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Wilhelinl. zu Wieb hatte die Freiheit erlangt, in seinem Lande Geld schlagen zu lassen. Wegen falscher Münzung angeklagt, soll er um diese Zeit in kaiserliche Ungnade gefallen, auf des Erzdischoss Bal. dllin Fürsprache aber Verzeihung erhalten haben.
Der Graf Salcntin Hl. auf der Iscnburg war itzt mit des Grafen Johannes von Solmö Tochter Katharina vermahlt; dieser nennt ihn seinen Eydam in einem Lehnbricfe für Gottfried von Sayn, .Herrn zu Homburg, den Iohann's Gemahlin Irmgard, Salcntin lll., Gcrlach I!. von Iscnburg-Limburg, und Gerlach II. von Iscnburg-Arcnfels unterschrieben ^^). Salentin III. ersah mit dicsee Gemahlin nur den Sohn Salentin I V.
Der Erzbischof Balduin legte in diesem Jahre den Grund zu der Moselbrücke bei Koblenz, die nach drei Jahre» vollendet ward, und zu welcher Basalte bei Winningcn gebrochen wurden, und war auf Verbesserung der Landstraßen in dem Tricr'schen Lande bedacht. Zugleich aber benutzte er jede günstige Gelegenheit, auch die Wege seiner crzbischöftichcn Macht weiter zu bahnen.
Er hatte sich den Grafen Wilhelm I. verbindlich gemacht, und dieser übergab ihm, und empfing als Lehen von ihm die Neste Rohrbruch, so zwar, daß er und seine Erben sie wieder zurücknehmen konnten. „Wcre es auch", sagt die Urkunde 4?), „daß wir ane Lehens-Erben abgingen: so sollen die vorgenant Besten und die Lehen, die wir von unserm cgcnanten Hern und sinem Stifte han, an ihn und sin Stifte lcdiglichen fallen, und mögen sie damide als mit irem eigenen Gute dun allen iren willen, mit be- hcltniß doch unser» Mannen ihres Rechts, die vorweiter von uns verlenct sind."
Die eben genannte Beste Rohrbruch war eine, in spaterer Zeit versunkene, Burg der Grafen von Wieb, ans dem Westerwalde, unweit der hohen Landstraße, bei Frciliugcn, gegen Hachenburg hin, an einem großen Weiher gelegen, der, nebst fünf andern, vielleicht von gleichem hohem Alter, und sieben neuere», aus den Quellbachen des Wiedflusses entstanden oder gebildet worden sind. Die älteren Weiher sind: der große, von mehr als 36N Morgcnflache, der noch eine zweite Burg, wahrscheinlich der Herren von Deren, verschlungen hat; der Haidcnwcihcr, in welchem eine warme Quelle rinnen soll, der Schmitthähncr oder Hufmannswciher, dcrBrinken-, der Post-, der Hauswcihcr. Um den Anfang des I7tcn Jahrhunderts wurde ein neues Schlößchen auf einer andern Stelle erbaut, und Secburg genannt. Nahe um diese schönen Wasserspiegel, auf hoher Haideplane, liegen die Dörfer: Drevfeldcn, Linden, Langcbaum, Steincbach, Belle, Schmitthahn, Steinen. Die Sage bezeichnet auch die Stelle eines seit dem dreißigjährigen Kriege verschwundenen Dorfes Mcrdingen. Die Quellen der Wied heißen: der Drcifclder Born oder Iungscrnbach, der Hcrrenborn, der Narrborn, der Linderfeldborn. Sie vereinigen sich oberhalb Dreifeldcn, und füllen den großer Weiher, aus welchem die Wied fließt.
An dem 22sten Septcmbcrtage erklärte Wilhelm ferner: „Wir Wilhelm Greve zu Wicde, Herr zu Braunsberg und zu Isenburg, dun kundt — daß wir durch sonderliche gunst, gnade und fordernisse, die der crwürdige — Baldcwin Erzbischoffcn zuTriere, uns dicke gctan — vor uns und alle unser erben, demselben und seinem Stiffte versprochen und gelobet, daß wir in irem geleide uff dem Nyne nimmer keine gruntrure ncmen noch gcfordcren sollen. — Bort so cnsollcn wir nimmer keine müntze geschlagen noch tun noch lassen schlagen in unser» Besten und Lande, dan als wen wir das von dem Reiche han. Bon hau wir unserm vorgcnantcn Hern von Triere und seinem Stiffte die fruutschast gcdan und dun an diesem bricve, daß die lüde von Gartenfels wasscr und weide in allen unfern lande» niesen mögen, und ihr viehe daruff tun triven. — Bortme, wem der egenant unser Her von Triere uns von sundcrlicher gnade und frundschast gehcnget hait, daß wir einen bürgerlichen Buw und ein vesicn uff unserm eigen zu Dri- vclten uff dem Bruche begriffen und buwcn mögen: so han wir dem cgcnanten unserm Hern gelobt, daß
4L) Fischer, Ulk. N. llXI.HI,
47) NonU>. ?i>oärlln,. Cs wird da bemerkt, daß dieses Lehen daö letzte ftelwilliae uon em.m Vasallen vor Karl IV. gewesen sey. Nohrbeuch scheint der .Vau zu Dreysciden gewesen zu scyn, ucn dem sogleich mehr folgt, NeH'ö Geschichte. 14
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