115

Erben alle yre recht, gewonheite vnd bcsitzunge in aller wyse, als derselbe Grane vnd süne Altvordern der zu Engcrs genossen han behalten. Geben zu Mastricht nach Lichtmcsscn ^).

Ware diese eines einsichtsvollen Fürsten würdige Absicht mit Engers nicht wenige Jahre nachher auf immer vereitelt worden: so würde zwar Neuwied nicht entstanden, die Grafschaft aber in jener für sie noch günstigem Zeit, durch eine Stadt an, Rheine bedeutender, und durch Verbindung mit den vereinigten Rhcin- städtcn, blühender, vielleicht auch gegen crzbischöflichc Ungerechtigkeiten kräftiger geworden seyn. Auch andere Privilegien des Kaisers Karl von diesem Jahre, außer Engers die Dorfer Almcsbach und Nordhofcn*) zu Städten zu erheben, wurden nicht ausgeführt.

Die Nhcinstädte, seit hundert Jahren schon zu gemeinsamer Hülfe in einem Bündnisse, das nach Zeit­umständen lockerer gelassen oder fester angezogen wurde, sahen sich unter Kaiser Karl's IV. Regierung aus verschiedenen Gründen zu erneuerter und größerer Schutzvercinigung gcnöthigt, zu welcher ihnen selbst die goldne Bulle die Erlaubniß gab, sofern öffentlicher Friede, Nutzen und Schirm der Bürger und Leute derVerstrik- kungcn" Zweck war. Der Bund galt thcils die Erhaltung der Handelsfreiheit auf dem Rheine und an seinen Ufern, dcßhalb hatten sich Köln, Bonn, Andernach, Koblenz, Oberwcscl, der großen Tcutschen Hansa (Anza in Kölnischen Urkunden) angeschlossen, theils die Wahrung ihrer Freiheiten und Rechte gegen Erzbischöfe und gegen Karl's IV. Gcldsucht, welche Städte verpfändete, unter vielen andern auch Andernach, und sie dadurch der Ncichsuumittelbarkeit verlustig machte').

In dem Jahre 1359 heißt es in einer Bundesurkundc der Stadt Köln:Wir Burger, Schcffen, Nath und Gemeine, Bürger der Stadt van Kölne bekennen in diesem Briefe dat wir umb trübe guust vnd vruutschaff tuschen vns an allen Syden ind vnscn nagcburcn eine cynunge gemacht. Es werden Dberwcsel, Koblenz, Andernach, Bonn, genannt. Als Zweck der Einigung wird angegeben: sich gegenseitig Recht, Freyhcit genießen zu lassen, sich zu schützen, den Feind einer Stadt als gemeinschaftlichen zu behandeln, mit ihren Rcitgcscllen einander zu helfen. Die Gemeinen - Gcschwornen sollten innere Zwiste richten. Zu je­dem Vrloq sollten die Gcschwornen der Städte zusammen überlegen, wie es am besten zu machen. Köln ver­pflichtete sich 1300 Mannen wohl gewapnet, und 200 Schützen zu Wasser und zu Land, zu Pferd und zu Fuß zu stellen, Bonn 600, Andernach 1000 gewapnet, zu Schiffe, Koblenz 3000. Das Siegel von Andernach an jenem Pergament zeigt ein Weib mit einer Krone, und auf ausgestreckten Händen eine gethürmte Stadtvcstc «).

An dem ersten Märztage 1369 thatcn die genannten Städte zusammen, um das Vorhaben des Erz­bischofs Wilhelm von Köln, auf dem Nolandswörth eine Beste zu bauen, wie es schon 1126 ein Erzbischof vergeblich versucht hatte, zu hindern.

Unter den besonder» Angelegenheiten unserer Grafen in diesen Jahren waren folgende: Johann (lll.) von Sayn mit seiner Gcmal lin Lysa von Jülich, und ihr crstgeborncr Sohn Johann, versicherten ihren Ver­wandten Salcntin von Sayn, Herrn zu Homburg (Engelbcrt's von Sayn En'el, Stammvaters des Geschlechts Sayn-Wittgenstein), daß sie ihr Haus Sayn, Burg und Thal, Dörfer und Rechte, Erbschaft und Gut, nie versetzen und verkaufen wollten. Dicß bekräftigten mit ihren Zusiegeln dieMage vnd Frund" Robin von Iscnburg, Chorbischof zu Trier (S. 1343, 1300), Gcrlach und Valentin, Herrn zu Ifcnburg nebst andern?).

Graf Philipp von Iscnburg-Grcnzau und seine Gemahlin Margarctha (S. 1346) hatten von 1000 1Z,8, Gulden, die sie dem Bruder dieser Grasin, Johann II, von Katzcnclnbogcn geliehen, den letzten Abtrag, den er auf seine Gefälle in Braubach anwies, empfangen «).

Graf Gerlach III. von Iscnburg-Limburg verkaufte seine Voigtei zu Ochtendung (S. 1266) nebst 1Z59, einer Kornrcnte von hundert Maltern, an das Erzstift Trier').

3) Fischer, Urk. IX. 4) Archiv zu Neuw.

5) Hüscher's Sk,z;e einer Kulturgeschichte der Deutschen Städte. ?) Fächer, Urk, llXXXIX. 8) Wcnk, Th. I. Urk. 416.

Neck's Geschichte.

.''«

6) Städtisches Archiv zu Kiln. 9) Lrcnveri Hun^I.

15