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15^7.

klärte der Papst den Erzbischof Hermann als abgesetzt, und die Unterthanen desselben ihres Eides und Gehor­sams entbunden. Aber erst im November erhielt Hermann diese Bulle °^).

Indcß schriebe,! die Kurfürsten von Köln, Pfalz und Sachsen, nebst den übrigen Reichsstandcn der Augsburg'schen Confcssion, an den Kaiser, um die Ursache seiner Kricgsrüstungen zu erfahren. Es erfolgte im Iunius durch den Vicekanzlcr Navius aus Regensburg eine Antwort, daß alle gehorsame Stande S. Maje­stät bei gutem Willen finden würden; den ungehorsamen aber müsse sie ihre hohe Autorität sehen lassen. Dem Bischof von Münster und Osnabrück, Grasen Franz von Waldeck, der seit Kurzem Gleiches mit .Hermann versucht und erfahren hatte, wurde besonders eröffnet: der Kaiser rüste sich, um die ungehorsamen evangelischen Reichsstände zu züchtigen; der Bischof solle sich aller Verbindung mit ihnen enthalten, wenn er des Kaisers Ungnade, schwere Strafe, lind den Verlust aller Privilegien und Freiheiten, vermeiden wolle. An den Kurfür­sten Hermann erging gleichzeitig ein kaiserliches Schreiben: Er solle bei dem bevorstehenden Kriege mit den pro­testantischen Fürsten sich ruhig verhalten, und seinen Unterthancn Ruhe anbefehlen, damit Kaiser und Reich überzeugt würden, daß ihm Teutschlands Ruhe thcucr sey; wo nicht: so werde er sich und alle seine Besitzun­gen den größten Gefahren aussetzen. Hermann ließ dieses Schreiben bekannt machen, und als ein wahrer Bischof der Kirche Gebete anordnen, daß Gott die Gefahr von Teutschland abwenden wolle.

Seinen Neffen, den Grafen Johann IV. zu Wieb, ermahnte er besonders, an dem Bündnisse wider den Kaiser keinen Antheil zu nehmen ^). Folglich war jetzt schon das ganze Wiedische Haus, bis auf des Grasen Bruder, Friedrich den Jüngeren, der evangelischen Kirche zugcthan.

Nach dem Empfang der papstlichen Absctzungsbulle erklärte Hermann öffentlich, daß er den Papst nicht als Richter anerkenne, der selbst der Ketzerei und Abgötterei schuldig sey, und berief sich nochmals aus ein gesetzmäßiges deutsches Concilium. Der Papst drang nun in den Kaiser, das über Hermann gefällte Urtheil zu vollstrecken. Der Kaiser that diesem auch jetzt noch Vorstellungen, daß er von seinem Thun ablassen solle; Hermann aber antwortete:Er könne dieses mit ruhigem Gewissen nicht thuu."

Der Papst hatte schon zu Hermann's Nachfolger in dem Erzbiöthum den Grafen Adolph von Schaum­burg bestimmt, der die Liebe und die Erhebung zu seinem Loadjutor, durch welche Hermann ihn ausgezeichnet hatte, nicht mit würdig« Treue vergalt. Wahrend seiner neunjährigen Regierung war er bemüht, Hermann's Kirchenvcrbesserungcn auszutilgen, und alles Abgeschaffte wieder herzustellen '"). Hermann hatte ihn durch­schaut, und protcstirtc von Linz aus den 4ten Februar, wider die Wahl Adolph's, und auch wider die des Grafen Dietcrich von Mandcrscheidt '').

Um dem Papste zu genügen, sandte der Kaiser den Befehlshaber von Geldern Lalangus, und den kai­serlichen Nath und Ritter Viglius, nach Köln, um die Stände zu Eid und Pflicht für den neuen Erzbischof auf- fodern zu lassen. Die Clerisei war sofort dazu bereit; die meisten fürstlichen Personen aber, der Adel und die Abgeordneten der Städte, gaben zu erkennen, daß es nicht bei ihnen stehe, von einem Fürsten, unter dem sie so lange Zeit gehorcht und glücklich gelebt hätten, eidbrüchig abzufallen. Um Aufstand und Unglück zu ver­hüten, da ein großer Theil des Volks entschlossen war, für Hermann zu den Waffen zu greifen: schlug sich der Herzog von Cleve in's Mittel; es wurden die Grafen Dietcrich von Mandcrscheid und Wilhelm von Nuenar, Hermann's Verwandte, an ihn gesandt mit der Bitte: Er möchte sich des treuen Volks erbarmen, und es seines Eides entbinden. Dicß that Hermann, und trat, nach einer schriftlich bekannt gemachten Erklärung °"), den fünf und zwanzigsten des Februars, freiwillig von dem crzbifchüflichen Amte ab, das er ein und dreißig Jahre hindurch prciswürdig bekleidet hatte "). Auch sein Bruder, Friedrich, legte seine Würden nieder; seine Prop- stei zu Bonn erhielt Gropper, mit dem Kardinalshute ^ ^).

88) Äelänn. 89) Archiv zu Neuwied. 80) I6«-8aeu5.

91) Archiv z>. Neuwied. L2) 8i,nplex an z>ia ürd,n"Uiu, Das Concept im Archiv zu Neuwied.

92) Lleiännu«. 94. Moreri in seinem Uictioiüiai« läßt Gropper'«, der suchen Jahre nach Hermann si«i auf dc<z l.'^ .Befehl g'heukt werden.