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1638.

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zwar zu Ende des Januars aus dem Kölnischen den Franzosen auf der Festung zu Hülfe zu kommen °'); allein der Venerische General Johann von Werth bekam davon Nachricht, und sandte den Obersten Neumark ihnen entgegen. Inzwischen hatten zwölf Holländer hinter Isenburg hinauf einen Weg in die Festung ge­funden, und den Belagerten die Ankunft von 130 Wagen Korn, Munition und andere Bedürfnisse, über Attenkirchen her, unter Anführung des Hessischen Obersten Mclandcr mit 600 Mann zu Fuß und 400 Rei­tern, gemeldet. Die Baiern aber erwarteten diese bei Grcnsau, sielen des Nachts über sie her und erbeuteten nach einem hitzigen Gefechte Alles.

Die Besatzung hielt ihre Noth aus bis zum sieben und zwanzigsten des Iunius. Der Feldmar­schall Vüssy hatte selbst in den letzten Wochen 80 Feldmäuse verspeist. Nach den Unterhandlungen, die er mit dem General Werbt gepflogen hatte, zog er in der Nacht mit Waffen und Fahnen aus, wurde mit sei­ner zusammengeschmolzenen Mannschaft auf dem Rheine nach Holland abgeführt, die Festung einstweilen dem Kurfürsten von Köln übergeben, und das Baicrisch-Ocstcrrcichische Heer verließ den 22. Iul. Koblenz und unsere Gegend, bis auf eine kaiserliche Besatzung, die erst nach acht Jahren Ehrenbrcitstcin verließ "").

Im Deccmber langte der Graf zu Wied, Philipp Ludwig, aus seiner Haft in Ocstcrrcich entlassen, wieder in seinem Lande an (S. 1634), wahrscheinlich durch Vcrmittelung des Grasen zu Nassau-Katzencln- bogen Ludwig Heinrich, der Kaiserlich-Ocsterreichischcr Oberstfcldwachtmcistcr war. Er suchte sofort um die Bc- lehnung mit den Tricr'schen Erblehngütern nach, und bemühte sich, sein Nachfolgcrccht in Isenburg - Gren­zen: zu begründen, da der Graf Ernst von dieser Herrschaft wieder entfernt lebte, kinderlos war, und die Isenburger Untcrthanen den Grafen zu Wied gleich nach seiner Wiederkunft als ihren Herrn begrüßten, und in den neuandringcndcn Kriegsgefahren um seinen Rath und Befehl baten ^). Der Kaiser Ferdinand III. sandte dem Grafen einen Schirmdricf nach, vom 17. Nov. über Wieb und Isenburg, und der Oberst Neu­mark, der noch in Koblenz stand, gab seinen Pflichteifer zu erkennen, Philipp Ludwig'» Klagen über Unfug und Gewalt umherschweifender Soldaten zu ahnden °").

Philipp Ludwig verlobte sich am 26. April zu Dillcnburg mit Anna Amalia, Tochter des Grasen Ludwig Heinrich zu Nassau-Katzenclnbogen, Viandcn und Dictz und dessen Gemahlin Katharina, gebornen Gräfin von Sann und Wittgenstein. Dem ehelichen Bündnisse wohnten als Zeugen bei - Philipp Ludwig's vcrwittwete Mutter Magdalena (S. 1606) und Ludwig Graf zu Saun und Wittgenstein «'). Aber schon den sechsten des Octobers starb der jüngst Vermählte, und mit ihm der männliche Stamm der Linie Wieb zu Wieb aus; denn seine Gemahlin ward nicht Mutter. Da keine Ehepacten unterschrieben worden, und der Graf Friedrich zu Nunkel, zufolge des Wiedischcn Stammvcreins, für seinen Bruder Moritz Christian (S. 1620), von der »mtercn Grafschaft durch seinen Rath Amtmann Dr. Becker, nach eigenhändig den 11. Octbr. unterzeichneter Urkunde, Besitz nehmen, auch die Untcrthanen zu Wied huldigen ließ ^°): so erhob sich zwischen Friedrich und dem.Grasen von Nassau-Katzcnelnbogcn über die Witthumsvcrschrcibung Streit. Die Wittwc wendete sich an den Neichshofrath, und dieser ernannte eine Commission auf Kurköln "), welche zehn Jahre hindurch in einer Reihe von Familienzwisten Beschäftigung fand. Es schien sogar dem Grafen Friedrich ein Verlust an der Grafschaft Wied zu drohen, durch eine kaiserliche Donation an Köln. Er bat den Kaiser um ihre Zu­rücknahme ^).

Während dieser bekümmernden Vorgänge in dem Geschäftszimmer Fricdrich's erschollen gzis der Herrschaft Dierdorf zu ihm Wehklagen über Plünderungen, die von acht Compagnicn Kaiserlicher, unter dem Grafen Ferdinand Ludwig zu Spaur, in dem Westerwaldc verübt wurden. Friedrich beschwerte sich bei die­sem Befehlshaber, erhielt vertröstende Antwort; nichtsdestoweniger aber dauerten die Räubereien fort ?').

LZ) <?.'5w D-evi!-, Wftttenb. B, Z, S. 197, 67) ,'>! ,'.r, N. <^I.. Archiv zu Neuw.

66) <^5tn?i-Lvii-, 68) Archiu z» Nemv,

Wyttcnb, i, c.>

09' Fischer,, N. (X^IV. "' ,'lrch. z» Vvuw.

70) Fischer, N. c^ivvi 73) Ebendaselbst

71-) 2>ch, Aue;, r. Mülüi-im,'