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mit ihm dieselbe Religion bekennen; weil ferner Bündnisse mit fremden Königen zu keinem andern Zwecke ein­gegangen würden, als um Teutschland und die Religion zu unterdrücken, auch ein Türkcncinfall bevorstehe: so räth und mahnt Hermann, bald zu beratschlagen, wie diese obschwebende Gefahr für Leib und Seele ab­zuwenden sey. Auf dem bevorstehenden Reichstage dürfte dem Kaiser eher nichts angeboten und versprochen werden, als bis für die Religion gesorgt, Eintracht in Teutschland hergestellt, und die Protestanten der Gnade und Obhut des Kaisers versichert waren. Der Kaiser sey zu ersuchen, daß er die Italicner und andere Fremd­linge entferne, Tcutschc Sachen durch Teutsche Diener, die dem Papste nicht verbunden seyen, besorge. End­lich crmahnt er, dasi die Fürsten und Stande durch redliche und gelehrte Männer eine in allen Rcligionsarti- keln einstimmige Formel möchten absagen lassen, um die Verläumdungen niederzuschlagen, und alle Häupter des Reichs befragen sollten, ob sie mit den Protestanten Frieden pflegen, keine!, Antheil an Gcwaltthatigkeiten gegen diese nehmen wollten, damit sie sich vor den abgeneigten, zu denen die meisten Bischöfe gehören möchten, hüten könnten. Endlich fordert Hermann's heiliger Ernst die Verbündeten auf, dasi sie durch wahre Besserung und Glauben sich zu Gott wenden, nur um seinetwillen dem Worte Gottes anhangen sollten; dann stehe auch seine Hülfe zu hoffen; diejenigen, die sich des Evangeliums rühmten, es lasen, sangen, lehrten, aber im Leben und Sitten dawider wären, würden der Züchtigung nicht entgehen. Würden die oben gedachten Män­gel vernachlässigt: so sey Tcutschland's Verderben zu fürchten.

Der Kurfürst von Sachsen pflichtete den Kölnischen Artikeln bei, und schlug vor, sie dem Convent der Rheinischen Kurfürsten zu Wesel zur Verhandlung vorzulegen. In Betreff einer neuen Lehrformcl aber hatten die Bundesfürsten die Augsburg'schc Coufcssion und Apologie, wer eine andere verlange, dem sey es un- vcrwehrt. Dem Kurfürsten von Köln könne auch keine besondere Hülse geleistet werden, weil man von ihm keine Erwiederung zu gewarten habe; man solle bci dem Allgemeinen bleiben.

Inzwischen sandte der Kaiser von Geldern aus seinen Rath Navius an die zu Wesel versammelten Kur­fürsten des Rheins, und nochmals an Hermann, um ihn, wie der kaiserliche Minister die protestantischen Für­sten wissen ließ, noch einmal gütlich zu ermahnen, daß er von seinem Unternehmen abstände. Diese hatten den Beschluß gefaßt, eine Gesandtschaft an den Kaiser abgehen zu lassen, um für Hermann zu bitten; sie hat­ten dazu auch die Kurfürsten von Mainz und Trier gebeten, welche sich aber entschuldigten °"). Die Abge­sandten kamen am 26. Febr. in Utrecht vor den Kaiser, wurden gnädig angehört, und erhielten am dritten März den schriftlichen Bescheid: Hermann habe kaiserliche Pflichten und Abmahnungen vernachlässigt, sein Vornehmen wider das Kapitel, den Clerus und die Akademie mit Gewalt und ohne Aufschub fortgesetzt; seine Appellation würde nur dann gültig gewesen seyn, wenn er indeß ruhig geblieben, und seine Angelegenheit der Erkcnntniß des Kaisers und der Stände unterworfen worden wäre. Die Vermittler sollten erwägen, wie schonend und gütig er zur Erhaltung des Friedens und der Eintracht im Reiche bisher verfahren sey; sie sollten nicht glau­ben , was Hermann an sie berichtet habe. Indeß habe er das Anliegen der Gesandten, in dem besten Sinne aufgenommen, und, wenn nur Hermann von seinem Unternehmen abstehe, und den Befehlen gehorche: sosolle er noch mild und gütig behandelt, und die Sache auf dem nächsten Reichstage erwogen werden ^).

Im März benutzte der Landgraf von Hessen seine persönliche Unterhaltung mit dein Kaiser in Spcier, auch zu biederer Verwendung für Hermann. Der Kaiser äußerte: Hermann verstehe wenig Latein, habe auch sein Lebtage nur drei Messen gelesen; darauf entgegnete der Landgraf: desto mehr studire derselbe Tcutsche Bücher, und sey in der wahren Religion gründlich unterrichtet. Der Kaiser versetzte weiter: Hermann's Neuerungen taugten nichts; der Landgras erwicdcrte: der Erzbischof mache keine neue Religion, sondern wolle die Religion Jesu und der Apostel herstellen, und sey,ein würdiger Hirte, der durch gute Lehrer sein Volk besser versorge, als mancher andere Bischof. Der Kaiser brach davon ab ««). Am dreizehnten April ^') er-

84) Vlo'vei-i ^nii. I'rev. 86) 8Iei6uli. 1. <:. Ncck'i Geschichte.

85) Lleiäan, Q, XVI. LecKcnä. I, c, III. Z^t 37. §. IZl.

87) Nach Robertson's Glschichte Karl's V. den achte».

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