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Langendorf, der zu der Heddesdorfer Gerichtsbarkeit gehörte, an Christoph von Stein für 1,200 Thaler, jedoch wiederkäuflich "').

Graf Johann schritt jetzt auch zu der Umgestaltung des Kirchenwcscns in feinen Isenburgischcn Be­sitzungen, zu Grenzhaustn und zu Alsbach. Es wurden darüber zwischen ihm, seinem Schwiegersöhne Pfalz­grasen Richard und dem Erzbischof Jacob von Trier, Unterhandlungen gepflogen bis 1578, da der Kirche zu Alsbach Kelch und Monstranz entführt wurden. In dem Burgfleckcn Iscnburg ließ der Wicdischc Amt­mann von Waltmannshausen sogar die Kirche, und in dem gegenüber gelegenen Orte Hauscnborn, die Ka­pelle der Katholiken verschließen °°). Dicß verursachte zwischen Wicd und dem Grafen Salcntin VI. von Iscnburg mehrjährige Misihclligkeitcn. Als dieser von Paderborn, wo er als Stiftsadministrator seinen Ein­zug gehalten hatte, zurückgekehrt war, vereinigte er sich mit dem Erzbischof von Trier, nach fortgesetztem Rechtsstreit über seine Landeshoheit zu Heimbach, welche der Graf Johann IV. zu Wicd seinerseits 1570 an Trier abgetreten hatte, nach einer persönlichen Besprechung dahin, daß die Hoheit zwischen Trier und Iscnburg gemeinschaftlich seyn sollte.

Johann IV. verglich sich jetzt mit der Abtei Nomersdorf, wegen der Kirche zu Obcrbiber, die er ge­gen das Patronatzu St. Sebastian-Engers und ein zugehöriges Gut, das seine Vorfahren besessen hatten, eintauschte (S, 1021, 1163, 12L3).

Auch Sayn und Kurtricr hielten gegen Wied, wegen der Verhältnisse in Irlich zusammen, und reiz­ten, ungeachtet eines Abschiedes, nach welchem sich die Partheicn gütlich vergleichen sollten, die Unterthanen zum Ungehorsam gegen den rechtmäßigen Oberherrn, so daß bei der Huldigung für den jungen Grafen Her­mann I. sechs Sayn'sche Leibeigene zu Irlich den Unterthanencid verweigerten, um sich noch vier Tage zu bedenken, jedoch versprachen, daß sie sich gleich den Vereideten betragen wollten, und bemerkten: es sitze ein böser Vogel ihnen zu nahe auf dem Zaune. Der Graf von Wicd sah sich zu Pfändungen gcnöthigt, und dadurch wurde der Streit nur vergrößert ^').

Johann IV. hatte seit dem ersten des Maies den Tod seiner Tochter Juliane, Gemahlin des Pfalz­grafen Richard, nach einer unglücklichen Niederkunft, zu betrauern. Richard ließ ihr in der Kirche zu Sim-

mcrn ein Grabmahl setzen °°).

Die Hauptangclegenhcit aber auch unter Widerwärtigkeiten blieb dem frommen Greise Johann die Vollendung der neuen Kirchcnversassung in seinen Landen. Er ließ in demselben Jahre eine Kirchenordnung entwerfen "). Durcb verschiedene Umstände, wahrscheinlich auch durch die vielen Mißärndtcn dieser Jahre, genöthigt, lieh cr"von Geora von der Lcien 3,000 Goldguldcn, und verschrieb dafür 150 Goldguldcn jährliche Renten von den Wcinzebnten zu Heddcsdorf und Fahr. Diese Schuld zog Wicd in lange Ungclegenhciten ").

Sein ältester Sohn Hermann I. vermählte sicl,, unter Vermittelung des Landgrafen Wilhelm von Hessen, und des Grafen Hermann zu Nuenar und Mors, mit Walburgis, Schwester des Grafen Arnold zu Bentheim-Tcklenburg und Stcinfurt «6). Die Kinder dieser Ehe waren vier Söhne: Johann Wilhelm, Hermann II. (geb. 1580), Johann Casimir, Philipp Ludwig, und fünf Töchter: Iuliana, Auna, Agatha Katharina, Anna Amalia und Emilia.

Um auch das Iscnburg-Grenzauiscke Grafcngescblccht fortzusetzen, führte Valentin VI. seinen lange ge­hegten Entschluß aus. "Er berief am I3ten Scptbr. die Stände des Erzbisthums Köln nach Brücl, erklärte ih­nen sein Vorhaben und dankte an dem folgenden Tage in den, Dom zu Köln in einer langen Rede feierlich ab. Das Erzstifi bedauerte den Verlust eines Fürsten, der zehn Jahre lang als eifriger Beschützer des ka­tholischen Glaubens, an der .Herstellung eines besseren Zustandcs der Kölnischen Lande überhaupt vielfach gear­beitet, die Schulden vermindert, Pfandschaften eingelöst, unter andern auch das Kloster St. Thomas bei

49> Bayn'sche Auszüge. 51) Nlchll, Zrwns. ZH) Arch. zu Rünkel.

50) Archiv zu Neuwied. 54) Alch. zu Ncuw. 25) Fischer, N. LCXI^I.

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1276.

1577.

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