1618,

ein Consistorium ein °°), Am dritten September wurde ihm das dnttc Kind, Anna Sophia, geboren. Von 15'6 bis 1623 führte er ein Tagebuch über allerlei Geschäfte ").

Von der Geschichte der Grasen von Iscnburg-Grenzau (S. 1611) ist uns in diesen Jahren nur so viel bekannt, daß Ernst sich auf dem Schlosse Arenfels aufhielt, und wahrscheinlich um diese Zeit sich mit seiner ersten Gemahlin Charlotte von Ahrembcrg verband. Hier wurde er von Kurköln aufgcfodert, die Bclehnung mit der Burg und dem Slädtchen Hersbach, nebst den Urbachcr Zehnten nachzusuchen. Da­gegen erklärte Ernst (d. 1. März zu Arenfels), daß diese Besitzungen zu allen Zeiten Isenburgischcs lehn- frcics Eigenthum gewesen sepen, wie auch die Urkunde seines Vaters von 1536 lautete '-).

Hermann ll. stellte, mit Zustimmung seines Bruders Johann Wichclm, zu Dicrdorf dem Grafen 1617. Reinhard zu Westerburg gegen ein Darlehen von 5,000 Gulden, eine Vcrschccibung in Weinzchnten zu Heb- dcsdorf aus, die auf sieben Fuder Wein sprach; in Mißjahren sollten dem Gläubiger dafür 250 Gulden gezahlt werden. Die Weinberge bei Hcddesdorf und Irlich waren in diesen Zeiten so ergiebig, daß Her­mann 1620 bei jenem Grafen noch 2,000 Gulden ans jene Zehnten aufnehmen konnte ">

Die beiden regierenden Brüder zu Nunkcl und Wied ließen den 31. October in ihren Landen das erste Neformationsjudelfest feiern. Es wurde über die Bibelstclle II. Chron. 29, 1 — 8 gepredigt, Abend­mahl gehalten, Nachmittags der Psalm 47. erklärt, und der ganze Tag in dankbarer Andacht verlebt").

In dem durch den Ausbruch des dreißigjährigen Krieges verhängnißvollen Jahre wurden dem Gra­fen Hermann II. zwei Kinder geboren, sein viertes, die Gräfin Amona Amalia am I.Februar, und am 16. November sein erster Prinz Friedrich auf der Secburg („auf dem Berg zu Sycburgh auf dem neuen Hof") iZv Diese neuere Secburg, wo vormals die Wicdischc Burg Nohrbruch gestanden hatte (S. 1341), ward ein Lieblingsaufenthalt dieses Grafen Fricdcrich, welcher auch die neueren sieben Weiher, wenigstens zum Thcil anlegen, und die mächtigen Dämme zwischen den alteren verstärken, auch mehrere Hofgcbäude auffüh­ren ließ. Diese neueren Weiher sind: der Wölferlinger, zwei kleine Dreifelder, der Ruckeroder, zwei Göddcr- tcr, und der Mogendorfer Weiher. Von dem Grafen Friedrich rührte gewiß auch die Fassung einer guten Brunncnaucllc in dem Mcrdingcr Felde, und ihre Leitung nach der Secburg, her.

Um diese Zeit wurde die Gräsin Elisabeth, Tochter Wilhclm's IV. (S. 1584) mit dem Grafen Phi­lipp Reinhard zu Solms-Lich vermählt.

Der Gras von Isenburg-Grcnzau, Salcntin (S. 1611) starb in Oesterrcichischen Kriegsdiensten den 6. Decembcr, ob in Folge einer Verwundung in der Schlacht bei Budwcis (d. 9. Jim.) oder an einer natür­lichen Krankheit, und an welchem Orte, ist unbekannt. Sein Bruder Ernst, nun der letzte des Stammes, war in Spanische Dienste gegangen, und stand in den Spanischen Niederlanden. Dort ward er Ritter des güldenen Vließes, General der Artillerie, Generalgouverneur der Provinzen Namür und Artois, und Oberbe­fehlshaber des königlich-Spanischen Heeres in Niederteutschland, auch königlicher Großschatzmcistcr ").

Es verbreitete sich das falsche Gerücht von Ernsi's Tode. Da crtheilte Graf Hermann II. im Ja­nuar dem Dietrich von SchcpjWt und dem Wiedischen Nathe Ü. Pottgicßer, so wie den Isenburgischcn Räthcn Instruction und Crcditive, wie sie sich bei der Bestätigung jener Sage verhalten sollten. Pottgießer schritt schon zur Besitzergreifung der Herrschaft Arcnfels '').

Am 10. Januar erhielt Hermann II. seinen zweiten Sohn Moritz Christian.

In diesen^Monaten bezog eine Anholtische Kricgerschaar mit Gewalt in Wiedischen Ortschaften Win- icrquartiere, und richtete großen Schaden an, wie Berechnungen vom 11. Februar ausweisen "). Durchzüge

1619.

1620.

10) Aich. zu Rimkcl. 11) Nrch. zu Ncuw.

12) Fischer, 3t. lüvill. 1Z) Nrch. zu Neuw.

14) Arch. zu Runkcl. Mi der Wahl dieser Texte läßt sich der protestantische Geist jener Zeit erkennen.

15) Archiv zu Runkcl. 16) Iinlic,«, L. VI. «. VII. 17) Arch. zu Neuw. 18) Ebendaselbst,

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