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Wie hier Städte und Herren sich einem Erzbischof unterwarfen: so entriß sich die Stadt Andernach dein Erzbischof Wilhelm von Köln, dessen Auflagen sie nicht mehr tragen mochte; sie zerstörte das Erzdi- schöfliche Schloß in ihren Mauern, sammt der Brücke, die von demselben aus in das Feld führte^).
Einen beharrlich muthigcn Feind fand aber auch Balduin an dem Grafen Reinhard (Rainer) von Wcstcrburg, dem er die Burg Grcnzau, die Reinhard innc hatte, und Schadcck, in einer Fehde wegnahm ^).
Grcnzau war in der Thcilung der beiden Sohne Luthcr's von Büdingen, Heinrich und Philipp (S. iZ.'Z, 1329, 1332), dem letzten zugefallen; Heinrich war seinem Vater in Büdingen gefolgt. Philipp setzte seines Großohcims Eberhard (S. 1290) altere Grcnzauische Linie fort, mit einer Gemahlin Margaretha, Schwester Iohann'ö II. von Katzcnelnbogcn, durch einen Sohn Eberhard.
Mit seiner Gemahlin einverstanden, verkaufte er seine Gülten und Güter, Bedekorn, in den Dörfern Weiß, Heimbach und Gludbach, mit allem dazugehörigen, von den Iscnburgifchen Vorältcrn angccrbten Rechte, an „Wilhelmen, Grcuuen zu Wicde, vnfem leuucn Nevucn" und seinen Erben für eine von diesem schon bezahlte Summe, „mit Halme vnd mit munde — crflichc iwintliche vnd vmmerme." Als Zeugen unterschrieben: Gcrlach zu Iscnburg (II. zu Arcnfcls), Heinrich von Iscnburg, Herr zu Büdingen, Reinhard von Wcstcrburg, Kraffto von Iscnburg-Arcnfcls (S. 1343) °-).
Etwas aber von diesen Gütern mochte Philipp noch behalten haben, wie man späterhin findet. 1346.
Der Graf von Iscnburg-Arcnfcls Gerlach II. und sein Sohn Johann (S. 1333) wurde von Bal- duin mit Voigtei, Herrschaften, Gerichten, Gütern zu Höningen, die der Graf Johann (S. 1259), Gcr- lachs II. Oheim, und dessen einziger, um diese Zeit verstorbene Sohn, Johann, besessen hatten, auch mit Nansbach, Alöbach und Grcnzhausen belehnt. Die jetzigen Erben beurkundeten im Januar dem Erzbischof, daß die von dem Erzstift Trier zu Lehen rührige Voiglci und Herrschaft zu Hönningen, welche Johann inne gehabt, c - Trier verfallen, nun ihm und seinen Erben als aufgicdi'gcZ Lehen übergeben sc», und daß cr dafür ihre Gerichte und Dörfer Nansbach, Almcsoach und Grundcshusen, dem Erzstifte aufgetragen, daß aber beide Thcile binnen zwei Jahren die Willkühr hatten, davon abzugehen. Gienge der Erzbischof von dem Vertrage ab: so solle Gcrlach ihm 60U Gulden, die Balduin ihm geliehen, zurückzahlen, wo nicht: so sollten Gcrlach und Johann sich als Geiseln nach Koblenz begeben, bis sie bezahlten, oder vor einem Nittcrgcricht sich stellen, und wenn sie Gnüge geleistet, die genannten Dörfer zurückerhalten. Wollten aber sie von dem Vertrage abgehen: so sollten sie auch die L00 Gulden zahlen, vor dem Manncngerichte Rede stehen, und bis zur Befriedigung dem Erzbischof jene Dörfer lassen. Wollten aber beide Thcilc die vorbcnanntcn Stücke halten: so sollte jeder in seinem Besitze bleiben, und jene Summe nicht entrichtet werden. Zeugen waren: Graf Johann und Gottfried zu Sayn, Philipp von Isenburg - Grcnzau, Hermann von Hclfenstein und Dietrich von Hadamar «'), Die Urkunde ist voin 22sten des Januar.
Indeß war eine, seit längerer Zeit glimmende Fcindsecligkeit gegen den Erzbischof Balduin ihrem Ausbruche nahe gekommen. Graf Dietrich II. von Runkcl vereinigt sich, nebst seinen Söhnen Heinrich und Friedrich II. (S. 1322), mit dem Grasen Reinhard I. zu Wcstcrburg, daß sie einander mit Leid und Gut beistehen wollten; Reinhard hob das mit der Stadt Limburg in dem Jahre 1311 geschlossene Bündniß auf, da diese unter Trier gekommen war" ^). Nicht allein Runkel und Wcstcrburg, sondern auch die sämmt- lichen Isenburgcr, Wilhelm I. zu Wicd, und andere ritterliche Herren, waren besonders seit 1344 über den Erzbischof von Trier aufgebracht worden, und die Grafen von Iscnburg hatten sich von dem Bündnisse mit ihm losgesagt, weil cr und sein Neffe Johann König von Böhmen, mit dem Papste Clemens VI. zu des Kaisers Ludwig Sturz einverstanden, die Fürstenucrsanunlung in Frankfurt für den Markgrafen von Mähren, Iohann'ö Sohn Karl, gewonnen hatten, um diesen zum Teutschcn König zu wählen. Kaiser Ludwig hielt
M) Chronik «an der billige Star uem Coellen. 61) Hontll. ?rc>ärc>ui.
ttä, Fischer, ldk. lüxi. 63) Fischer, Urk, No. X«V.
64) Runtel'sche Urk. c°räeu, I. c.
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