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Die Wiedischen Herrschaften wurden seit dem Nestitutionsedict von verschiedenen Hecrhaufen der Liga, von den Regimentern Witzlebcn, Pappenhcim und andern, heimgesucht"); jetzt sielen auch Kurtricrische Soldaten mit unbilliger Exccution in Heddcsdorf und andere Oertcr ein ^^).
Unter allen Bedrängnissen erlebte der Graf.Hermann II, noch das erfreuliche Ereigniß der Landung Gi - stau Adolph's, Königs von Schweden (1630 d. 24.Iun.- 4.Iul.) zur Rettung des evangelischen Christenthmus in Teutschland, und die ersten folgenreichen Begebenheiten desselben, bis zu Tilly's Besiegung (1631 7. Sept.) bei Leipzig. Am dreizehnten des Octobcrs verließ Hermann II. in Dierdorf die Welt und seine Gemahlin mit vierzehn Kindern, über welche die Mutter mit dem Grafen Reinhard von Lciningen die Vormundschaft theiltc. Zum Andenken des edlen Herrn und Stammerhalters wurde eine länglich runde güldene Münze geschlagen, die sein Brustbild mit der Umschrift: IlLi-umnnuz <^c>. .<V. Weäa, In I^uncH, Ii,r 1«^^; auf der Kehrseite den Baum des Erkenntnisses mit der Schlange, zwischen den ersten Aeltern, in seinen Acstcn die Inschrift: 8uw« in cin-i^u, Niäelnar« Nr V«it:u<: >!^ (in dem Alter) 61. X^ 1631 ").
Seine Wittwe Iuliana Elisabctha (S. 1613) hatte ihren Sitz zu Dierdorf mit einem beträchtlichen Theil der Einkünfte des Amtes.
Der Graf Johann Wilhelm zu Wicd hatte seit 1628 immer wegen der Kirche im Thal Iscnburg mit dem Grafen Ernst von Isenburg-Grcnzau in Zwist gelebt. Jetzt im August schrie) dieser aus dem Schlosse Arcufels an Johann Wilhelm: daß dem Pfarrer zu Alsbach die Kirche zu Iscnburg darum verboten werden sollte, weil die Collation dieser Kirche, nach dem Burgfrieden (S. 1334) immer bei dem Hause Isenburg gewesen, die Kirche auch immer mit katholischen Geistlichen besetzt worden, bis des Grasen zu Wicd Vater, lange nach dem Passauer Vertrag und da Ernst's Vater sich außer Landes aufgehalten, unkatholische Prediger dahin gesetzt. Er könne es nicht verantworten, unkatholische Kirchendiener dort zu dulden, da nach kaiserlichen Patenten alle, seit dem Passaucr Vertrage eingezogenen, Kirchen und Kirchengüter herzustellen wären. Er habe deßhalb bei dem Kammcrgerichtc geklagt, und bitte, daß dem Pfarrer zu Alsbach angedeutet werde, sich hinfürtcrs der Kirche zu Iscnburg zu mäßigen. Johann Wilhelm antwortete: Cr wolle den Entscheid durch Juristen oder Kammergericht geschehen lassen ").
Nach dem Tode seines Bruders rcis'te Johann Wilhelm mit andern Häuptern des Westerwaldes nach Frankfurt zu dem Könige von Schweden, und vereinigte sich mit ihm. Eine Absicht des Königs war hier, die Spanische Macht von dein Nicdcrrhcin zu vertreiben ^). I„ diesen drohenden Zeitumständen verpachtete die Abtei Sayn ihren Hof zu Langendorf, der, nach der Veräußerung 1573, wieder zurückgekauft worden war, an zwei Hoflcute, für 27 Malter Waizcn "). Mt diesem Hofe ist bald darauf die letzte Spur des Ortes Langendors verschwunden.
Die rasche, alles überwältigende Annäherung der Schweden an den Rhein, und das ungünstige Ur- thcil, welches die Schiedsrichter in Bingen in dem Streite des Erzbischofs Philipp Christoph zu Trier mit seinen Landstanden gegen ihn gestillt hatten, bestimmten diesen, bei dem Französischen Minister Richelieu wider die Spanier, welche im Tricr'schcn feste Platze besetzt hatten, um Hülfe nachzusuchen. Da aber Frankreich mit Schweden einen Untersiützungsvertrag abgeschlossen hatte: so ricth Richelieu dem Erzbischof, den Konig Gustav Adolph um Neutralität zu bitten. Der Erzbischof, durch seine bekannte Hinneigung zu Frankreich von ocr Verbindung der kaiserlichen Parthci ausgetreten, konnte sich nur im Drange der Roth zu dem angcrathenen Schritte entschließen. Er sandte im folgenden Januar einen Herrn von Stagk mit einem nicht eben bescheidenen Schreiben an Gustav Adolph nach Mainz, in welchem er Widerwillen gegen Einrückung und Verpflegung Schwedischer Krieger im Tricr'schcn äußerte, und von Französischem Schutz durch 40,000 Mann sprach. Der König antwortete dem Erzbischof durch den Gesandten unter andern:: „der Schwedische König lasse sich nicht braviren. Der Kurfürst möchte wohl zusehen, indem er die 40,000 Mann gerühmter
4Z) Acch. z» Neu«. 46) Arch. zu Neuw.
44) Ebendas. 45) G, Wlmzdlatt N. 12.
47) Schillers dreißigjähr, Krieg. 2) Saymsche Hindsch.
