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und scharfe Mandate wider die ungehorsamen Einwohner. Das Kirchspiel aber und die Abtei Romersdorf stützten sich auf ihre Gerechtsame, die sie 1350 gewonnen hatten, und suchten bei dem Erzstift Trier nicht ver­gebens um Schutz an.

Auf Braunsdcrg starb zu Ende des Mai's des Grafen Johann III. und Hermann's Oheim Johann (S. 1427. 1492), und wurde, zu Romersdorf begraben "). Seine Nichte, die Gräfin Iohannctte zu Sann, machte nun Ansprüche auf einen Anthcil von der Herrschaft Nunkcl, wurde aber von Rechtswegen zurückge­wiesen (S. 1488) ").

Der Erzbischof Hermann wollte nun, was ein jeder neue Erzbischof dem Herkommen zufolge thun mußte, seinen feierlichen Einritt in Köln halten. Zuvor aber hatte er sein Pallium und die päpstliche Bcsta- tigungsbullc der Bürgerschaft vorzuzeigen und ihre Freiheiten und Rechte anzuerkennen. Darüber waren aber Irrungen undSpennen" zwischen Hermann und dem Rath und der Gemeinde entstanden, so daß der Kai­ser in dem folgenden Jahre dem Erzbischof Richard von Trier die Untersuchung auftrug. Als dieser für Her­mann's Einrittsrecht entschieden hatte: so befahl der Kaiser der Stadt, ihrem Erzbischof den Einritt zu gestat­ten, und den Eid der Treue zu leisten; im Weigerungsfälle drohte er ihr mit Acht, Obcracht und Verlust ihrer Rechte und Freiheiten. Dieses gab der Kaiser auch dem Erzbischof zu wissen (aus Brüssel d. 26. April 1522); der Anfang des kaiserlichen Schreibens lautet: Dem Erwirdigcn Hermann Ertzbischoss zu Collenn, des heili­gen Römischen Reichs zu Italicnn Ertzcanzler unserem lieben Neuen vnnd Churfürsten :c. Bei dem nun erfolgenden Einritte begleiteten ihn acht Edelknaben in seidenen Röcken von der erzbischöflichcn Farbe, wcl« che das Pallium, das kaiserliche Privilegium über die Regalien, die päpstliche Consirmation, das kostbare Schwert, welches die Domschatzkammcr noch aufbewahrt, und andere Dinge, trugen; zu dem Zuge gehörte ferner das erzbischöfliche Silbergeräthe, Krüge, Taftlmesser, Kleidung u. s. w. Von Speisen und Wein, die an diesem Tage verzehrt wurden, sind noch große Verzeichnisse vorhanden ").

Wider den Erzbischof Richard von Trier brach in demselben Jahre ein Krieg aus, dessen Urheber der machtige Franz von Sickingen war. Verschiedene Ursachen bewogen ihn zu diesem kühnen Unternehmen. Auf erzbischöfliches Aufgebot zogen die Grafen Valentin und sein Bruder Wilhelm von Iscnburg-Grcnzau (S. 1502), Johann von Iscnburg-Büdingen, Bernhard von Nassau, Philipp von Solms, mit Kricgshaufen heran; die Stadt Koblenz stellte beinahe ?U0 Mann, Mayen, das Amt, 60. Uebcr diese gcsammte Kricgs- schaar setzte Richard den Grafen von Isenburg - Grenzau Gcrlach III. (S. 1497. 1502) zum Anführer. Der größte Theil derselben bestand jedoch aus ungeübten Jünglingen; Gcrlach konnte daher kein offenes Treffen wagen; aber seiner einsichtsvollen Vertheilung und Benutzung der Mannschaft verdankte die Stadt Trier ihre Verthcidigung und das Erzstift die baldige Entfernung des Feindes. Der Erzbischof selbst eilte nach Trier und setzte Bürger, Geistliche, Nonnen in Thatigkcit, zur Erhaltung der Stadt. Eine auserlesene Anzahl von Rit­tern und Leichtbewaffneten ward zu Ausfällen bestimmt. Um dein anrückenden Feinde die Lebensmittel um Trier zu schmälern, zerstörte der Erzbischof die vollen Scheuern der Abtei St. Marimin, und überließ sie der Plünderung des niedrigen Volks. Am achten Scptcmbcrtagc rückte Sickingen mit 8000 Fußgängern und 600 Reitern ^) vor die Stadt Trier, und, nachdem er sie vergebens zur Ucbergabe aufgefordert hatte, be­schoß er sie mit schwerem Geschütz, fand aber muthigcn Widerstand. Der Erzbischof Hermann von Köln sandte ein Rcitergcschwader bis Andernach, ließ jedoch seinen Bruder, den Grafen Johann III. zu Wieb, und Wilhelm von Nucnar, in Sickingen's Lager und zu Richard reisen, um einen Frieden zu vermitteln. Ri­chard aber wies alle gütliche Vcrglcichung ab, besonders Hermann's Vorschlag, den kriegskundigcn und tapfe­ren Edelmann mit einer Geldsumme abzufinden. Inzwischen hatte Sickingen Briefe an Pfeilen in die Stadt werfen lassen, um die Bürgerschaft für sich und wider den Erzbischof zu gewinnen. Nach diesen fruchtlosen Bemü-

1522,

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10) Seine Abbildung auf dem Grabstein, s. Fächer N, IV.

11) Fischer Z, 74i, und Urk. N, cllXXIX. IL) Erzbisch, Archiv zu Köln.

1Z) Andere geben 10,000 zu Fuß und 5,000 zu Pferde, ja 17,000 Füsier und 4,000 Reiter an.