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Erzb. Friedrich zu schreiben: „Em frommer Fürst ist das, dem ich von Herzen geneigt bin." Der Eon- vcnt lind Tractat solle zu Gottes Ehre und allgemeiner Wohlfahrt gereichen. Er sehe aber die Gestalt der Dinge verwirrt und bcweinenswcrth. Er beklage die starre und verkehrte Ruhe einiger Stoiker in der Kirche, die bisweilen eine kleine Ccremonic und positive Einrichtung, die daher auch dispensabel sey, dem Wohle vieler tausend Seelen vorzögen u. s. w. ^).
Johann IV. zu Wied ließ nun, nachdem auch in der Grafschaft Nuukel die Kirchcnvcrbesserung gc- 15«4. gründet war (S. 15LU), die erste evangelische Landessynode von allen Geistlichen in seinen Wiedischcn, Dicrdorfischen, Nunkcl'sthen und Isenburgischcn Besitzungen, in dem Pfarrdorfe Honncseld halten. Dieser kirchlichen Vereinigung zufolge wurde der, ein Jahr vorher abgefaßte, Heidelberger Katechismus, als Schul« buch eingeführt, und die katholischen Kirchengebrauchc, die noch beibehalten waren, allmalig abgeschafft '-).
Das Erzstist Trier bestätigte auch in dem folgenden Jahre durch das Archidiakonat Dictkirchen ^65. einen Pastor zu Nordhosen, Jakob Schenkelberg, den der Wiedische Vasall Johann Mant von Limpach lS. 1471) auf ein Vorschreiben des Grafen Johann IV. prascntirte 22).
Ucber die verschiedenen Streitsachen zwischen dem Grafen zu Wied und Arnold von Iscnburg, Arm zu Grenzau, traten, als der letzte seinem Neffen Johann (S. 1563) uud Friedrich Valentin (S. 1558) die Landesregierung überlassen hatte, und Johann gestorben war, freundlichere Unterhandlungen ein, welche Salentin und Johann IV. durch Briefwechsel uud durch ihre Nathc, leiteten. So fertigte dieser an Valentin, der jetzt Domscholastcr zu Strasburg und Dechant zu St. Gereon in Köln war, aber öfters zu Iseuburg verweilte, den Amtmann zn Dierdorf Reichardt Schützen von Holzhausen, den kurfürstlich - Trier'« schcn Hofgerichtsadvocaten und Procurator zu Koblenz Adam von Mcrl, nebst dem Wiedischcn Befehlshaber zu Isenburg und Ncntmcister Ludwig Schlaff, mündlich ab ^). Auch Salcntin's jüngster Bruder Auto» (S. 156U) war todt.
Salentin wurde von dem Kurfürsten Daniel zu Main; als Abgeordneter nach Prag zu den Spermien des Kaisers Ferdinand I. gesandt.
Die immer kriegerischer werdenden Gahruna.cn in den Niederlanden durch die Vereinigung der re- formirtcn Protestanten wider die Spanische Harte und die katholische Tyrannei überhaupt, schärfte des papst- lichcn Hoseü mißtrauische Strenge gegen Beamte der katholischen Kirche, deren Gesinnung verdachtig schien. Dieß erfuhr auch der Graf von Wied, Erzbischof Friedrich zu Köln. Das Collcgium der Cardinalc zu Rom traute seinen Glaubensgrundsatzen nicht, hielt deßhalb mir seiner Confirmation zurück, und eher wollte Friedrich auch die große Summe für das Pallium nicht nach Rom schicken. Er vcrtheidigtc sich an die Cardinale in zwei Briefen, daß er von dem Bekenntnisse des neuen Glaubens frei sey ^), I„ ^,-,, ftl° gcndcn Jahre verwendete sich der Kaiser Marimilian II. selbst dei dem Papste für Friedrich, wie aus einer Eopie eines kaiserlichen Schreibens, welche Friedrichen mitgetheilt wurde, erhellt "). In diesem Schreiben sagt der Kaiser, daß sein Vater und er gearbeitet hatten, um die papstliche Bestätigung für den Er^bischof Friedrich von Wied zu erhalten, dessen vortreffliche Eigenschaften er kenne. Die Uyachen der Zuriuihalmng der Confirmation lagen in der großen ANnatensumme, die dem Erzstifte zur Last sielen, und in der Bedenk- liehkeit, die ohne Grund in Fricdrich's Glaubensbekenntnis! gesetzt werde. Auf die kaiserliche Fürsprache setzte der Papst zwar die Annatcnsummc auf den dritten Theil herab, verhieß aber dem Erzbischof erst dam: die Bestätigung, wenn er ein förmliches Glaubensbckenntniß würde abgelegt haben. Dagegen machten, auf des Kaisers Nath, die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Salzburg dem Papste Vorstellungen, priesen Friedrich's Untadclhastigkeit, Würde und Ausrichtigkcit. Zwar werde nach einem neuen Gesetze des Triden- tinischen Concils von einem Bischof erst ein Glaubcnsbekenntm'ß begehrt; aber Friedrich sey theils schon er-
31) I'.-N'i^z. lüolen. i>Ii!5ci-, Onlllil. Z4) Fische, N. 5QXIV. 01.XVI. 8ß) l^ii«^. <2l.lcn.
Z?) Arch, zu Runkel. .V) Zz^nr. ?ttch.
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