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Hessen, welche gute Absichten der Erzbischof von Köln hege; er müsse aber aufgemuntert werden, da sein Alter ihn schlaff mache.
Am sechzehnten des Julius errichtete Hermann für seine Neffen Johann IV. und Friedrich, den Jüngern, eine neue Vergleichung, laut welcher Johann nach dem Tode seines Oheims Friedrich, des Acltern, die Herrschaften Runkel, Isenburg, Dicrdorf, das Amt Altwicd „unser vnd vnscrs Ertzstiffts Colin cigenthumv vnd Ir pfandtschafften mit allem In- vnd Zugchor, auch alle deren zugehörigen lehen, Pfandtschafft, Erb- Ncnthen, Zynscn vnd allen Zugefallen" u. s. w. besitzen, und Friedrich, der Jüngere, das Haus und die Herrlichkeit Olbrück, soviel Hermann und sein seliger Bruder Johann III. davon für dessen Sölmc erkauft, erhalten. Johann IV. sollte seinem Bruder jahrlich 100 Malter Haber an das Fahr, gegen Andernach über, liefern; Hermann wollte diesem jahrlich 2Ull Goldguldcn zukommen lassen, und nach des Erzbischofs 3odc sollte Friedrich die auf diesen gestellte Vcrschccibuug von 2,000 Ducaten Iahrgcld allein inne haben und genießen. Sollte sich's aber begeben, daß jene 2,000 Ducaten zurückgehalten würden: so sollten Johann und seine Erben an Friedrich jährlich noch 300 Goldguldcn aus den Einkünften der Herrschast Iscndina, überantworten. Widrigenfalls sollte Friedrich zu seinem brüderlichen Anthcil schreiten, und auch den Theil an der Herrlichkeit Olbrück, welchen itzt „Thongus Waltpotten" Kinder inne hatten, „vnd wir vnd vnscr Brudcr seliger lauge Zeit darumb in Fordrung gcschwebdt vnd noch auch ougccndet thut hangen," sobald er gewonnen sey, allein inne haben; dann sollten aber die 300 Goldguldcu Reuten von dem Nunkcl'schcn Hause zu Isenburg nicht mehr an Friedrich fallen. „Suust sollen bcde gcbrudcr in Nath, hilff, ab vnd zureittcn sich gcbrudcrlich vnd frcuntlich gegen einander halten vnd crzaigen, das einich zwytracht vnd onci- nigkheit nit gespurt, sunder vnser Voraltern vnscr vnd vnscr gebruder von Got verordneter cinigkheit anhangen" u. s. w. °").
Hermann's Brudcr, der Domküstcr uud Probst Friedrich, stiftete iu die einzeln gelegene und von Wallfahrten besuchte Krcuzkirchc unweit des Dorfes Mclsbach, eine Summe für die Armen dcr Kirchspiele Hcddesdorf, Bicbcr und Fcldkirchcn, wclche eine, vierteljährlich in dcr Krcuzkirchc zu haltende, evangelische Predigt anbören würden. Die Urkunde auf Pergament «2) wurde 1544 ausgefertigt, daß in dieser frommen Stiftung kein Unterschied zwischen rcformirtcn und lutherischen Evangelischen gemacht wurde, versteht sich von selbst. Dieses Vermächtniß datiert noch unter dem Namen der Krcuzarmengüter zu Hcddesdorf, fort,
Im November schrieb dcr Ncligionsgclchrte Doctor Hcdio aus Strasburg an Hcrmann: cr wünsche dcm Kurfürsten Stärke und viel Heil in Christo zu dcr anzufahcndcn Rcformcition. Er und Buccr scoen zw,n nach Köln ciugcladcu, um an der Reformation arbcücn zu hclscu, könnten adcr nicht wobl eher, als in> Sommer ein und zwei Mouate abkommen. Der Kurfürst wolle seine gute Sache Gott
befehlen ^).
Der Kurfürst von Sachsen und dcr Landgraf von Hcsscn crlicßcn au Hcrmann Glückwim-
schungsschrciben. Dcr lctzte scbricb im Januar von Kassel aus au Hermann: „er freue sich, durch Buccr zu vernehmen, daß er r/ie Reformation einführen wolle; cr sollte sich nicht schröcken lassen, sondern auf Gottes Beistand vertrauen; cr fördere ja das Werk des Hcrru «-)." Hermann danktc in einem Gegen- schrciben vom 16tcn März, und versicherte: „Wir suchcu uicbts, als die Ehre des Allerhöchsten, uud die Wohlfahrt, Heil uud Seligkeit unscrs Nächsten, uud nicht uus." Dcn Kurfürsieu von Sachsen l^ttc cr cun 15cen des Januars schriftlich ersucht, ihm dcn weisen Melanchthon auf einige Zeit zuznscndc» "). Buccr war noch im Dccember 1542 auf dem crzbischöflichcn Schlösse Buschhovcn bei Poppelsdors eingetroffen "hatte am siebzehnten die erste Predigt in Bonn gehalten, und setzte auf Hcrma»n's Befebl seine Vorträge im Frühjahre fort. Im März berief der Erzbischof sciuc Stande, ausgenommen die Geistlichkeit, nach Bonn, um mit ibnen eine heilsame Verbesserung zu bcrathen und zu betreiben; diese aber überließen
6!) Fischer, N. llllXV. Lö) Archw zu Neuwied.
62) Archiv zu Neuwied. 64) Lllclveuä, I. o.
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