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tcn, die seit dem neuen Auflebe!, der Wissenschaften in unserm Umkreise gelebt haben, bedarf es weder hier noch in der Folge einer besondern Erwähnung.
Das gemeinsame Bildungsmittcl unseres Volks, die Tcutsche Sprache, in welcher unter den Urkunden unserer Geschichte die der Gräfin Mcchtild 1283 eine der ersten ausgedrückt ist, wurde in dem vierzehnten Jahrhunderte von den Meistersingern geübt, die als friedliche Bürger und Handwerker in poetischen Zünften vereinigt, wahrend es um ihre Stadtmauern stürmte, harmlose Lieder bauctcn, die, nebst den früheren der Minnesänger, in unfern Gefilden an der Lahn und am Rheine, manche Sorge und Roth der Zeit verwinden halfen. Stellen aus solchen Volksliedern hat die Chronik von Limburg aufbewahrt.
Was in dem vielfachen Elende dieser Zeiten von wissenschaftlichen Dingen vorzüglich noththat, die Heilkunde, wurde noch sehr vermißt, obgleich der Erzbischof Balduin gegen die Mitte des vierzehnten Jahrhunderts auf Anstellung geprüfter Acrzte drang.
Desto stärker herrschte der Hang zu angeblich geheimen Wissenschaften, zu den Thorheitcn der Alchy- ie und der Astrologie, nicht nur in diesen Jahrhunderten, sondern auch in dem folgenden Zeitabschnitte.
Der Alchymie ergaben sich die Erzbischöfc Werner und Johann II. von Trier, und ihnen ahmten manche Herren nach, die, um unedle Metalle in edle zu verwandeln, große Summen verschleuderten. Weniger kostspielig war die Stcmdeuterci, die seit den ältesten Zeiten so viel Anziehendes für den menschlichen Geist gehabt hatte, und mit der achten Sternkunde innig verwebt, eine Lieblingsbeschäftigung auch höherer Personen blieb bis in die neueren Zeiten. Aber schon der Erzbischof Balduin verbot die astrologischen Deutungen menschlicher Schicksale.
Bei der Unwissenheit in den Gesetzen der Natur, und den verborgenen Ursachen ihrer Wirkungen siel jeder Naturforscher und Freund der natürlichen Magie in den Verdacht der Zauberei und Verbindung mit bösen Geistern. Dicß widerfuhr am Ende des fünfzehnten Jahrhunderts dem Grafen Johann von Wcsterdurg, einem Schüler des gelehrten Johann von Trittcnhcim.
Und doch waren die Lehrer der klösterlichen Volksschulen, meistens von den Bettclmönchsordcn der Dominikaner und Franziscaner, weit entfernt, den gemeinen Menschen durch Erleuchtung des Verstandes, und durch christli6)e Gottcscrkcnntniß, vor dem gräßlichen Aberglauben zu bewahren, der auch in diesen letzten Zeiten des Mittelalters die Einbildungskraft der Sterblichen desto mehr erhitzte, je armer sie an hellen Neli- gionsüberzeugungen blieben, und ihre Frömmigkeit nur in strenger Befolgung kirchlicher Satzungen, oder in dunkeln Gefühlen und schwärmerischen Ahndungen setzten. Uebcrall spukten Mächte der Hölle.
Aus England und Frankreich verbreitete sich über das weibliche Geschlecht, besonders der unteren Klasse, der Ruf der Hererei, und der Buhlcrei mit dein Teufel, und mit seinen Geistern mußte Jedermann m Verbindung stehen, der sich durch angestaunte Künste und freies Denken auszeichnete. Der Beförderer der Vuchdruckcrkunst, Faust in Mainz hatte dem Teufel in Gestalt eines Pferdes oder Hundes bei sich, und ward im Tode seine Beute. Das Volk maß auch dem Vorgeben eines alten Mannes von Köln, Friedrich Holstuch oder Tilc Kolup, Glauben bei, daß er der wicdcraufcrstandenc Kaiser Friedrich II. wäre. Er brachte die Umgegend von Köln in Bewegung 1284; der Erzbischof von Köln, Siegfried von Wcstcrburg, ließ ihn aufgreifen, am Rhein herauf nach Wetzlar führen, wo ihn der Kaiser Rudolph zum Feuer vcrurtheilte ?).
Menschen, in Wölfe verwandelt, Mährwölfe, sah man am Niedcrrhein umgehen. Unbegreifliche Unglücksfälle im häuslichen Leben, in der Viehzucht und im Ackerbau, wurden Zauberern und Hexen zugeschrieben, und der Papst Innoccntius VIII. befahl 1484 und 1489 nach förmlichen Processen über Unglückliche, die solcher Teufclskünste beschuldigt waren, ihre Verbrennung. Die Rhcinlande beschimpfte überhaupt der Ruf der Hexerei und deren grausame Verfolgung.
Der Scheiterhaufen verzehrte auch Schwärmer und Ketzer in dem Erzstift Trier. Nach der großen Pest 1349 giengcn Selbstgeißlcr von jedem Alter und Stand umher, die jedoch schonender behandelt wur-
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