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schaft der Graf Georg zu Nassau, Katzenelnbogen, Vianden und Diez, und Graf Konrad zu Solms, Herr zu Münzenbcrg; sie wurden für dieselbe, auf Antrag des Procurators des kaiserlichen Kammcrgerichts D.I. Gödelmann, von Kaiser Rudolph II., nach einem kaiserlichen Schreiben vom September, in Eid und Pflicht 1592. genommen °').

Der nachbarliche Graf zu Sayn, Heinrich IV. hatte keine Kinder mehr zu hoffen. Seines verstor­benen Bruders Hermann Erbtochtcr, Anna Elisabeth (S. 1668. 1578) vermahlte sich 1591 mit dem Gra­fen Wilhelm von Wittgenstein. Ihre zu hoffenden Kinder, und, wenn diese nichi wären, ihres Gemahls Brudcrskindcr setzte nun Heinrich zu Erben der Saynischcn Grafschaft ein. Heinrich fuhr mit der Re­formation behutsam fort.

Der Graf Salentin VI. von Isenburg - Grcnzau hatte den vorerwähnten Vcrgleichsvorschlag der 1Z9Z. Regierung von Wied (S. 1591) nicht angenommen; die kirchliche Zwietracht wurde weiter getrieben. Sa­lentin und sein Amtmann zu Isenburg, Herr von Wildcnstcin, schienen die Kirche in Isenburg, welche Wied für den rcformirten Gottesdienst seit 1574 behauptet hatte, wieder zu katholischen Handlungen gebrauchen zu wollen. Deßhalb berichtete der Amtmann zu Wied, Johann Münster zu Vortlage, an den Nach in Dicrdorf, daß der Amtmann in Isenburg sein Kind in der Kirche daselbst päpstlich taufen lassen, und der Graf Salentin der Handlung beiwohnen wolle. Damit aber dieser lange abgekommene Gebrauch in jener Kirche verhütet werde: so wolle er, weil Gefahr in Verzug sey, und nicht erst von Dillcnburg Bescheid eingeholt werden könne, sich in der Frübe des Tauftages nach Isenburg begeben, und sich der Kirchenschlüs­sel versichern. Die Kapelle zu Hauscnborn behielten die Katholiken °°).

Der dritte Sohn des verstorbenen Grafen zu Wieb Hermann I, Johann Casimir, wurde um diese Zeit in das Stift zu Strasburg gebracht, wo er in der Folge Domherr ward ^). Der Graf Wilhelm IV. zu Wied, der gewöhnlich in Nunkcl lebte, war mit Kurtricr durch dessen Ungerechtigkeiten und Gcwalthand- 1594. lungen in der Runkler Gerichtsbarkeit in einen Rechisstreit gerathen, der in den nächsten Jahren vor dem Reichskammcraericht entschieden wurde. Er betraf besonders die Verhältnisse zu Vilmar. Wilhelm legte in der Enrichcr Terminei zu Heckolshauscn einen Hof an, mit einer Mühle, und schenkte das Gut seiner Tochter Philippina Katbarina Walburgis (S. 1584), als diese 1691 dem Grasen Christoph von Lciningcn- Westerburg angetraut wurde. An Wilhelm verkaufte Salentin zu Isenburg-Grenzan (S. 1578) für 600 Gulden alle seine „durhöltzcre" Lcibangehörige, Klein und Groß, Jung und Alt, Manns- und Weibsper­sonen, in der Grafschaft Wied und dem Amt Dierdorf, mit allem Recht, Gerechtigkeit, Nutzen, Mai- und Herbstschätzen. Weidbänuneln, Rauch- oder Leibhühnern, Leib- und Ps'erddienst, Vesthaupt u. s. w. «-»).

Bemerkenswerth ist hier um der Folgen willen die Bclehnung mit der Grafschaft Sayn, welche Kurpsalz dem Grafen Wilhelm von Wittgenstein, Gemahl der Anna Elisabeth von Sayn, crthciltc (S. 1292), und welche diesem auch Kurtrier versprach «°).

Ueber den Erbtheilungsstrcit der Wiedischcn Brüder (S. 1589), welchen Wilhelm IV. dem Reichs- 1595. kammergcrichtc unterworfen, und Hermann I. den Vormündern seiner Kinder Hinterlagen hatte, entschieden . itzt die Vermittler: Gras Georg und Johann zu Nassau - Katzenelnbogen, Ludwig von Sayn - Wirtgenstein, und Wolf von Isenburg - Büdingen, den ein und dreißigsten August, auf eine für das Wiedische Haus fol­genreiche Weise, durch Ausstellung einer neuen Erb - und Grund - Theilung, die von dem Kaiser Rudolph II. 159? d. 9. Novbr. bestätigt wurde ««).

Nach derselben erhielt der eine Thcil das Schloß, den Flecken und Burgsriedcn zu Wied, mit den Kirchspielen Fcldkirchcn, Heddcödorf, Nicdcrbieber, Ncngsdorf, Honncfeld, Anhäufen, Rückeroth, Nordhofcn, den Bann Selters Marsayn, Oberbieber, Schloß und Burgfrieden Braunsbcrg, das Wiedische und das

LI) Fischer, N, WXQII. ccXQ. 82) Neu«. Arch.

52) Fischer, N. llc-X. 34) Archiv. Samml. ». Mülmann Mnscr. Arch. zu Runkel.

85) Moser. I. c. 86) Fischer, N. c^XI..

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