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Französischer Hülfe in sein Land brachte, wo er den Beutel finden möchte, dieselben zu contentiren, auch dabei alles wohl erwägen, damit er es nicht mache, daß der Schwedisch: Konig mit der ^rmaäa in sein Land dazukäme; wollte er dann den Konig uon Frankreich zu seiner Hülfe nehmen: so könnte er sich mit Spanien vergleichen. Des Kurfürsten Vorgeben, daß er je und allewege den Frieden gesucht, und der wenigste von der Liga wäre, könne der König, wenn er gleich hundert Eide schwüre, nicht glauben, weil sie zu Re- genspurg viel ein ander 5uncw5uüi gemacht, und er, der König, einmal von den Pfaffen zu Bamberg betrogen worden wäre, dcrohalbcn solle er dem Kurfürsten sagen: daß er dem Schwedischen Volke Quartier und Proviant gebe")". Nach längeren Unterhandlungen nahm der Kurfürst auf Richelieu's Betrieb folgende Bedingungen an, unter welchen Gustav Adolph das Tricrischc Land als neutral ansehen wollte: den Schweden müsse der Uebcrgang über die Brücke bei Koblenz gestattet, die Festung Ehrcnbreitstcin eingeräumt, die daselbst stehende Besatzung eidlich verpflichtet, und eine leidcntn'che Geldsumme der Schwedischen Armee zun: Bestell gegeben werden. Darauf machte der Kurfürst seinem Lande bekannt, der König Ludwig XII l. von Frankreich wolle sich desselben annehmen. Seinen Landstandcn zuwider, und den Schwedischen König bctriegcnd, ließ Philipp Christoph 1,0U0 Franzosen, die zu Bingen eingeschifft, bei Lorich gelandet, und über Montabaur nach Ehrenbrcitstein geführt worden, am fünften des Iunius in die Festung ein, deren Befehlshaber und Leute er zuvor theils dahin und dorthin ausgeschickt, theils, unter dem Verwände eines Anschlags der Spanier auf die Koblenzer Brücke, auf diese hcrabgcrufen hatte. Allgemeinen Schrecke»: und Verwünschungen über den Kurfürsten erregte diese Auslieferung des Schlüssels zu Teutschland an die Franzosen am ganzen Niederrhein. Er hatte sich in sein neues Schloß im Thal Ehrenbreitstcin zurückgezogen. Hierauf besetzten Spanier unter dem kaiserlichen Obersten, Grafen von Merodc die Stadt Koblenz. Auch die Burg Hammcrstein bezogen Spanier. Am 13. Zun. kamen Schweden, unter dem General Hörn, von Mainz herab, vor Koblenz, und belagerten die Stadt, die von den Spaniern zwar bis auf dm 21. Iun. tapfer verthcidigt, aber auch von der Festung aus beschossen, an diesem Tage kapituliren mußten. Die Spanier zogen ab; und die Schweden ließen die Festungswerke der Stadt schleifen, übergaben diese den Franzosen, welche 432 Mann hineinlegten, und wendeten sich mit den erbeuteten Vorräthen an der Mosel aufwärts. Die Franzosen raubten aus den Kirchen zu Koblenz Glocken und anderes Metall, zerstörten in der Domkirche Denkmählcr, und der Kurfürst trieb unter ihrem Schutze Steuern ein °"). Schweden und Hessen stiegen über den Westerwald, oberhalb Ncngsdorf, ans dem Gebirgsrücken nach der Beste Ham- merstcin hinab, welche die Spanier ihnen räumten. Schweden und Hessen belagerten Andernach, und behandelten das Gebiet des Erzbifchofs Ferdinand von Köln mit Härte, bis ihnen in dem Frieden zu Ncus „mit reichlichem Golde der Rückweg gepflastert wurde." Mit Koblenz litt auch Thal-Ehrcnbreitstein unter Raub und Brand. Das Kloster und die Kirche der Kapuciner daselbst, von dem Erzbischof Philipp Christoph neu erbauet wurden zerstört, und erst nach dem Westfälischen Frieden unter Karl Kaspar wieder hergestellt. Auch das alte St. Katharincnklostcr unweit Linz (1259) wurde verwüstet, aber nach fünf Jahren unter der Aebtissm Vcronica wieder aufgcbauet -').
Der Erzbischof Philipp Christoph belehnte in diesem Jahre den Grafen Johann Wilhelm zu Wicd „als den Eltistcn des Stammcns in Namen sein und seiner Leibslchcns-Erben, sodann auch uff Absterben Grass Hcrmann's zuWiedt, seines mitleren Bruders im Nahmen vnd von wegen dessen hinterlassener sechs minderjähriger Söhnen, bcnantlich Friedrich, Moritz Christian, Hermann, Johann Ernst, Ferdinandt, vndt Wilhelm Ludwigen weniger» nicht seines noch lebenden jüngern Bruders Philips Ludwigen" mit der Vcstc Arcnfels, und der Voigtei und den Gerichten zu Hönningen «°).
49) Khenenhüller Hnünl, IV'räM, XII, Wyttenb. Gcsch, von Trier, B. 3. 50) Wytlmb, I. (,-.
21) IVIl>,'«neu« clü ^cUi>^, <ünl. p. 193, llnnU,. Nilt. 1'rev. ^I:,55en. .4un, l'i-ov. Schiller's dreißigjähr. Krieg
II,, 65 n, Arch. ;,i Ncuw. Konrad's Triersche Gesch. 52) Fischer, N. <Ü(^XI.
N.'ck's Geschichte.
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