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Des Grafen Johann I. von Isenburg-Limburg Schwager, Adolph von Nassau, wurde jetzt, nach lü92, des Kaisers Rudolph Tode, durch die klugen Unterhandlungen des Kurfürsten Gerhard von Mainz, Grafen von Eppstein, mit andern Wahlfürstcn zu Frankfurt, im Mai, zum deutschen Konige und Kaiser erwählt, und nebst seiner Gemahlin Imagina, Grasin von Iscnburg-Limburg, am 24sten Iun. zu Aachen von dem Erzbischof und Kurfürsten Siegfried von Köln, gekrönt. Der letzteren Bruder wohnte der Krönung bei"). Adolph, ein ta­pferer, thätigcr, gütiger Herr, aber mit seinem kleinen Besitz von Wiesbaden, Weilburg und Idstein, zu un, vermögend, um Königlichen Glanz und eine achtbare Macht zu zeigen, wurde von dem Erzbischof zu Mainz, und von Johann I. zu Limburg, mit großen Summen unterstützt. Sein mächtigerer Nebenbuhler, Albrecht, des Kaisers Rudolph Sohn, Herzog in Oestcrrcich, vereitelte Gcrhard's und Iohann's auf Adolph gebaute Hoffnungen.

Inzwischen hatte Siegfried zu Köln den Grafen in der Mark befehdet, und kehrte auf einer Rück­reise nach Köln bei dem Grafen Adolph von Berg zu Bensdcrg, scheinbar als ausgesöhnter Freund, ein. Nach reichlichem Mahle begleitete ihn Adolph auf seine Bitte mit vier Mann Bedeckung bis Deutz. Hier aber sie­len 100 Erzbischöfliche Söldlinge über Adolph her, banden und schleppten ihn in ein bereitlicgcndes Fahrzeug, in welchem auch Siegfried, über des schändlich Gegangenen Borwürfe lachend, über den Rhein nach Köln fuhr. Dort wurde Adolph in einen: stinkenden Kerker verschlossen, und an heißen Tagen in einem eisernen Käsig, der an der Stadtmauer befestigt war, entkleidet und mit Honig bestrichen, den Mücken und Wespen ausgesetzt. Alle Bitten und Versprechungen Adolph's und seiner Freunde waren vergebens. Siegfried er« wilderte: er habe den heiligen Petrus, durch den er die Scinigen ernähren könne, und brauche Adolph's Gü­ter nicht; er wolle ihn nur lehren, was es auf sich habe, einen Erzbischof gefangen zu halten. Nach drei­zehn Monaten befreite den Unglücklichen der Herzog Johann von Bradant mit Waffenmacht. Um diese Zeit baute Siegfried die Beste Brücl, um sich gegen die Empörungen der Kölner zu sichern, den starken Thurm bei Berka am Rhein, und die Burg zu Sons. Auch legte er den Grund zu der Franziskancrkirche in Bonn 5°),

Wir berühren hier, um verschiedener Folgen willen für unsere Geschichte, eine wichtige Veränderung in der Grafschaft Sayn. Heinrich's des Großen von Sayn Schwcstcrcnkcl, Gottfried von Sayn, Hcinrich's II. 1A)4. von Ifcnburg Eidam (S. 1259, 1263), battc 1283 zwei Söhne, Johannes I. und Engelbert I. hinterlassen. Diese thcilten sich in ihr Erbe so, daß Johann I, (S. 1284) die Grafschaft Sayn behielt, Engelbert Vallen- dar und die halbe Herrschaft Homburg zu Lehen bekam, nach längerem Streit für sich und seine Nachkum­men auf Sayn verzichtete, und der Stammvater der Linie Sayn-Wittgcnstcin ward "). Johann I. hatte einen Sohn Johann II., der in der Folge die Gräsin Kunigunde von Isenburg-Kovcrn chlichte (S. 1281).

Der Graf Ludwig von Isenburg-Büdingen verkaufte nun, mit Zustimmung seiner Gemahlin Heilwige, und seines Eobncs Heinrich, den noch übrigen Theil des Schlosses Dicpurg sammt allen Rechten,mit ge- sammtcr Hand" für 250 Mark an das Erzstift Mainz, welches schon 1288 einen Theil angekauft hatte 6 2).

In der Grafschaft Nunkcl überließ Sicgfricd's I. ältester Sohn und Nachfolger Tilmann (S. 1270) einen Theil des Schlosses Runkel, genannt zum andern Ende, dem Burgmann Thcodorich von Lurcnburg, mit dem Beding, daß dieser es nicht weiter veräußern sollte "),

Graf Tilmann zu Runkel (S. 1270) verzichtete auf eine, dem Kloster Scligenstadt geschehene 1296. Schenkung »2).

49) 6ni-äen, I. c. 59) Mer«llVU5, I. c. Van Alpen, Gesch. des Flinkischen Rheinufer«.

51) S. Rechtsgegrünbetes Bedenken, daß den Herrn Grafen von Wittgenstein wegen ihrer Prätention auf die Graf­schaft Gay» keine rechtliche Actio» gebühre. Erweisung und rechtliche Ausführung der dem gräflichen Hause Wieb zustehenden Hoch - und Gerechtigkeiten im Dorfe Irlich am Rhein. Neuwied, 1770,

62) Fischer, Uik. llix. 53) Archiv zu Neuwied.

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