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vcrtheidigtc sich nachdrücklich sowohl aus biblischen Gründen, als auch auf den Grund der Beschlüsse zu Nc- gensburg 1641. Er sandte dem Kaiser noch ein Nechtfertigungsschreiben nach, in welchem er ihm seine Fol- geleistung in Allem erklärte, was nicht wider Gottes Majestät streite; das göttliche Wort aber könne er seinem Volke nicht entziehen, und seine evangelischen Verbesserungen zeigten schon gute Folgen. Hierauf erschien den 19. September eine beispiellose Vorfordcrung Hcrmann's in dreißig Tagen vor den Kaiser nach
Brüssel ").
Auf dem Reichstage zu Worms befanden sich auch der Graf Heinrich der Aeltere von Isenburg- Grenzau, und sein Bruder Johann, Archidiakonus zu Trier, als Trier'sche Abgesandte, und unterschrieben als solche den Reichstagsabschicd ^').
Während dessen hatte der Graf Johann IV. zu Wicd seit dem Ansauge des Jahres seine Vermahlung mit des Grafen Philipp von Hanau-Müntzcnbcrg Tochter, Katharina, gefeiert, die ihm INMU Gulden Hcirathsgut zubrachte. Er erzeugte mit ihr zwei Sühne: Hermann 1. und Wilhelm IV., und fünf Töchter: Juliane«, Magdalena, Anna, Katharina und Agnes.
Da die Abtei Romersdorf ihre Hoheitsrcchtc in dem Kirchspiel Heimbaeh, die der kaiserliche Obrist Friedrich von Neiffcnbcrg, kraft einer neuen Belehnung von dem Kaiser, und bei lastender Einquartierung seiner Krieger, in Anspruch nahm, freiwillig dem Erzbischos von Trier überließ: so sah sich dcr Graf von Wicd genothigt, mit Heinrich von Iscnburg-Grenzau vereinigt, gegen den Erzbischof bei dem Kaiser über Beeinträchtigung wohlhergcbrachter Rechte zu klagen. Die seitdem darüber gepflogenen Verhandlungen dauerten ein und zwanzig Jahre '«).
In demselben Jahre noch verließ das Neiffenberg'sche Kricgsvolk unsere Gegend, die es durch Forderungen an Korn, Fleisch, Wein, Hafer, lange gedrückt hatte. Die Grafschaft Wicd hatte besonders viel Schaden gelitten. Um die Mannschaft über den Rhein zu setzen, baten Kurkülnische Rathe in Andernach den Probst von Bonn, Friedrich zu Wicd, daß er den Schiffern zu Fahr befehlen möchte, ihre Schaalen gen Langendorf zu bringen «-).
Wegen der kaiserlichen Vorladung Hcrmann's nach Brüssel kam der Schmalkaldische Fürstenvercm im Octobcr zusammen, verschob aber, schon schlaff uud mißhellig, die Angelegenheit auf den nächsten Convent in Frankfurt. Indcß tröstete der Kurfürst von Sachsen den gekränkten Hermann, und ermunterte ihn, bei der vor Notar und Zeugen zu Vrucl (d. 10. Jul.) eingelegten Protestatio« stehen zu bleiben. Die übrigen evangelischen Fürsten schcutcn sich jcdoch, für Hermann wirksamer aufzutreten, ob sie gleich erklärten, der fromme fürstliche Greis dürfe bei seinen reinreligiösen Absichten nicht verlassen werden.
Im Januar gelangte an Hermann durch den päpstlichen Legaten Vcrallo, Erzbischos von Rossano, der den Kaiser begleitete, ein zu Mastricht den 8. Januar ausgefertigtes, öffentliches Urthcil, kraft dessen der Erzbischof von Köln von Amt und Einkünften snspcndirt wurde. Dasselbe widcrmhr seinen oben genannten Freunden. Darüber ließ Hermann dem evangelischen Convent in Frankfurt Klagen, und im Allgemeinen folgende scharfe Erinnerungen vorlegen: Der Kaiser lasse Tcutschlaud's Angelegenheiten durch fremde Menschen, die dem Papste zugcthan, über Sachen des Reichs und der Religion ihn schlecht unterrichteten, und wider die Neichsstände aufbrachten, aus seinen Erblandcn betreiben; bei seiner Krönung habe der Kaiser sich durch einen schweren Eid dem Papste, wegen Parma und Piaccnza, und zur Herstellung der sogenannten alten Religion in Teutschland, verpflichtet; die Minister des Kaisers trügen nicht ernstlich auf Berathungen zum Besten der Reformation an; alle Rathschlägc trügen nur zum Wachsthum der kaiserlichen Erblande bei; Teutschland werde geschwächt, in Knechtschaft gebracht; dieses erwagend, und weil die Evangelischen für Ketzer gelten, und an dem Hofe öffentlich gesagt werde: wer des Kaisers Schutz genießen wolle, müsse
80) 81eiclan I. o, ZecKenä. 1, c §. 121. 32) Günther, Urk. von Romersdorf. Mnscr.
81) Vrll'veli H,!iii. I'i-ov. 83) Archiv zu Neun».
