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1596,
InNI.
1503
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Runkelische Haus zu Iscnburg mit zugehörigem Thal und Burgfrieden, die Meudtische Gerechtigkeit, die Dörfer Grenzhauscn, Hilgenroth, Alsbach, Honsdors, und deu Hof Rens, mit hoher, mittlerer und niederer Obrigkeit. Diese Besitzungen zusammen hießen seitdem die niedere Grafschaft Wicd. Der andere Theil bekam das Schloß, die (damals zu einem Flecken gesunkene) Stadt und das Kirchspiel Dicrdorf, die Kirchspiele Urbach, Nanbach, Puderbach mit dem verfallenen Schlosse Rcichenstcin, Wambach, Obcrdrciß, auf der Hauseroach, Frcycnrachdorf, Hausen, Elgcnroth, Herrschaft, Schloß und Flecken Runkcl, die drei Dörfer, zum Stein Runkcl gehörig, Ennrich, Hosen, Stceden, beide Zehnten Schuppach und Oemmenau, die Bifangische Gemeinschaft mit Westerburg sainmt der Nunkelischcn Gebühr zu Westcrwalde, Neuenkirchcn, Maricnberg und Enncrichen Hayn. Diese Besitzthümer erhielten den Namen obere Grafschaft Wied oder Wicd - Runkcl. Die Gränzen zwischen den beiden Theilen wurden durch die Adcnheimer und Iahrsfcldcr Gerechtigkeit, im Kirchspiel Urbach, und in der Dicrdorfcr BeHolzung im Anhauser Walde (Primel) gezogen. Der Mündcrsbacher und Wambachcr Zehnte siel an die untere, der Wcinzehntc des Kirchspiels Hcddcsdors der oberen Grafschaft zu. Das Pcrsonat zu Feldkirchen blieb gemeinschaftlich. Es wurde festgefetzt, daß die beiderseitigen Untcrthancn frei überziehen, frei von Arresten und Zöllen seyn sollten; wie es bei Lehcnserüfftiung und Empfang gehalten, daß Gemeinschaft der Forderungen und Erbfalle stattfinden, daß kein Theil mehr als den Betrag von 1,(100 Gulden veräußern oder in fremde Hände bringen sollte. Wilhelm IV. erhielt die obere Grafschaft, seines Bruders Söhne: Johann Wilhelm, Hermann II. und Philipp Ludwig die untere. Wilhelm behielt sich das erkaufte Nassauischc Mannlehcn im Kirchspiel Nordhofcn von seiner Mutter besonders vor ^).
Die alte Kirche zu Rengsdorf, die so hoch liegt, daß man, nach gemeinem Ausdruck, dort in sieben Herren Lande sehen konnte, wurde seit dieser Zeit erneuert, und der Kirchhof erweitert «?).
Der Graf Wilhelm I V. vertauschte an die Abtei Arnstein gegen die zu Münster und um das Dorf gelegenen Gerechtigkeiten, Zehnten und Gefalle jene zu Lindenholzhauscn. Er theilte die Bifangische Gemeinschaft mit dem Grafen Reinhard von Leitungen-Westerburg so, daß jener zu seinem Antheilc Sech Stöcken, Claustcn uud Hosen erhielt ^°).
Wilhelm erneuerte mit dem Grafen Georg zu Nassau, in vormimdschaftlichcm Namen, die 1506 begonnenen Ansprüche aus die Grafschaft Mors aus dem dort angeführten Grunde, in einem Schreiben, welches sie an den Prinzen Moritz von Oranien, der sie inne hatte, 1600 erließen. Hermcmn's I. Söhne betrieben diese Ansprüche späterhin noch. Jene beiden gräflichen Freunde nahmen, als Glieder des Wetterauischen Grafen- collcgiums, stillen aber thätigen Antheil an der protestantischen Vereinigung, welche Kurpfalz in diesen drohenden Zeitläuften gegen die katholischen Rcichsstände, auf mehren Graventagcn zu Butzbach vorbereitete. Johann von Nassau und Wilhelm zu Wicd kamen dcßhald mit andern Herren und mit rcformirtcn Theologen im Octo- bcr in Hcrborn zusammen, um in kirchlichen und politischen Dingen eine innigere Gleichförmigkeit und Einigung zu stiften. Die Verhandlungen über diesen Gegenstand wurden in den folgenden Jahren fortgesetzt«°). Von Hcrmann's I. Töchtern (S. 1576) ward Julian« 1601 die Gemahlin des Grafen Mciximilian's von Pap- pcnhcim, Erbmarschalls des h. r. Reichs.
Der Ansang des 17ten Jahrhunderts führte über die Grafschaft Sayn lange Mißhclligkciten und das Ende des Sponheim-Saynischcn Geschlechts herbei. Der letzte Graf von Sayn Heinrich I V. verkaufte Rhein- bruel an Trier, und wollte auch das Schloß und Thal Freußberg dahin veräußern. Dawider setzte sich der Graf Ludwig von Wittgenstein in einem Codicill, daß Sayn nicht zerrissen, an seine Söhne kommen sollte (S. (S. 1692). Kurpfalz sandte hierauf den Grafen Wilhelm von Solms als Sequester, um ungerechte Käufe zu verhüten, und das Rechte zu vermitteln, mit Mannschaft in die Herrschaft Freußberg; auch sollte er Benders, Hachcnburg und Altenkirchen besetzen. Kaiser Rudolph I>. aber wußte diese Vcrmittelung (Sequestration) zu Gunsten des Erzbischofs Lothar von Trier zu entkräften. Kurtrier erhielt Freußberg, und Heinrich von Savn schenkte seiner Nichte, der Gräfin Dorothea Katharina von Sulz, stine übrigen Lande, mit wel-
37) Arch. zu Neuw.
8s) Arch, zu R'.mtcl,
83) Ärch. zu Nemo.
