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1616.

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l-aen Die drei Brüder versprachen einander eidlich die Erfüllung dieses Vertrags. Geschehen zu Wieb den Mannasten Mai. Mit ihnen unterschrieben und besiegelten die Urkunde Graf Georg zu Nassau und Graf Christo«!, zu Leiningen (S. 1612) '). Diese Erb- und Stammuereinigung wurde von dem kaiserli­chen Notarius Stephan von der Wehe, Stadtschrewer zu Andernach, den versammelten geistlichen und welt­lichen Dienern der niederen Grafschaft Wied, auf der Pfauenweide bei der Neste Wied. noch uu Mai, be­kannt gemacht. Dasselbe geschah zu Dicrdorf und Runkel ^).

Im Oetobcr machte der Graf Johann Wilhelm den Unterthancn feiner unteren Grasschaft bekannt, daß in vier Jahren'16,000 Gulden erlegt werden sollten, um alle Landcsschulden zu bezahlen -).

An die Grafschaft Wied machte Jülich neuerdings Ansprüche, ob es gleich 1Ü78 von Pfalz abge­wiesen worden war °).

5>em H-'rrn der oberen Grafschaft, Hermann II. wurde den 31. Mai (d. 21 alten Kalenders) die Tochter Walburaa Magdalena, und nach vierzehn Monaten (d. 28. Iul. alten, d. 7. Aug. neuen Kalenders) die Gräfin Johannette Maria geboren. Hermann war ein gelehrter Fürst, aber der Astrologie, ,m Geiste seiner Zeit leidenschaftlich ergeben; er beobachtete bei den Geburten seiner vierzehn Kinder die Stellung der Planeten 'der Sonne und des Mondes, zu den Sternen des Thierkreises, und verzeichnete sie, nebst seinen Lonstellationsschlüsseu. in ein eignes Lateinisch geschriebenes Büchelchcn '). Auch hielt er ein Tnitsches Ta- qebuch für Verfügungen im Forstwesen und für Haushaltung °). Er errichtete jetzt mit Nassau gemein­schaftlich in dem aufgehobenen Kloster Bcsselich (S. 1578) ein Hospital für die Wicdischen und Nassaui-

schcn Lande. , ^ ..,.,,„.

Dem jüngsten Grafen, Philipp Ludwig, zu Wied wurde indcß seit 1613 der lahrlich bestimmte Theil seiner 80,000 Gulden von den ältesten Brüdern geleistet. Aber schon 1614.wähnte er sich von diesen iibervortheilt, wollte seine Vcrzichtung widerrufen und abschwören,, und übergab die Sache der Univcrsuät Zu Marburg Diese widerriech dem Grafen sein Vorhaben in einem Ncsponfum, das in demselben Jahre ouch von Heidelberg bestätigt wurde. Philipp Ludwig lebte nun in großem Zwiste mit seinen Brüdern. Um ihre brüderliche Einigkeit herzustellen, ersuchten sie die Grafen Ludwig zu Nassau und Christoph zu Leininaen um ihren schiedsrichterlichen Ausspruch. Sie kamen dcßhalb 1616 im Mai zu Weilburg zusam­men Die beiden ältesten Brüder willigten in den Vorschlag, die Vergütungssummc Philipp Lndw.g's mit 20000 Gulden bis auf 100,000 zu erhöhen. Da von dem ersten Termin 6,000 Gulden, die auf Beyel- stein niedcraelcgt waren, entkommen seyn sollten: so sollten nach vier Monaten erwählte Schiedsrichter durch ein Compromiß Ausgleichung treffen. Es wurden genaue Zahlungstermine bestimmt, und zur Sicherheit für Philipp Ludwig die Kirchspiele Feldkirchen und Honnefeld von Johann Wilhelm, die Schuppacher Zehn­ten die Kirchspiele Obcrdrcis und Zreienrachdorf, von Hermann II. zum Unterpfand gesetzt. In Betreff der Regierungsnachfolge wurde angeordnet, daß, wenn die beiden ältesten Linien bis a>>f einen männlichen Er­ben ausgestorben waren, dieser nach freier Wahl die eine, und Philipp Ludwig, oder fem Stammerbe die lindere Landcshälfte erhalten sollte ?).

Philipp Ludwig vermäblte sich nun mit des Grafen Albert von Nassau-Saarbrück Tochter Erne- stina,, und wohnte auf dem Hofe Götzenboden, der hinfort Ludwigsburg genannt wurde, zwischen Nunkel und Scelbach (S. 1578).

Der Graf Hermann II. errichtete jetzt, auf den Grund der 157Z unter Johann IV. entworfenen Kirchcnordnung eine vollständigere für die gesammtcn Wicdifchen Lande und setzte für Runkel und Dierdorf

3) Fischer, N. 65XI.VI. 4) Die zahlreichen Namen tcr Beamten, s. Fischer, N. ccxi.VII.

5) Arch. zu Neuw. 6) Arch. zu Neuw. , ..

7) Es wird im Archiv zu Runkel aufbewahrt. Von diesen Constellationen handelt das folgende Kapitel ausführlicher.

8) Arch. zu Neuw. und Runkel. 9) Fischer, N. ccXI.V1II.