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durch nit verhindert werden. So stehet es mich ernster in der Kirchen, so das singen nit zu mancherlei und nit zu gar lang ist,"

Wir sind bedacht, eine Schola Theologie« zu Bonn zu ordnen, darin etliche Lectores nach gcle- genhcit wohnen, und sol da en gemeiner tisch, wie sonst in Universität gewöhnlich, angericht werden, dazu wir auch für etliche arme knabe» etwas zu verordnen gedenken :c," Dom-Eapitcl, Stifte sollen blei­ben Alles zu Singende, zu Lesende in der Kirche, soll aus der Schrift genommen, tcutfch vor der Ge­meine lateinisch vor dem Dom-Eapitel, geschehen. Dompropst und Archioiakonen sollen Kirchen und Schule» fleißig untersuchen, der Domdechant soll auf die Ordnung des Gottesdienstes achten.

Verbesserung der Klöster. Die Aufzunehmenden sind nicht mit Gelübden zu beschweren, nur daß sie geloben, sittlich zu leben, fleißig der Lehre obliegen, um Prediger werden zu können. Die dazu und für das Klosterleben ungeschickten sollen mit einer Beisteuer frei gelassen werden; die bleiben, sollen ge­wöhnliche Kleider tragen. Auch den Frauenklösiern sind keine Gelübde auszulegen; die Aufgenomme­nen nicht von der Verehlichung abzuhalten. Es sollen aber nur solche ausgenommen werden, die keine Versorgung, deren Aeltern zu viele Kinder haben :c. Freie weltliche Iiingftauensiifte sollen bleiben. Auch der Eeplcr- und Veggarlhen -Orden soll bleiben; denn sie sind am nächsten bei der wahren Mün- cherei blieben, haben srei bei einander gelebt, Schulen gehalten, leiblich gearbeitet, Kranke gepflegt, zur Begräbnis! gedient u. s. w." Das seltene Buch befindet sich in der hiesigen Fürstlichen Bibliothek. Zweite Anmerkung: Der Erzbischof Hermann gedachte weder eine lutherische, noch eine zwinglianische oder calvinische, sondern eine evangelisch - einfältige Kircheneinrichtung, ohne dogmatisch-einseitige Vcgriffs- zuschnitte in Glaubensgcgensianden, die über menschliche Vcrstandesabgrenznng erhaben sind, und zwar dergestalt herzustellen, daß die alten Gottes unwürdigen Gebräuche abgeschafft, die katholischen Kirchcn- würden und Aemter aber, ihre Einrichtungen, und frommen Siifiungen, beibehalten würden. Es lag ihm, wie allen Reformatoren anfangs, nur an der Reinigung des Ehristenthnms von unchristlichem Bei­gemischten. In diese Idee ginge» Bucer und Melanchtho» leicht ein, Ihre Nachgiebigkeit aber, mit der sie die weniqer protestantischen Bestimmungen Hermann's aufnahmen, mißsiel dem Kurfürsten von Sachsen wie Luther'n. Der Landgraf von Hessen bemerkte dagegen, daß man das Werk nicht gleich vollkommen verlange» dürfe. Neiölich wurde in der Schrift weder Luther's noch des Papstes gedacht; jenes lobte Luther, weil durch seinen Namen die Sache selbst verlieren könnte; die Schonung des Pap­stes aber gefiel ihm nicht. Im Drange seiner Arbeiten durchlief er das Buch nur flüchtig, und las nur, weil er ebeu mit den Theologen in der Schweiz in erneuertem Streite darüber lag, den Artikel von dem Abcndmable und diesen tadelte er als undeutlich hingemurmelt, als verträglich mit jeder irrigen Mei- nuna so heftig und bitler, daß Melanchtho», wen» er Luther's Freundschaft verlieren sollte, von Wit­tenberg abzuqehe» gedachte. Seine Entschuldigung, daß nicht er, sonder» Bucer jenen Artikel abgefaßt, auf Melanchihon's Erinnerungen keine Rücksicht genommen habe, uud Bucer's nachfolgende öffentliche Erklärung besänftigte Luther'», 8ßclionc>. 1.. 111. 8ct. 27. tz. 108. Hermann's Plan wurde in der Episcopalkirche Englands ausgeführt.

Sobald der Druck des Reformationsbuchs, der in Buschhoven in'sgchcim geschehen war, der höhe­ren Geistlichkeit zu Köln bekannt wurde: gab sie eine Gegenschrift Orniäiälrßma) mit leidenschaftlichen Aeußerungen heraus. Der Verfasser war Gropper. Kurz darauf folgte eine andere von einem Earmcliter Eberhard Billicus voll Unsinns, im Namen der Geistlichkeit und der Universität, die sich aber derselben schämte. In der ersten wurde Mclanchthon, am ärgsten aber Bucer angegriffen. Sie verteidigten sich in einer gedruckten Widerlegung mit Würde und starken Zurechtweisungen °"). Da die Kölner die evangeli­sche Lehre überhaupt gelästert hatten, und die Schmalkaldischcn Nundessürstcn den Erzbischof Hermann Un­terstufen wollten: so sandten sie im Julius vier Abgeordnete mit Briefen und Befehlen an den Stadtrat!) zu Köln und an das Domkapitel, dem sie die traurigen Folgen seines Benehmens und besonders der Schmä­hungen, die es ausbreite, vorhielten, auf Bestrafung des Verfassers der Schmähschrift drangen, und es zur Besserung und Annahme der wahren Lehre ermahnten. Man entschuldigte sich, und wollte von dem Erz- bischof erwarten, daß er dem Kaiser und Reichsbeschlüsscn cntjprechcn werde; die Gesandten antworteten: der geistliche Senat thue besser, wenn er in Sachen der Religion mehr der Wahrheit und dem Gewissen,

69) Mel-uiclitu. Tpx. I.. III. 75. LeHeuä. III. 3ct. 27. §. 107.

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