehen zu empfangen, seine Befreiung auswirkte, verbürgte sich Graf Ger­lach von Isenburg-Arcnfcls, mit Johann Herrn von Kuc, Gcrlach Herrn von Dollcndorf, Adolph Herrn von Blidenstcin. Graf Gcrlach fügte, auf des Ritters Bitte, sein Siegel besonders bei ").

Des Erzbischofs Siegfried Bruder Heinrich I. von Westerburg hatte ebenfalls noch in diesem Jahre seine Freiheit wieder erlangt. Er schloß mit seinem Vetter, dem Grafen Siegfried I. von Nunkel, eine neue Landestheilung ab. Die Sühn- und Theilungsurkunde wurde zu Vcssclich abgefaßt").

Der Graf Valentin I. von Ifcnbmg löste sich aus der Gefangenschaft unter dem Grafen Walram von Jülich durch eine mit seinem Siegel bekräftigte Anweisung auf zehn Mark jährlicher Einkünfte von sei­nen bei Nomersdorf und Heimbach gelegenen Stammgütcrn, die er im Namen seiner Erben als IülichscheS Lehen anerkannte ^').

Den Erzbischof und Kurfürst Siegfried hielt der Graf Adolph von Berg auf der neuen Burg ge­fangen, bis in den Februar dieses Jahres. Er wurde frei gegen Abtretung seiner Iülichschcn Besitzungen, niedrerer Städte und Schlösser. Von der Zeit an sann Siegfried auf Rache,

Da die Häuser Nunkel, Westerburg, Wieb und Limburg mehr dem Kaiser zugethan waren: so zog Gerlach I. von Limburg mit Emicho von Leiningen, Eberhard und seinem Sohne Diether von Katzenelnbo- gen, dem Burggrafen von Neincck und andern, gegen die dem Kaiser Rudolph widerspenstigen Grafen von Mömpelgard und Burgund aus, und fand am Schwarzwalde nebst den genannten Grafen, Eberhard ausge­nommen, den Tod "). Von Gcrlach's I. Kindern (S. 1259) starb Heinrich, Gemahl einer Tochter Ger- lach's III. von Dietz, Adelheid, kinderlos; Imagina war vor 1280 an den Grafen Adolph von Nassau ver­mählt; und Mutter der Grafen Rupert und Gerlach von Nassau. Gcrlach's I. Nachfolger in der Herrschaft Limburg war sein Sohn Iobann I. (S. 1259, 1288), der jetzt auch mit dem Hessischem Dritttheil der Stadt Limburg und ihres Bcifangs für sich und seine Erben beiderlei Geschlechts belehnt wurde "°). Er hieß der blinde Herr, man weiß nicht, ob wegen eines Augcnübels, oder, weil er in seiner Regierung vieles übersah, oder weil er sich für den Gemahl seiner Schwester Agnes, den Grafen Adolph von Nassau und Kaiser, zu tief in Schulden steckte. Seine erste Gemahlin war Elisabeth von Gcroldscck, die ihm eine Tochter Elisabeth ge­bar"), und bald nachher gestorben scyn muß. Er verband sich kurz darauf mit Ida (Uda, Oda), Tochter des Grafen Otto von Ravensburg. Diese erfreute ihn mit drei Söhnen: Gerlach dem altern, Gcrlach II. und Johann, und mit einer Tochter Mcna ^').

Der Graf Eberhard von Isenburg - Grcnzau, glücklich aus der Worunger Schlacht zurückgekehrt (S. 1283), that in seinem und seiner noch gchofften Erben Namen, als Voigt des der Abtei Laach gehörigen Hofes zu Bcndorf, auf ein Paar Halbsticfcl Verzicht, die ihm unter den Gefallen dieser von seinem Vater Heinrich II. ererbten Voigtci zukamen. Er erlebte aber keine Kinder; ob er, und was für eine Gemahlin er gehabt habe, ist unbekannt. Er starb nach dieser Zeit, und mit ihm die angefangene ältere Linie Isenburg - Greu- zau. In seine Besitzungen thcilten sich die Söhne seiner Brüder "). Luther von Büdingen (S. 1271, 1280) erhielt das Schloß Grenzau mit Zubehör.

40) Eine schöne Beschreibung der Schlacht bei Vierungen s. IN W. Aschenberg's Taschcnbuche 1803. V. auch van All

pen, Gesch. des Frank. Rheinufer«. 41) Fischer, Urk. No. XcüV.

42) Von Mulmann, Collectan. Handschr. 43) Fischer, Ulk. No, 6QXXXVI, Ärcmer's Jülich- und Bcrgi.

sche Gesch. Tl). III. 44) dickem, lllii-on. Sponsin. Wenk, I, 348.

42, Geschichte des Wild- und Nheingräsl. Hauses. 46) Wenk, Th l 301. 404 llaiäen. Ui«t. I.iu>i1,. 5Iü3«.

47) IlniltK. ?roäi-c>ni. p. 108U. <^lli<Iou. Mit. Quill». Günlher Isenb, Ult. Mnscr. 4s) Günther's Urkunden Manuscr.