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durch die wahren Mittel zu heilen begehre. Es scy nicht zu bezweifeln, daß überall, vornehmlich in Teutschland, viele Fromme mit anhaltenden Bitten und Thrancn flehten, daß Gott endlich einige Lenker der Kirchen von ausgezeichnetem Ansehen erwecken möchte, welche die Sorgfalt trügen, daß die Kirche von ihren vielen alten Irrthümcrn gereinigt, und nach neuen Mißhandlungen, die sie von Fürsten erlitten, und man- nichfachcn Entzweiungen, wieder beruhigt und gestärkt werde. Sehr viele Fürsten und Bischöfe übten nicht nur in'sgchcim gegen Frommgesümte eine Grausamkeit, die des christlichen Namens höchst unwürdig sey, sondern drohctcn schon den Evangelischen öffentlich einen verruchten Krieg. Daraus werde für die Kirche und für Teutschland Verwüstung erfolgen, wenn nicht die Mäßigung Einiger diese Anschlage hinderten. Er lobt den Kurfürsten, daß er an dem Bündnisse der Katholischen zu Nürnberg gegen die Evangelischen keinen Anthcil genommen (S. 1538 d. IN. Iun.), bittet, daß er auf seinem hohen Posten der Kirche und Teutschlands die Sorge für Kirche und Vaterland übernehmen möchte; das Vaterland habe jetzt ächt Teut- sche Fürsten nöthig, die, wie vormals, unabhängig von dem Papste, zum allgemeinen Besten, Concilien hielten. In Betreff einer Religionscintracht, die der Erzbischof nach des gelehrten, frommen und beredten Mcdmaim's Aussage wünsche, sey eine solche zu suchen, welche die Wahrheit nicht wieder verfinstere, alte Irrthümer nicht durch listig erdichtete Beschönigungen befestige, wie es in dem Handbuche Groppcr's geschehen sey u. f. w. °5). 154«. In dem folgenden Jahre begab sich Hermann mit Gropper, dem er immer noch redliche Gesinnungen
für die Kirchenvcrbcssenmg zutraute, nach Hagenau, wohin der Römische König Ferdinand Fürsten und Neli- gionsgclehrtc berufen hatte, um über die abweichendsten Lehren der beiden Kirchcnparthcien eine Verständigung zu veranlassen. Hier lernte Hermann den gelehrten evangelischen Theologen Martin Buccr von Strasburg, kennen "!, faßlc Ziitiauen zu ihm, und bat ihn, und den O. Hcdio, nach Bonn zu kommen. Das Religionslos, gespräch wurde in dem nächsten Januar zu Worms, dann in Rcgcnsburg fortgesetzt. Die wohlcingelcitete Unterhandlung aber zwischen den Gelehrten Gropper, Pflug, Eck von katholischer, und Mclanchthon, Bucer, Pi- storius, von evangelischer Seite, wurde, nach Mclanchthon's unwidcrlcgter Behauptung gegen Eck, die Messe sey Abgötterei, von dem kaiserlichen Nathe Granvclla, aufgehoben. Den katholischen Fürsten aber wurde nach des Kaifers Willen, und sogar von dem päpstlichen Legaten aufgetragen, in ihren Sprcngeln eine Kirchenver- bcsscrung zu treffen ° ?).
Darauf versammelte Hermann den ersten September seine Unterbchördcn zur Bcrathschlagung, richtete aber mit ihnen nichts aus. Er berief nun den Doctor Bucer von Strasburg, den ihm Gropper noch besonders empfohlen hatte; Buccr kam zu Ende des Jahres, und reiste nach mehreren Gesprächen mit dem Erzbischof, und mit dem Versprechen wieder ab, in dem folgenden Jahre wiederzukommen °' >. 1542. Wegen des Türkcnkricges bestätigte der Römische König Ferdinand den Protestanten einen fünfjähri
gen Neligionsfricdcn. Für diesen Krieg ließ der Kurfürst von Trier Johann IV. durch seinen Generallieute- nant, Grafen Heinrich von Isenburg - Grenzall (S. 1538), eine beträchtliche Mannschaft anwerben. Die Reiterei derselben führte Georg von der Leyrn nach Ungarn; ein großer Theil der Tricr'schen Schaar kam aber an den Ungarischen Gränzcn um, ohne dem Feinde viel geschadet zu haben ").
Mancher Teutsche Fürst, der seinem Lande die evangelische Wahrheit gönnte, benutzte diese Zeit innerer Ruhe. Der Pfalzgraf Otto führte die Reformation in dem Fürstenthum Ncuburg ein. Hermann erhielt, auf seine neue Einladung an Bucer, von diesem den 2ten März aus Spcier die Antwort, daß er noch abgehalten werde ^°). Bucer meldete indcß dem Kurfürsten von Sachsen, und dem Landgrafen von
55) 8ecKonä. I. c. I.. I!I, 8cr, Z7. §. 107.
25) Der anfangs Luther's, dann Zwingli's Anhang«, Hofprediger te« Kurfürsten von der Pfalz, dann Lehrer auf
mehreren Universitäten war, zi-Ietzt ftit 1549 in Cambridge, wo er 1551 starb. 57) Lleiä^n. lüoniinent. äe «r<Uu reÜA. 1^. X. 58) seckeuä. 1, o.
59) Lroneri ^nnal. 1>ev. 69) Archiv zu Neuwied.
