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Der hochbejahrte Graf Wilhelm I. zu Wied, Herr von Isenburg, verließ jetzt die Welt; an dem siebzehnten des Julius kam er in Nomcrsdorf unter seinen Vätern zu Ruhe °°). Sein Sohn Gerlach trat nun die Regierung au. Gcrlach's Schwester Elisabeth (S. 1369) ward um diese Zeit die Gemahlin des Grafen Gerhard von Blankenhcim.
Vierzehntes Kapitel-
Von 1384 bis 1454.
1384 Der Kaiser Wenzel übergab dem Grafen Eberhard von Isenburg - Grcnzau (S. b. 1376) das Schloß
und die Veste Vilmar (S. b. 1243, 1250) wieder als Rcichslchcn, Seines Oheims Heinrich Tochter Agneta (S. b. 1332), wurde mit dem Grafen Dicther 1. von Vickcnbach verbunden "). Der Neffe dieser Agneta, Johann II. von Isenburg-Bndingen (S. b, 1376) schloß zugleich ein Ehebündniß mit Margaretha von Kahcn- elnbogen. Aus dieser Ehe waren Dicther und Elisabeth. Johann II. und seine Acltcrn und seinen Oheim Wilhelm (S.d. 1332) Probst zu Limburg nennt eine Abtretungsurkunde über den Ort Norbach, aus dem Jahre 1386 -).
Der Graf Gerlach zu Wied und Salentin I V. zu Isenburg, hatten mit der Gräfin Lyse, Gcrlach's Mutter, und Adelheid, Salcntin's Gemahlin, auf die Güter der Grafschaft Ncuenahr (Nuwcnar), welche die Mutter dieser Frauen, Dcmodis, Gcrlach's II. von Arcnfels Gemahlin, eingebracht hatte (S. b. 133«', 1376), Ansprüche erhoben, nachdem in dem Jahre 1382 der Erzbischof Friedrich von Köln, zu dessen Erzstift die Grafschaft Ncuenahr, als Stück von Lothringen, gehörte, den Grafen Johann von Saffcnbcrg damit belehnt hatte. Nach mehrjährigem Streite, in welchem Gcrlach von Wied und Valentin lv. die Landeshoheit fodcrtcn, und sich auf crzstiftische Verleihungen beriefen, welche das Erzstist nicht anerkennen wollte, entschieden die Näthe
1385. des Erzbischofs, daß den Erben der Grasin Dcmodis die Güter Bcughoucn und Bcntcghovcn zukämen, und der Erzbischof setzte sie in dieselben ein. Es wurde jedoch noch weiter unterhandelt, bis ein Sühnbrief den ganzen
1386. Erbstreit dahin verglich, daß die Wittwc Wilhelm's I., Lyse, ihr Sohn Gerlach, ihre Schwester Adelheid, und deren Gemahl Salentin, sich mit dem Dorfc und Kirchspiel Venghovcn, und mit Benteghovcn, als lebenslänglicher Leibzucht für die schwesterlichen Erbinnen, begnügten, der Graf Johann von Saffcnbcrg und Ncuenahr aber nebst seiner Gemahlin Katharina, sich verpflichteten, nach dem Tode jener Gräfinnen, die besagten Güter mit 2,50U Mark zu lösen ").
Der Graf von Wied, Gcrlach's Stiefbruder, Wilhelm, Probst zu Aachen, behielt beträchtliche Theile, namentlich den Eppstein'schcn, an Virncburg verkauften, und von seiner Mutter Agucs wieder beigebrachten Theil der Grafschaft Wied; daher handelte er als regierender Herr. Er und Salentin IV. traten im Sep« tember 1 !;86 zwar dem erneuerten Landfrieden bey ^); bald nachher aber nahm Wilhelm selbst an einer heftigen, den Landfrieden brechenden Fehde Anthcil.
1387. Als nämlich der Graf Engelbert von der Mark, im Bunde mit dem Erzbischof Friedrich Hl. von Köln, dem der Kaiser Karl IV. die Stadt Dortmund für seine Stimme zur Kaiserwahl Wenzcl's verschrieben hatte, ein Bclagcrungshecr wider diese Stadt,sammelte, die ihre Freiheit in ihren starken Mauern zu verteidigen entschlossen war! so führten dem crzbischöflichen Heere ihre Hülfshauscn zu: die Grafen Otto von Tcck-
60) Günther, Nomcrsdorf. 1) I^niss. 5oc!. <^ l'- 1- Wenk, Th. I., D. 45a.
2) Fisch>>>, Uvk. 0XII. 3) Grzbischbft. Archiv zu Köln. Fischer, Urk. «11.
4) Mu«. .UNer. 1'. 31. NllLkerlin. ^uillecw,
