Grafen Johann IV. zu Wieb, Johann und Adolph zu Nassau, dem Domkapitel dessen Ebenbürtigkeit erwiesen hatten ").
Der Graf zu Wied ließ jetzt eine zweite Kirchenvisitation in den Herrschaften Wied, Dicrdon und auch in seinen Iscnburg'schcn halten "). Inzwischen breirctc sich in der Pfalz, besonders unter den/Kur- 1ZS9. surften Friedrich III. der Lchrbegnff Calvin's aus, und für diesen erklärten sich, nebst andern Gliedern des Wettcrau'schen Grafcncollcgimns, mit ihrem Pfälzischen Lehnsherrn, auch unsrc Herrschaften ").
Dicscr Grafenucrein verwendete sich mit dein Pfälzischen Hause und andern evangelischen Fürsten in den letzten Monaten des Jahres, durch Abgesandte, bei dem Erzbischof Johann VI. von Trier sür 8U0 Evangelischgesinnte in der Stadt Trier, die sich unter ihrem Prediger l). Caspar Olivianus (Olewiger) aus Trier, sammelten, von den Katholischen aber der Empörungssucht beschuldigt, zum Theil verhaftet und zu 16,000 Gulden Straft verurtheilt worden waren. Auf jener Fürsten Vorstellungen ließ der'Erzbischof zwar die Protestanten frei, und verminderte die Strafe bis auf 3,000 Gulden, ließ sich aber eine Urphcdc von ihnen leisten, und befahl ihnen, die Stadt zu verlassen ").
Von diesem Erzbischof empfing der Graf Johann IV. zu Wied, als Herr zu Ruukel und Iscnburg low die Belehnung für sich und seine leiblichen Erben Hermann I. und Wilhelm (S. 1,545) mit den Leben, welche „ctwann Wilhelm von Nomkell, Herr zu Isenburg, und seine Altern zuvor, und darnach von dcssclchigen Wilhelms Dochter Anastasia (S. 1415) wegen, der Edctl Heinrich Graue zu Waldeck Herr zu Yscnburg ir Gc- mahcll, die von unsem Vorfaren — zu Lehen getragen und herbracht haben (S. 1371), und deßhald von Waldcck mit vnscrs Vorfahren Erzb. Jakoben des zweiten — vcrwilligung fürttcr vf seinen Vetter Graf Johanne,: und dcsselbigen Bruder Graf Wilhelmen in Kausswciß gewandt hat, doch mit behaltnuß — einem"yegkli- chen — seines Rechten u. s. w. '")." Unter diesen zur vormaligen Isenburgischcn Herrschaft Arenfels gehörigen Lebnstücken befand sich auch der Kirchcnsatz und Zehnte zu Heimbach und die Voigtei über Nomcrsdorf, womit von jeher die Herrn von Isenburg-Arcnfcls belehnt worden waren, obgleich der letzte Arcnselscr Gcr- lach II. 1359 der Abtei jenen Kirchensah und den dritten Theil des Zehnten zu Hcimbach geschenkt hatte.
Johann IV. übertrug die Psarrci zu Hcddesdorf dem Grasen Wolfgang zu Stollbcrg. Sie wurde von einem Kirchendiener verwaltet "). Das Archidiakonat Dictkirchcn bestätigte ibn noch. Mit seiner Schwester Magdalena, Gräsin zu Wied (S. 1552), die jetzt Aeotifsin der frei weltlichen Stifter Eltcn und No- tcln war, traf Johann IV. wegen ihres väterlichen und mütterlichen Kindcstheilcs, so wie auch mit seinem Bruder Friedrich, eine gütliche Ausgleichung i°).
Johann IV. hatte von seinem Oheim her von fordern, und sah sich genöthigt, deßhalb Klage zu erheben. Ob ihm die Zahlung geleistet worden, ist unbekannt, und bei dem bald darauf ausgebrochen«! Niederländischen Kriege zu bezweifeln ").
Sein streitsüchtiger Nachbar, der Graf von Sayn Johann VI. starb in diesem Jahre; sein ältester Sohn Adolph ftlgtc ihm in der Regierung.
Um diese Zeit führte Johann von Wied in dem Dorft Irlich die evangelische Kirchenvcrbesserung ein 2°). Die protestantischen Einwohner hielten sich zu der alten Mutterkirche von Irlich, Feldkircken Seitdem scheint auch über diesen Ort zwischen dem Erzstift Trier, als Mitthcilhabcr an Irlich, und den Grafen zu Wied, bis in den dreißigjährigen Krieg eine Spannung geherrscht zu haben. Gleichzeitig bcaann der Graf die Reformation in der Grafschaft Nunkcl. Der erste evangelische Geistliche zu Ruukel war Plit- tershagen -i).
der Stadt Antwerpen noch 45,000 Goldgulden zu
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12) F'scher, N, 5i.xv. 1Z) Neuw. Arch. 14) Historie der Religions.monun,.
15) NnntK, «izt, 'i>ev. äipl. Wyttcnb. G.sch. «. Trier, B. III.
16) Fisch», N. c^XXVIII. 17) Ncuw. Arch,
18) N.'uw. Arch, F,scher, 3c. cillXXXII, 19) Neüw. Arch.
2«) Li-llweri ^uu. ^v. 21) Arch. zu Rliükel.
Neck's Eeschich<e. 2I
