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als Menschcngcbotcn folge. Am 24. Iul kam die Gesandtschaft nach Bonn, und legte dem Erzbischof und den versammelten Prouinzialständen ihre Auftrage vor; Hermann dankte für das Wohlwollen der evangelischen Fürsten, versicherte ihnen seinen fortdauernden Eifer für die gute Sache, und nahm das Anerbieten ihrer Hülfe dankbar an, deren er sich, wenn sie nöthig seyn sollte, bedienen werde. Den Verfasser der Schmähschrift werde er verfolgen lassen, und ahnliche Erscheinungen zu verhindern suchen. Die Stande bekannten einstimmig ihre Zufriedenheit mit der Reformation. Die Kanoniker aber schwiegen, und suchten Ausschub. Hermann lnß die Neformationsformcl nochmals von Mclanchthon und Buccr durchgehen, und entließ dann jenen, der von seinem Landesherr» Verlängerung seiner Abwesenheit erhalten hatte, den 28. Juli mit fürstlicher Güte.
In den ersten Tagen des Augusts reis'te der Kurfürst Hermann nach Spcicr zu dem Kaiser Karl V., und bat vor ihm fußfällig für den Herzog Wilhelm von Eleve, gegen den der Kaiser eben zu Felde zog, um Gnade. Nur dann, antwortete ihm der Kaiser, wenn er Geldern gleich abtritt. Hermann wurde huldreich behandelt, und begleitete den Kaiser an der Spitze seines furchtbaren Heeres nach Koblenz und Ehrenbrcit- siei,!, wo Karl verweilte, und nach Bonn. Hier ricth ihm der Kaiser, von seinen Neuerungen abzulassen, und den Prediger Bucer zu verabschieden, erließ auch den 9. August an die Geistlichkeit zu Köln eine Ermahnungs- schrift zur Standhastigkcit in dem katholischen Glauben. Hermann mußte der kaiserlichen Gewalt jetzt darin nachgeben, daß er Buccr'n auf einige Zeit, jedoch mit Bedeckung, entfernte. Er selbst begab sich auf kurze Zeit nach Siegen zu dem Grafen Wilhelm von Nassau, dessen Prediger Sarcerius er für sich wünschte'"). Die Elerisei zu Köln trat seitdem dem Erzbischof immer freier in den Weg; sie gab den 28. November ein Bedenken an ihn ein, daß er von seinen unglücklichen Verbesserungen zurückgehen, von einem allgemeinen Concilium, welches die bisherigen Rcichsabschicdc hoffen ließen, oder von dem, welches der Papst zu Tridcnt versammeln wolle, die Entscheidung abwarten, seiner Verbindlichkeiten eingedenk seyn, und die hier und da angestellten neuen Prediger wegschicken sollte. Der gekränkte Fürst ließ Buccr'n, der in Bonn wieder gepredigt und in dem Franziscancrkloster über den Brief an die Römer Vorlesungen gehalten hatte, im Dccember aufhören, und nahm ihn mit nach Brml, erlaubte ihm aber bald wieder fortzulehrcn.
Hcrmaun's Bruder, Graf Friedcrich zu Wieb, Domküsier zn Köln, Probst in Bonn, vermachte an die Krcuzkirche bei Mclsbach, uud zum Unterhalt eines evangelischen Geistlichen an derselben, im Februar, seinen eigenthümtichcn Hof zu Heddcsdorf, und einen Wcinzchnren am Fahr, zu 15N Goldguldcn (S. 1542).
In demselben Monate gicng der Kurfürst Hermann nach Speier, wo der Kaiser nebst seinem Bruder, dem Könige Ferdinand einen Reichstag eröffnete, der von ccn meisten Reichssürsicn besucbt wurde, und bis in den Iunius währte. Für den Fortgang seiner Kirchcnvcrbcssenmg ließ Hermann eine von dem Kölnischen RcchtsgclehrtcnDmphalius aus Andernach, verfaßte Verteidigungsschrift an den Kaiser im Mai überreichen "').
Sein Neffe, Graf Johann IV. zu Wicd cmpfieng im April von dem Abte Philipp zu Fulda die Belohnung mit dem Wiedischen und Runicl'schcn Hause auf Isenburg, sammt allen Zugehürungen, wie sie alle seine Vorfahren besessen hatten "). Auch Johann IV. wohnte dem Reichstage in Spcier bei, und bemühte sich eine Milderung der ihm angesetzten Leistungen von 12 Mann zu Fuß und 4 zu Pferde, zur Rcichsmacht zu erlangen, indem er vorstellte, daß seinem Hause durcb willkührlichc Gewalt, und durch widerrechtliche Veräußerungen, die Dörfer Gladbach, Weiß, Hcimbach, der Gehorsam des Abts von Romersdorf, die Aemter Mwied, Lahr, Linz, die Zollrente daselbst, das Collcctcnrccht zu Marsayn, Frcylingen, Wölferlingen, Meudt, Dalhcim, die Gefalle zu St. Goar, Höchstenbach, Almcrsbach, Schöncbcrg, Ncncrburg, Hammerstcin, und die Herrschaft Olbrück, vorenthalten würden '').
70) Lrllvve^ H,!IN, Irev. Van Alpen, Gesch. des Frank. Rheinufers Th. II. S, 470. Archiv zu Köln. Em Freiherr von Rennenrerg empfahl ihm auch den evangelischen Prcdiacr Hermann von 3
Ein Fr Nemo. Archiv.
71) Archiv zu Nunkc!. 72,' Fischer, No, (X'XXVII.
73) Archiv. Sawm!, p. Mülnunr Mnscr. Archiv zu Neuwied. '
Dclft im Haag.
