181
Die Tochter von des Erzbischofs Salcntin Großohcim, Salentin zu Ncumagcn (S. 15N2), Anna, verwittwctc Grafin von Bcrburg-Bernisch und Zollvcrn, ihrer Schwester Iohannctte Söhne, Georg, Dompropst zu Köln, und Ludwig, Graf von Sayn-Wittgenstein und Homburg (S. 1522) und der verstorbenen dritten Schwester, der Grafin Jutta zu Waldcck Tochter Magdalena, empfingen, kraft einer Thcilung des verstorbenen Grafen Heinrich des Jüngern (S. 1502), von Fulda die Bclchnung mit dem Koucrnhause auf Iscn- bürg sammt dessen Zugchörungcn ").
Gleichzeitig mit dem neuen Erzbischof von Köln, ward Jakob von Eltz Erzbischof zu Trier. Dieser verlegte ein Fräulcinstift zu Vallendar, weil die Auszehrung viele Mitglieder tödtcte, nach Koblenz; es wurde mit dem Kloster St. Barbara vereinigt ^').
Auf der Burg Sayn starb der Graf Adolph. Sohn Iohann's VI. und einer Grasin Margarctha von Hcuncbcrg und hinterließ nur eine Tochter Margarctha, welche einen Grasen von Sulz chlichte. In der Regierung folgte ihm sein Bruder Heinrich IV., der kinderlos blieb. Ein dritter Bruder Hermann hatte auch nur cinc Tochter, Anna Elisabeth. Es stand demnach diesem zweiten Grafcngcschlcchtc Sayn, aus dem Sponhcimischcn Stamme, die Erlöschung, und dcn Erbtöchtcrn ein langer Streit mit Kursier bevor.
Neben diesen häuslichen Vorgängen in unscrn Grafenfamilien gcricthen die protestantischen Unter- thanen derselben, bei dem großen Kampfe, der sich in dcn Niederlanden erhob, in mannichfaltig? Bewegung. Der Prinz Wilhelm von Oranicn, Sohn dcs Grafen Wilhelm von Nassau-Dillcnburg, dieser geistvolle Zögling des Kaisers Kai'l V., Statthalter von Holland, Seeland und Utrecht, rüstete sich zum Schutz der Protestanten in Belgien. Er erhielt von dein Pfalzgrafcn Johann Casimir eine Kriegcrschaar; sein Bruder Ludwig siegte bereits in Gröningcn, und ein dritter Bruder Adolph hatte aus dein Nassauischen Mannschaft nach Holland geführt. Wilhclm's schriftliche Aufrufe bewogen auch in unserer Gegend eine Menge kriegslustiger Manner und Jünglinge, sich anwerben zu lassen. Befehlshaber verschiedener Grade hielten sich deß- halb in den Sommermonaten in der Abtei Nomersdorf auf. Unter den Obersten werden genannt: Friedrich von Rollhausen, Dietrich von Schönbcrg, Graf Jost von Schaumburg, Graf Albert von Nassau, Otto von Malsburg. Alle Ortschaften dicßseits des Rheins in unscrm Umkreise wurden mit Kricgslcutcn belegt, alle Lebensmittel aufgezehrt, und das Waffengcrausch verbreitete sich von der Sieg und dem Westcrwalde den Rhein hinab, durch das Bcrgische Land, wo der Gras von Hohenlohe neue Streiter warb. Zu Anfang des Septembers hielt der Prinz von Oranicn bei Romcrsdorf Musterung und führte seine Hcerhausen 44 Fähnlein Tcutscher Knechte, 4,NN0 Hakenschützen, aus verschiedenen Nationen, und 7,N00 Reiter, hier über den Rhein, durch die Eifcl nach St. Veit im Herzogthum Luxemburg ""). Der junge Graf Hermann I. von Wicd, Herr zu Nunkcl und Isenburg, begann wahrscheinlich in diesem Niederländischen Kampfe seine kriegerische Laufbahn; genauere Nachrichten aber sind darüber nicht vorhanden.
Hermann's Vater, Johann I V. empfing jetzt von Kurtrier die Bclchnung mit der Burg und Beste Arenfels, der Voigtci und dem Gerichte zu Höningcn, mit dem Iscnburgischcn Thcile, der von Waldeck herrührte, mit Ransbach, Almcrsbach, Mindthaufcn, mit den Kirchcnsatz und Zehnten zu Heimbach, der Voigtci Zu Romcrsdorf, mit Meuth und Zubehör, den Zehnten zu Wambach, Horhausen, Nicdcrlahr, auf der Sayn bei Isenburg, dem Wildbann in dem Spurkcnbcrgcr Walde und dcn Wäldern von Isenburg, mit der Grafschaft aiif dem Eirich, und dem Zehnten auf dem Wcrth bei Vallendar, wie es seit 1371 geschehen war. Vier Jahre vorher hatte Johann IV. auch die Herrschaft Grcifenstcin, nebst dem Kirchcnsatzc zu Dadcn und Flameröseld von dem Bischof Dietench zu Worms als herkömmliche Lehen empfangen (S. 1332). In einem andern Tricr'schen Lchnbricfe wurden ihm, wie 1534, die Besitzungen zu Dicrdorf bestätigt ").
l«) Fischer, N, CQVIII. 5I.IX. 41) Konrad's Trierische Geschichte.
4L) 2rc»vori 4i>u. i>ev. Meieren, historische Beschreib, des Niederländischen Kriegs. Schiller's Gesch, dc§ Abfalls der vereinigten Niederl. S. 467 ff. 43) Nemo. Auch,
1Z63.
>?.. ^
