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um der Union, welche von protestantischen Fürsten wider die katholische Parthei geschlossen wurde, eine andere Verbindung entgegenzusetzen, kamen die drei geistlichen Kurfürsten, veranlaßt durch den Herzog Maximilian I. von Baiern, mit einem Gefolge voll 2UU Personen, den 5ten Iul. 1608 in Andernach zusammen. Hier wurde die katholische Liga, die bald darauf in Würzburg zu Stande gebracht wurde, und in dem dreißigjährigen Kriege wirkte, zuerst verabredet. „Es gab dabei ein groß Traisch und Gcsäuf ")."
Eine stürmische Zeit voraussehend, sorgte der Kurfürst Lothar von Trier in den nächsten Jahren für stärkere Befestigung der Stadt Koblenz, wo jene Fürsten auch, wie in Andernach verweilten. Auch der Graf Johann Wilhelm zu Wicd bot, aus Bcsorgniß vor einem nahen Kriege, und um sich gegen jede Gefahr von feindlichen Durchzügen zu schützen, zunächst wegen des Erbfolgcstrcits um Jülich (S. 1612) etliche seiner Lehcnsleute auf, daß sie sich bereit halten sollten, namentlich die Walpoten von Bafscnhcim, Eltz zu Kcmpenich, Irmtraudt zu Vallcndar, Schütz von Holzhauscn, Bruch, Bellen, Braunsberg, Zcmtcn von Mörle, Quadcn zu Isengarten, Waldmannshauscn, und die von Stein ^).
Auf der alten Iscnburg beschloß (d. 19ten März) der acht und siebcnzigjährige Graf Salentin VI. seine Tage, und wurde in der Kirche zu Romcrsdorf beigesetzt. Es wurde ihm ein kunstreiches Grabmahl errichtet, dessen Stelle neben jenem des Grafen Wilhelm II. zu Wied und dessen Gemahlin oben bei 1472 angegeben ist. Unter verschiedenen Abbildungen aus der heiligen Geschichte steht diese Inschrift: Illu«tri«8im<^ domez et D^: 8alLntivr<^ <üun»e« In IlenurA: ^Vicliinraezul St I^rince^z Llectnr (^ulnnienüi5 Dsrennüli«. ?ic>^2ßgn6i 8temlii3ti8 cau53, ikli^navit Nuplit I^berc>5 viäit. Odiit. ^5. 1610. Die 19. Mai-tii. Hot3ti5 »nnori'rn 78 ^).
Von seinen zwei Söhnen (S. 1577) folgte Salentin VII., der aber in kaiserliche Kriegsdienste trat, nach ihm Ernst.
In der Grafschaft Wied hatten sich die drei Brüder Johann Wilhelm, Hermann II. und Philipp Ludwig (S. 1676), vorlausig (den 10. Aug.) vereinigt, daß der erste, als der älteste, das Land auf drei Jahre verwalten sollte.
Ihr Oheim Graf Wilhelm IV. verkaufte, der Grundtheilung von 1595 zuwider, d!e bei der Erb- thcilung ihn, zugefallenen Ortschaften der Bifangischcn Gemeinschaft (S. 1599) an Reinhard von Leiningen, und Reinhard veräußerte sie weiter an Nassau-Hadamar für I2,UN0 Gulden.
Nachdem Wilhelm noch seine Tochter Philippina Katharina Waldurgis als Gemahlin des Grafen Christoph zu Leiningen - Westerburg versorgt hatte (S. 1594): starb er zu Nunke! (1612 im Septbr.) und hinterließ, nebst seiner Wittwe, seinen noch unversorgten Töchtern (S. 1584), die Herrschaft Nunkel seinen Neffen '«), welche jetzt noch nicht ahnen konnten, wie vielfach die Noch und Qual seyn werde, in die sie, von innen und von außen, sich und ihre Nachkommen verwickelt sehen sollten.
Bis zu dem Ausbruche des dreißigjährigen Krieges rcihete sich in den Niederländischen und Rheinischen Provinzen Krieg und Gewalt von Räubcrhaufen ununterbrochen an einander. Einiges von diesen ist bis zum Jahre 1591 angeführt worden. Während jetzt noch über das Herzogthum Jülich zwischen Brandenburg und Pfalzneuburg der lange Erbstreit herrschte, und auch der Kaiser und mehre katholische Fürsten an diesen Unruhen Antheil nahmen, aus Besorgniß, es möchten unter jenen protestantischen Par- theien die katholischen Bisthümer am Rheine leiden: so vermehrten sich nur die wilden Banden, zusammengemischt aus Tcutschcn, Holländern, Verwiesenen und Entflohenen aus den Niederlanden und aus Frank-
95) Wolf's Geschichte Maximilian'« I. und seiner Zeit. B. II. 961 Arch zu Neuro,
97) Von dem aufbewahrenden Orte dieses und früherer Denkmahler ist späterhin zu redin. Münzen von ihm s- Münzdlatt N. 10 und 11. 981 Fischer, N, cilüXI^VI. Arch. Samml. v. Mülm.'.nn Nnscr.
