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1568.

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Der Tricr'sche Kirchcnsprengel erlitt seit niehrcrn Iahrei, durch die Reformation innner bedeutender« Abbruch, sowohl in einigen Orten an der Mosel, als diesseits des Rheins in dem Archidiakonatc Dictkirchcn, und zunächst in dem Dccanate Kunostein-Engers. Hier war es vornehmlich die Grafschaft Wicd, wo Jo­hann IV,, mit Ausnahme seiner Iscnburg'schen Erbbesitzungcn, die evangelische Kirchcnvcrfassung einführte, die jetzt noch weder lutherisch, noch zwinglisch und calvinisch, sondern nach Hcrmann's Sinne, durch Mclanch- thon und Bucer, ohne menschlichen Beinamen, entworfen war.

Mit dem Anfange des Jahres 1556 veranstaltete Johann IV. eine Kirchenvisitation, durch den Amt­mann zu Wied, Wilhelm von Waldmannshausen, Leonhard Wagner, Pastor zu Siegen, Johannes Alsdorf, Capcllan zu Wied, Heinrich Betschaft, Kirchendiener zu Hcddcsdorf und Andreas Hcmonn. Sie geschah den 28sten des Januars in Nicdcrbiebcr, den 29stcn in Feldkirchcn, den ZOstcn in Hcddcsdorf, den 31sten in Ncngsdorf, wo man sich über des Pastors Pctcr Dienstvcrsaunmisse bei Kranken und selbst an Sonntagen, beschwerte, und um einen guten treuen Prediger bat; den 1. Februar in Honncfcld, den 2. zu Dierdorf, wo der Pastor Johannes von Si^cnborn gerühmt, und um einen Schullehrer angesucht wurde, vom 3tcn bis 6tcn in Urbach, Anbach, Pudcrbach, Wambach, und Drciß, wo der Pastor Arnold bereits verehlicht war, und eben die erste Vaterfreudc genoß; den 3ten in Rückcrod; die letzte Gemeinde bezeigte ihre Freude an dem Evangelium, klagte aber über Hindernisse am Kirchcngange durch Tricr'sche Leute; den 8ten in Nordhofen, wo viele aus der Nachbarschaft die Vortrage des reinen Evangeliums besuchten, und der Kirchendiener Mar­tin versprach, sich nach der Augsburg'schen Confession recht zu halten; den 9tcn Febr. zu AnHausen. Des unfügsamen katholischen Pastors zu Rengsdorf nahm sich nach etlichen Jahren der Erzbischof zu Trier an «). Die Kirche in Iscnburg wurde indcß auch schon von protestantischen Unterthancn des Grafen zu Wied zu ihrem Gottesdienste in Anspruch genommen, ein Eingriff in die Rechte des Hauses Grenzau, der lange MißHelligkeit veranlaßte.

Graf Friedrich (1553) wurde indcß Probst zu St. Gereon in Köln, und bekam von dem Papste Paul IV. 2,U00 Ducatcn Iahrgeld von den Tafclgcldcrn des Erzbischofs zu Toledo. Friedrich verschenkte sie an die Chorfchüler zu Toledo.

Sein Bruder Johann IV. stand jetzt mit dem Grafen Arnold zu Isenburg-Grenzau (S. 1553), wieder auf kurze Zeit in gutem Vernehmen, da es die Behauptung beiderseitiger Gerechtsame zu Nomcrsdorf galt. Arnold antwortete den 6ten März seinem Vetter Johann auf ein Schreiben desselben, in Betreff ihrer Atzung und Hut in dem Bereich der Abtei, wo sie auch Wcidleute und Hundslagcr hatten °), daß sie deß- halb zusammenkommen wollten; indcß äußerte Arnold:ych bin aber fuir myn Person dyc hucdt noch zuer Zeyt nyt abzucschaffen gcmeynt, den scy werden nyt mydt Gewalt ausgedreben. Hyemyt seyen euer Licbden Got dem Herren yn seynen Gottlychcn schirm bevolen ').

Johann IV. schrieb seinem Bruder, dem Probste Friedrich zu Köln, er möchte die an ihn von Zeit zu Zeit geschriebenen vertraulichen Briefe einem vertrauten Mann in Bonn in Verwahrung geben, damit sie nicht mit in der Canzlci gefunden, und ihm oder den Seinigcn nachthcilig würden ^°). Friedrich nahm als Eborbischof für den neuen Erzbischof von Köln Anton, Grafen zu Holstein-Schaumburg, die Huldigung in Wcstphalcn ein. Im folgenden Jahre ward er Decan.

Die evangelischen Grundsätze des Wicdischen Hauses siegten auch in dem Iscnburg-Büdingischcn. So entsagte der Graf Wolsgang, Sohn Anton's und der Schwester Iohann's IV. zu Wicd, Elisabeth (S< 1552), bisher Canonicus zu Mainz und Würzburg, seinen kirchlichen Nutzungen, und vermählte sich "). Iscnburg-Grenzau blieb bei der allen Kirche, und hielt die Unterthancn mit Gewalt von der Refor­mation ab. Graf Friedrich Salcntin VI. (S. 1530) ward Domherr in Köln, nachdem die

8) Archiv zu Neuwied, g) F'scher, No QI..

10) Neuw. Arch. Dadurch sind wichtige Schriften verloren gegangen.

11) Fischer, N. I.XX.