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Andernach wieder gewonnen, und Poppelsdorf, Brüel, Berka, ?lrnsburg, Kaiscrswerth, Bonn, mit ncnen Prachtgebaudcn vergrößert hatte. In dem Jahre 1576 hatte er noch de» Kaiser Rudolph II. mit erwählt. Nachdem die päpstliche Dispensation und die kaiserliche Einwilligung angelangt war, ließ er seine Braut, die gefürsicte Gräfin Antonia Wilhelmina (Sidonia) zu Mark und Ardurg, durch eine glänzende Gesandt­schaft abholen, und feierte den lOten Dccbr. zu Bonn sein Vcrmählungsfcst "<>). Valentin lebte mit sei­ner Gemahlin eine Zeitlang in Frankreich, dann meistens zn Wien. Er ward Vater von zwei Söhnen: Salentin und Ernst, die wahrscheinlich in Wien erzogen, und der Römischkatholischcn Kirche so streng erge­ben wurden, wie Salentin auch seine Unterthancn bei derselben zu erhalten bemüht war.

Desto freisinniger trachtete der Graf von Saun Heinrich IV. j^t das protestantische Christenthum in seiner Grafschaft einzuführen. Er ließ nach den Lehrsätzen der Augsburgischcn Eonfession predigen, und weder der Erzbischos von Trier, noch die Aebte Iodocus-Brandes, und Hausmann, vermochten es zu hindern ^).

In den Wicdischcn Kirchen scheint erst um diese Zeit, nach dem Beschlüsse eines Convents der Dit- lcnburgischen Geistlichkeit zu Herborn, das Brodtbrechcn bei dem Abendmahle, bei welchem noch die Hostie geblieben war, angenommen worden zu seyn. Der Graf Johann IV. zn Wicd handelte bei seiner Kirchcn- vcrbcsfcnmg mit der Nassau-Dictzischen gemeinschaftlich °"). ,67s. ' Mit dem friedlich und frommgesinnten Grafen Heinrich IV. zn Sayn, dessen Bruder Hermann

nun todt war, verabredete sich Johann I V. von Wicd, zu einer gütlichen Beilegung des Streits wegen Ir- lich, in welchen, auch ein Jahr vorher durch sieben Gcrichtsschöffcn die beiderseitigen Rechte, doch mehr zu Gunsten für Sayn, dem Grafen zu Wied die peinliche Gcrichtshohcit, und die schuldige Treue jedes An­siedlers, der für einen dreibeinigcn Stuhl Eigcnthum habe, nachgewiesen wurde; allein in der Folge er­wachte der Zwist doch wieder °°).

Eine andere Streitsache mußte der Graf Johann noch erleben, nämlich über Anjprüche an die Graf­schaft Wicd, welche Jülich auf die, im Jahre 1352 angeführt-, Erwerbung gründete, und von Pfalz die Bclehnung begehrte, von diesem Lehenhofe aber abgewiesen wurde ^°).

Als Graf von Nunkel kaufte Johann IV. von dein Convcnte des Klosters Bcssclich den Hof Götzcn- bodcn, unweit Schadeck, der späterhin den Namen Ludwigsbnrg erhielt. Dieses Kloster in der Herrschaft Nunkel besaß einen Hof zu Hüllcnberg, den Wicd um 15üü in Anspruch nahm. Als einer der ältesten Stände der Rheinischen Neichsrittcrschaft legte er in diesem Jahre gegen ihr Vorhaben einer Stcuerausschreibung zu Friedbcrg eine Protestation ein. Mit seinem Vetter, dem Grafen von Iscnburg Salem,',: ^1. verglich ersieh über Abtretung und freien Ueberzug der beiderseitigen Leibeigenen, und Salentin bcdung sich die sogenann­ten Dürrbölzcr aus. Die Verhandlungen wegen dieser armen Leute dauerten noch mehrere Jahre fort«'). )«i. / Endlich beschäftigte den Grafen Johann IV. noch ein, mit der Abtei St. Matthias erneuerter

Streit über Rechte und Gränzcn der Herrschaft Nunkel zu Vilmar, Arfurt und der Langenhccke. In diesen Streit wurden, wie in den Jahren 1439, 1441, mehrere Partheicn gezogen, wie Isenburg - Büdingen, Solms, und das Erzstift Trier, bis er, nebst andern Rcchtsgcgenständen der Wicdischcn Erben 1596 vordem Rcichskammergerichtc ausgemacht wurde <^).

Kurz vor seinem zeitlichen Ende ließ Graf Johann IV. für seinen Sohn Wilhelm IV. «och einmal die Schöffen des Dorfes Irlich über die Wicdischcn Rechte daselbst vernehmen, und sie thaten den Ausspruch, das Wied die Hoheitörechte über den Ort habe, Unmündigen Vormünder stelle, daß die Irlichcr den Leib- und Landesherr» zu Wied von Alters her zu Frohnen, Weingartcnarbciten, Vries-, Fisch - Essen-Tragen und Heumachcn verpflichtet seyen; auch erschienen die Irlicher noch bei den Wicdischcn Landgerichten «-).

56) ivi<;i-5.ieu5. 57) Soym'sche Nachr, M'scr. 58) Steübing I. c.

58) Rcä,tl Erweis. 60) Neuw. Arch. 61) Runkel Arch.

62) Archival, Somm!, v'. Mülmann, Mnscr, 63) Rechtliche Erweis.