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Augustincrmönche wurden auch in das Kloster des heiligen Antonius, gemeinhin Thönesstein (auch Dönstcin) genannt, eingeführt, welches in dem Jahre 1494 unter Andernach, zwischen dem Rhein und dem Lacher See, in einem schönen Waldthale auf Felsengrunde erbaut wurde. Den Anlaß zu diesem Bau sollen die Bewohner des nahen Dorfes Kell gegeben haben, welche langer als hundert Jahre vorher, an dem Sauerbrunnen des Antoniusstcins Wasser schöpfend, oft Lichtflännnchen zu sehen geglaubt, und der Ursache nachforschend eine Bildsaule der trauernden heiligen Jungfrau gefunden hatten. Dieses Bild wurde daselbst heilig verwahrt, und wegen zahlreicher Besuche von Fremden ein Bethaus mit einer Wohnung für Augustiner erbaut ^).
Wie die Stadt Andernach wider den Erzbischof von Köln, so empörte sich Boppard gegen den Erzbischof Johann II. von Trier, um ihre Selbstständigkeit wieder zu erringen, die sie durch Verpfandung an Bal- duin unter den: Kaiser Heinrich VII. verloren hatte. Der Erzbischof Johann bot seine Lehnsmannen aus. Solms, Sayn, Westerburg, Isenburg stellten Mannschaften. Graf Verlach lll. diente als Hauptmann mit seinem Bruder Salentin (S. 1458) in dem crzbischöflichcn Belagcrungshccre vor Boppard. Diese Beste wurde mit grobem Fcucrgcschütz beschossen, und mußte sich nach zwölf Tagen ergeben ").
Zwischen dem Hause Wied und den Rittern Adolph Quad zu Isengarden und Bertram von Nessel- rode wurde eine, seit 1494 gepflogene, Unterhandlung beendigt, nach welcher Wied in Adolph's Stcrbefalle gegen Erlegung von 250 Goldgulden desselben Hof zu Hcddesdorf, und für 125 Gulden einen Theil seiner Zehnten zu „Sechtcndorf und Bicvcrn" crbeigenthümlich haben sollte. Die Herrn von Quad und Nesselrode waren noch lange Basalten von Wied. Darauf ließ der Graf Johann seinen geistlichen jüngsten Bruder Friedrich (S. 1477) durch das Archidiakonat zu Dictkirchen in die Pastorei Hcddesdorf einsetzen "); die kirchlichen Amtsverrichtungen aber wurden, wie gewöhnlich, von gcringdcsoldetcn Dienern besorgt.
An Johann III. zu Wied, als an die nächste Behörde, berichtete der Abt Gottfried zu Steinefeld einen von dem Gcncralkapitcl des Ordens zu Prämontre empfangenen Auftrag, daß der Graf zu Wied nebst dem Junker zu Isenburg und dem Abt zu Arnstcin, das Kloster Romcrsdorf, weil es von jenes Grafen Voräl- tcrn gestiftet und begabt worden, untersuchen möchte, um dessen böse Sitten auszutilgen ").
Im Frühling des Jahres 1502 starb der Graf Gerlach I I. von Isenburg - Grcnzau. Seine Söhne Gcrlach III. lind Salentin schlössen sich jetzt an einen Verein mehrerer Herrn in den Tricr'schen Landen an, der sich künftighin keinen Erzbischof ausdringen lassen, sondern nur nach freier Wahl ihn anerkennen wollte. Gerlach III. vermahlte sich mit einer Gräsin von Saarwcrdcn Anastasia, die ihm sechs Sühne gab: Heinrich den älteren, Johann, Arnold, Gerlach, Bertram, Wilhelm, und eine Tochter Franciöca. Sein Bruder Salentin erhielt zur Gemahlin Elisabeth von Hunoldstein, und ward mit ihr Vater der vier Söhne: Anton, Salentin des Jüngeren, Heinrich des Jüngeren, und Wilhelm, und von drei Töchtern: Iohannette, Anna und Jutta. Salentin erhielt Hunoldstein pfandweise, nannte sich Herr zu Isenburg, und von seinen crheirathcten Gütern Herr zu Ncumagen und St. Iohannesbcrg (an der Mosel), zu Broich und Sechtcndorf, hatte seinen Familiensitz zu Neumagcn, hielt sich aber späterhin, als Amtmann zu Psalzel, oft an dem Tricr'schcn Hofe auf. Er ward auch Nitterrichter des Ortes in dein Hcrzogthum Luxemburg.
Der vierte dieser Brüder, der jüngere Wilhelm (S. 1458), war Ritter des Tcutschen Ordens. Die drei ältesten, Gcrlach III., Salentin und der ältere Wilhelm, machten nun eine Theilung, mit allen Erbpfandschasten, was jeder von ihnen und ihre Erben für sich und in Gemeinschaft haben sollten. Nach dieser Muthschaar sollte der älteste, Gcrlach III. sich schreiben: Herr zu Isenburg und Grcnzau, und die Herrschaft Isenburg, das Schloß Isenburg „das alt gehauße genannt, das Fraucnhauß und Thal
4?) r^rnss. c!e1«n, QuI. ?, XXX. Die edle Quelle wurde in dem Jahre 1700 unter dem Kurfürsten Joseph Clemcni von Köln in Marmor gefaßt, und mit einer Säulenhalle üderschirmt, und neue GebHude für Kurgaste entstanden. Das Tönnsteincr Wa ser wird seit jenen Zeilen verführt.
48) Nc>n»,I». iiist. 'Irev, ?. II. Stork, Darstellungen aus dem Preußischen Rhein, und Moscllande, B. I.
49) Ncuw. Archiu.
1497,
1499.
low.
1502.
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