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Der Graf Wilhelm I. zu Wicd, Herr zu Isenburg, «freute sich ciucr neuen Vergünstigung des Kai« fers Karl IV., die aber, um ihrer Folgen willen, doch nie mochte geschehen scyn! Der Kaiser gab ihm und sei­nen Erben die urkundliche Erlaubniß "), bis zu 1,500 Mark löthigcn Silbers, das der Graf von dem Reiche zu fordern habe, von Kaufwaarcn, namentlich von jedem zu Wasser oder zu Lande vorbeigehenden Fuder Wein einen alten großen Tornos" zu erheben"). 4261. Gcrlach Hl. befand sich in Frankfurt, und unterschrieb als Zcu>;e die Urkunde, durch welche der

dort anwesende Kaiser das Katharinenklostcr bestätigte "). Indcß ereignete sich unweit Limburg oberhalb Scha- deck und Runkcl an der Lahn, unter Bilmar, eine Gcwaltthat, die das verschiedene Streben der weltlichen Herren, der geistlichen Fürsten, und der Städte, in einem kleinen aber klaren Beispiele zeigte.

Der Graf Philipp von Isenburg - Grenzau baute in der bezeichneten Gegend angeblich, einen Witt- weusitz für seine Gemahlin Margaretha, es war aber zuletzt eine Vurgueste geworden, die er Grctenstein nannte. Sie sollte jetzt eingeweiht werden. Die Bürgerschaft zu Limburg aber, durch diesen neuen Rittersitz des Voigts vonNilmar, für ihre Freiheit und Sicherheit fürchtend, folgte gerne dem Aufgebote ihres geistlichen Herrn, des Erzbischofs Bocmund von Trier, der seinen Coadjutor Cuno von Falkenstein mit Kriegsvolk sandte, um die Oberherrschaft zu behaupten. An dem Einwcihungstagc, da Philipp seiner Gemahlin zu Ehren die Burg voll Ritter und Knechte geladen hatte: erschien plötzlich Euno mit achthundert Gcwapneten von Limburg, die unter Glockengeläut! ausgezogen waren.Da sie darkamen vor das Haus, da legten sie sich nieder, aßen und trunken eins, und stellten sich zu stürmen. Die in der Burg wurffen die feindlichen aus; Cuno wurde in's Gesicht geworfen; auch ein Junker von Runkcl, Heinrich (S. 1846), ward allda geworfen, daß er mehr lange lebte." Die Beste wurde jedoch an demselben Tage genommen, Gras Philipp mit vier lind drei­ßig andern seiner Gaste gefangen, und die Burg zerstört ^). Philipp erhielt zwar in demselben Jahre seine Freiheit wieder, mußte aber mit seiner Gemahlin, und seinem Sohne Eberhard (S. 1354), in einer umständ­lichen Urkunde, die von den Grafen: Wilhelm I. zu Wied, Gcrlach und Saleutin von Iscnburg, Salentin, Gottfried und Johann von Saun, Reinhard von Westerburg, von Rittern, Schöffen und Bürgern von Ander­nach u. f. w. bekräftigt wurde, dem Coadjutor Cuno die Burg Grenzau mit allem Zubehör, mit Herrschaft, Gerichtsleutcn, Gut und Gülten in den Dörfern Rachdorf, Breitcnau, Mcudt und Almcrsbach, zu rechtem ausgiebigen Mannlchcn, übergeben, und sich der Nelehnung von dem Erzstift unterwerfen, so, daß er von der Burg Grenzau und ihren Lehen nichts veräußern, Amtleute, Burgmanncn, Pförtner, Thurmkncchte und Hüter, für Trier vereiden, und nie ^hinfort wider das Erzstift streiten sollte ").

Die Fehde von Grenzau, und wessen Philipp besonders noch beschuldigt senn mochte, hatte den Land­frieden der Wcttcrau gebrochen. Der Erzbischof Gerlach zu Mainz, und Pfalzgraf Ruprcchr bei Rhein, spra­chen eine freundliche Sühne zwischen dem Kaiser und dem Landfrieden eines Thcils, und dem Grafen Philipp »md seinen Helfern andern Theils, so daß Philipp, kraft eines Kaiserlichen Briefs, zwei alte Turnos zwischen Mainz und Köln auf dem Rheine erheben durfte von Fürsten uud Herrn, die auch da Zölle hatten, von jeg­lichem Fuder Weins und anderer Kaufmannschaft, bis er 6,000 kleine Gulden ausgehoben bätte; dafür sollte er Schloß und Beste Vilmar dem Kaiser und dem Reiche öffnen, und als Kaiserliches - und Reichs-Mann- lchen empfangen "). 1363. Die übrigen gefangenen Ritter stellten mir Philipp eine Urphcdc (Eid) aus, daß sie sich, der Ge­

fangenschaft und ausgestandenen Schmerzen wegen, nie rächen wollten. Unter den Zeugen war auch Salen- tin III. von Isenburg ' 6).

Cuno von Falkenstein ward nun Erzbischof und Kurfürst von Trier. Bei seinem glänzenden Einzüge in Koblenz, als diese Stadt ihm, mit Vordebalt ihrer Rechte und Freiheiten, huldigte, befanden sich auch die

10) Alchir zu Ncmricd. 13» ^imburgcr Chronik. 15) Fischer, Urk. Ne, !2XX!V.

1l? Archiv zu Neuw.

1<! Ilo^', II'')!. 1>e?, ?, II, 16^ Iluilii!. II.'5t, 1'rev.

12) 8e:l!-ie:.Ol?!^, 5eloi:t, jur.