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dem Erzbischof Cuno befestigten Fleckens Engeis, den ebenfalls Franzosen, und der Burg Sayn, die 1632, wie Frcußberg und andere Tricrisch-Saynischc Platze, Schweden besetzt hatten. Das Archiv auf der Burg (Nieder-) Wicd war 1630 thcils nach Andernach und Köln, theils nach Dillenburg geflüchtet worden die Wicdischcn Beamten hielten sich in Koblenz auf«'), und die Ortschaften der Grafschaft waren größtenthcils von Bewohnern verlassen, deren viele in Waldhohlen lebten.

Aber auch den Urheber dieser Drangsale, den Erzbischof Philipp Christoph, crgrissjctzt die vergeltende Gerechtigkeit. Die Kaiserlichen, unter dem Feldmarschall Grasen von Görtz, nahmen Koblenz ein, nachdem die wenigen Franzosen darin sich auf die Festung Ehrcnbreitstcin zurückgezogen hatten, giengcn über den Rhein, vertrieben die Franzosen aus Engers, und besetzten im Thal Ehrcnbrcitstein die Philippsburg °°). Der kaiserliche General. Graf von Embden kam im März von Luxemburg nach Trier, überwältigte die Französi­sche Besatzung, nahm den Erzbischof gefangen, und ließ ihn nach Namür, von da nach Gent abführen; bald darauf wurde er nach Linz an der Donau (1636) und von dort nach Wien gebracht, wo er erst 1646 seine Freiheit und Würden wieder erhielt °°).

Die Burg Sayn und die andern Besten dieser Grafschaft waren bereits 1633 von den Schweden ^6. verlassen worden; wurden aber in der Folge wieder von ihren Verbündeten eingenommen. Es begab sich darauf, daß die Gräfin Luise Juliane,, Wittwe des 1632 verstorbenen Ernst zu Sayn-Wittgenstein (S. 1623), zwar Frcußbcrg in Besitz nahm, aber, nachdem nun auch der junge Graf Ludwig zu Sayn und Witt­genstein verblichen, und mit ihm dieser Mannsstamm erloschen war, weder auf ihre Vertheidigungsschriften gegen Trier Bescheid, noch für ihre zwei minderjährigen Töchter Ernestina und Iohannctte, die Bclehnung mit Sayn erlangen konnte. Der Graf zu Wittgenstein Ludwig Casimir, Bruder Wilhclm's, Großohcim die­ser jungen Gräfinnen, und Bruder Gcorg's, Stifters der Linie Wittgenstein-Berleburg, ergriff von Sayn Besitz im Namen des Gcsammthauscs. Dawider protestirte Iuliana. Kurköln aber sah die Lehcnscrbcn von Sayn für ausgestorben an, obgleich die weibliche Belehnung altherkömmlich auch bei Sayn war, und be­lehnte mit Hachcnburg und andern Allodicn den Bischof von Osnabrück und dessen Brüder, die Grafen von Wartcnberg. Der Abt zu Laach nahm den Flecken Bcndorf, des Klosters altes Besitzthum (S. 1112), weg; Kurbaiern aber belehnte damit den Freiherr« von Mettcrnich, der nach der Ucbergabe der Festung Ehrcnbrcit­stein Gouverneur derselben ward ^).

Vaicrn und Kaiserliche hatten indeß unser ganzes Nheinthal überzogen und alles Genießbare in den umliegenden Orten weggeraubt. Die Acckcr und Weinberge blieben unbebaut. Es trat gänzlicher Mangel an Lebensmitteln ein, und im Gefolge der Hungersnot!) begannen Seuchen zu wüthcn, unter den Belagerern der Festung, unter den Landbewohnern in den Gcbirgschluchtcu und Wildlagcrn, wo sie mit ihrem Vieh das Leben kümmerlich zu fristen suchten, am gräßlichsten jedoch bei den belagerten Franzosen auf Ehrenbrcit- stein. In den letzten Monaten dieses Jahres bekam der Soldat täglich nur ein halbes Pfund Commisbrodt, halb mit Hafer vermischt, und mehrere Zwischentage keins. Im Anfang des Novembers kostete im Thale ein Scstcr Korn 15 Thalcr, in den letzten Tagen dritthald Pfund Brodt 2 Gulden, ein halber Schoppen Brannt­wein anderthalb Königsthalcr. Ein Soldat stieß Austcrschaalen, vermengte sie mit Weintrestern, und buk daraus Brodt. Seit dem Mai wurden 20U Pferde, im Dccembcr 117, dann 60 Esel, und 80 Hunde auf der Festung verzehrt. Ein Pfund Fleisch kostete 13 Albus, ein Pfcrdchcrz anderthalb Königsthalcr, ein Pfer­defuß 8 Aldus, ein Ei 20, ein bester faule Aepfel 20, drei Sperlinge 37, eine Ratte 18 Albus, ein Feldhuhn 2 Thalcr. Im folgenden Januar wurden, den Soldaten die Häute der geschlachteten Pferde und Esel zugc- I6Z7. lhcilt; längst weggeworfene Häute von Kühen und Schaafen wurden zur Nahrung wieder aufgesucht; aus

dem Miste lac

man den Absa"

ein Viertel Schoppen Wein.

der Speisen hervor. Eine köstliche Tagcsgabe waren jetzt 20 Loth Brodt und Viele Soldaten suchten zu entweichen "). Hessen und Holländer trachteten

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61) Fischer, N, <^Q, 6Z) Moser, I <-.

Arch. zu Neuw. 62) Wyttenb.

64) Handschrifll. Nachrichten.

Gesch. v. Trier, B. 3, S. 183 LOS.

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