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bei werden die rechten, großen Hauptsünden vergessen. Wenn man sich von Gott abwendet, wie leider lange Zeit gesckcben: so kann man gar nicht wissen, was Sünde sey; wir martern und plagen uns und andre Leute, mit falschen, erdichteten Sünde». - Bilderdienst ist wider das erste Gebot. Patrone, Fürsprecher, Hciligengebeine, geweihte Kerzen, Vertrösten auf das äußere Werk des Sacramcnts, :c. ist wider die Ordnung Gottes. Die Einigkeit der Kirche besteht in Eintrachtigkeit der Lehre deb Evan- aelii, in gleichem rechten Gebrauche der nothigen Sacramente, die Christus eingesetzt hat, in Gehorsam «eaen das Amt des Euangelii in allen Stücken, die göttlichen Befehl haben. - Wenn man Vergebung der Sünden bittet um der Heiligen Verdienst willen, die Heiligen anruft, daß sie stirb,tten, imd selbst helfen sollen lc., dieß ist Mißbrauch des Gebets. Vildcruerehrung verführt das Volk zu ^rrthum, Aberglauben, Abgötterei; man soll sich nicht vor ihnen neigen.Wendet eure zeitlichen Guter für die lebendigen Bilder Gottes an, die Armen zu kleiden u. f. w. - Das Abendmabl ist Gedachtniß und Gemeinschaft des Leibes und Blutes Christi. Brot und Kelch sind, nach Christi Verordnung, Allen zu geben Der Herr giebt ihnen seinen Leib und sein Blut, daß er in ihnen, und sie in ihm, ewig blei­ben und leben sollen, damit sie immer vollkommncre Glieder werden, alle Hülfe bei ihm suchen und ein­gaben Diese Übergebung und Empfahung des Leibes und Blutes Christi ist ein himmlisch Werk, Handlung des Glaubens, alle fleischliche Gedanken also sollen von diesem Gcheimniß ferne !")". Die Messe ist als Gedachtniß des Opfers Christi anzusehen, nicht als Opfer seines Leibes. Miß­brauch des Sakraments ist sein Umhertragen ic. In der Beichte ist niemand zur Erzählung seiner Sünden zu nötbigen; ein demütbiges Bekenntniß, Bitte um Trost und Räch, soll den Reuigen zu heil­samer Erinnerung dienen, Der Vaun ist Ausschließung aus der Kirchengemeinschaft, von der Teil­nahme an Communion, Taufen, Trauungen in der Kirche, nicht mit bürgerlicher Strafe verbunden, wenn das weltliche Regiment den kirchlich Ausgeschlossenen frei laßt. Der Bann erfolge, wenn der Anstößig­lebende dreimal von dem Geistlichen und seinen Gehülfen, dann auch von dem Superintendenten verge­bens gefodert und ermahnt worden ist. Der Predigt aber soll er beiwohnen. Seine Mitchristen sollen ihn in uuuöthiger Gesellschaft meiden, ihm ihr Betrübnis! bezeugen, und ihn nicht zu Grabe begleiten, wenn er im Bann stirbt. Der sich Bessernde soll öffentlich vor dem Altare absoluirt werden, und d,e Verordneten als Zeugen seiner Zusage dabei stehen. Durch Gerichtszwang soll d,eß g°>stl,che Gericht von Mißbrauch des Kirchenbanns abgehalten werden. Um bürgerlicher Schuld willen soll rem Kirchen­bann verhängt werden. Priesterlich Amt ist: Evangelium predigen und die Sacramente recht reichen. V^iscköie Nnd Aufseher, daß man bei rechter Lehre bleibe. ..... .^

ist «lle Obrigkeit schuldig, weil Gott will, daß das Volk die heilige Schrift lese vrstehe, befolge uud erhalte; auch audere nützliche nöthige Künste, Gottes Gaben, zur leiblichen Notbdur t uud zu weltlicher Negierung. sind der Jugend zu lehren, damit es gelehrte Leute gab^, zur Realen» a nöthig.Daher befehlen wir, daß in jeder Stadt, groß oder klein, eine lateinische Schule, für die jungen Knaben, nothdürftiglich. nach gelegenheit jedes Orts, bestellt werde - damit d,e Lehrer, Mit Weimer Beschwerung des gemein mans, ihren Unterhalt haben mögen, wollen w,r etliche v.careven n d vre enden dar;., ordnen; dabei sollen aber die kuaben, so nicht bettlen, ,ahrl>ch auch emen stimm­ten Lobn geben, den der Schulmeister mit seinen Dienern gleich theilen soll An guter ordming m der Schul ist viel uud merklich gelegen. Leseordnung: Lesen, Schreiben; das Vater «nftr, der Glaube, die <elm Gebote; der Donatus; die Regeln der Grammatik mit großem Ernst durch alle Elasten einzu­bilden den Cato, Aesopus, die kleinen Episteln des Cicero, Dialogen des Erasmus, erpon.ren; Au,atze n3n; Tere us und Viegilius zu lesen. Die vierte und höchste Klasse M/"e.n reden, D.alect.t und P osodie lernen; die Metamorphosen des Ouidius, d.e Episteln äe ^nw, und (2i«>o 6. « . 5,«« zu lesen; Verse zu macben;ein jeder nach seinem vermögen, denn solche arbe.t macht gute Grammatieos. Unterrlcht von den Figuren und aller art zu reden. Alle Wochen zwo Stund.m d.e griechische Grammatik zu lehren, den Phocylides und Hesiodus zu erpomren. . O.ewe.l aber die Schu­len zu Gottes Erkentnuß, Christlicher zucht. Pflanzung und erhaltuug der einigen wahren Rel.g.on fur- ehmlich dienen sollen: o befehlen wir, daß man in allen Schulen, alle Wochen, den M.twoch ur ei­nen feiertag halten, doch also, daß man daran die jungen im Katechismo lehre u»d verhöre - ihn der inacnt also erklare, daß es zu rechter Gotteserkenntnuß und einigkeil m der Kirche diene. Auch soll der Schulmeister die größern knaben, zu bequemer zeit im jar, zur Communion erm^nen. und sie

«vor unterweisen. Die größeren sollen das Sonntagsevangelium erpomren. - Den Sonnabend seil der Schulmeist r mit der Musica zubringe», also, daß man Zu gelegeneren preeepta Mustces lehre.

>nd?anac die gesenge, so man in der kirchen singen würdt; dann der Sc u me.ster und d,e ,ugem soll in der kirchen den Chor halten. Es soll des singens auch nit zu gar v.el sevn, das die stud.a da-

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