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Der Graf Gcrlach II. von Iscnburg zu Limburg versah noch einmal vor seinem nahen Tode das Rich­teramt zu gütlichen Austragen, in Familicnstrcitigkcitcn, die zwischen den Grafen Gerhard von Dietz und Jo­hann von Nassau und Mehrenberg herrschten. Seine Bürger zu Limburg hatten in ihren Handelsgeschäften von dem Edelknechte Heinrich Specht von Ehrenbreitstein Räubereien erlitten. Der Rauber wurde vor Ge­richt gestellt, und mußte versprechen, daß er nie mehr ihre Kausieutc verletzen oder anfallen wollte '").

Gerlach II. erhielt den Nachruhm, daß er ,,gar tugcndlich und adelig gelebt und sein Leben zu ci< nem seligen End gebracht habe; dann er nicht hundert Gulden genommen hätte, daß er einem armen Man in seiner Küchen ein Hafermehl gefsen hätte, er sollt es ihm dann bezahlt haben '°)."

Sein Nachfolger war fem ältester Sohn aus der zweiten Ehe, Gcrlach III. Von seiner Gestalt heißt es:Er war braun von Antlitz, groß, scharf von Reden, und hatte einen schwarzen Groll und einen 'schwarzen Bart, und war misch und gedorstig ein Ding zu thun '")."

Er versprach bei seinem Antritt den Bürgern zu Limburg, daß er sie bei ihren Rechten und Frei­heiten so lange lassen wollte, als sie dieselben ftlbst nicht überschreiten würden. Sein bald danach mit Phi- lipp's von Falkcnstein Tochter, Elisabeth oder Else, geknüpfte Ehe blieb kinderlos. Zum Witthum verschrieb er ihr das Dorf Scckbach (S. 1242) '?).

Er gcrieth mit dem Erzbischof Boemund von Trier über die Burg Nculangenau in Streit, der bis 1ZF9 dauerte, an dem sein Vetter Heinrich von Iscnburg-Büdingen und Daniel von Langcnau, Thcil nahmen ^°).

Bocmund trug dem Grafen von Isenburg-Arcnfcls Gerlach II., den er zum Amtmann von Mon­tabaur ernannt hatte, auf, die zwischen Gerlach III. von Limburg und dem Grafen von Dietz, und zwischen dem Erzstift Trier nöthigcn Verhandlungen zu leiten. 1357 wies er ihm zu fernerer Verpflichtung ?0N Gulden an. In diesem Jahre verstanden sich die Kämpfenden zu einem Waffenstillstände, und 1359 wurde eine formliche Sühne geschlossen; Gcrlach Hl. versprach Frieden und Freundschaft. Als Gancrbe mit Hein­rich zu Büdingen, Johann von Wcstcrburg und Johann von Nassau, an dem Schloß und Thal Clecbcrg (S. 1278. 128U), stimmte er zu der Trennung einer Capelle von der Pfarrkirche zu Obcr-Clecn ").

Als der Graf Wilhelm I. zu Wicd formlich vermählt war -°°), crthcilre ihm sein Schwiegervater, der Markgraf Wilhelm zu Jülich, urkundliche Verschrcibungen -). Doch diese Unterhandlungen endigte in Kurzem der Tod der Gräsin Johanna, ohne dem Hause Wicd einen Erben zu lassen.

Wilhelm I. schritt' zu einer dritten Ehe, mit Gerlach's II. von Isenburg zu Arcnfcls zweiten Toch­ter Lyfa(S. 1339). Diese Gemahlin gab ihm zwei Söhne: Gcrlach und Wilhelm, und eine Tochter Elisabeth ").

In dem Weihnachtsgeschenke, das Kaiser Karl IV. dem Tcutschcn Reiche mit der goldnen Bulle machte, wurden die Grafen von Runkel und Wcsterburg, als Neichsstände angewiesen, den Kurfürsten von Trier und Köln zu den Kaiserwahlcn das Geleite zu geben.

Graf Wilhelm I. erhielt von dem Kaiser die Erlaubniß, Engcrs zu einer festen Stadt zu erheben. In dem kaiserlichen Diplome heißt es, daßder edel Wilhelm Graue zu Wude vnser vnd dcz heiligen Nomi­schen Reichs lieber gctruwcr mit ernst gebeten, Kaiserliche Majestät wolle crlcuben, daz fu yr Dorfs zu Engers vff dem Nenne gelegen zu coner Stat vnd gemurter vcstcn begriffen mögen. Nu hm wir angesehen, ,nutze, mirglichc, gctruwc Dienste die der Graue vns vnd dem heiligen Reiche dicke, vnvcr- Eben gcgunnen vnd crlcuben um auch fullentliche an dysem Brivc daz sy daz vorgcnante Dorfs und sinen drossenliche hat getan vnd noch tun sol vnd mag in künftigen Zeiten, und han demselben Grauen vnd sinen Begriff vestcn, stirkcn zu cvncr gemurtcn Slat ane ymanö Hindernisse vnd geben wir von vnser Kaiserlicher Gewalt der Gemeinde zu Engcrs vnd dcn Lutcn di darin farcnt vnd da woncnt mit füre ond mit flammen vnd eingesessene Burgere seyn, solichc frcihcit, gnade vnd recht, als vnsere und dez Reichs Etat vnd Burgcrc zu Fridcbcrg in der Wedercubc haut auch wollen wir daz dem Grauen vnd sincm

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94) lünräen I. o. 95) Limb. Chron. 95) Limb. Chron. 97) Wen? Th. I. G. 404.

98) Qua«,, lüuä. äii>I. 'I'. II. Unntli, I^oärcini, 99) We,,k I. c.

!<Xi' Kremer's Jülich -Bcrgschc Gesch. 1) Nemvieder Archiv. 2) Fischer Urk, QI.XXXII.