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1640.
Im Frühling des folgenden Jahres, den 2N. März, verlobte sich Graf Friedrich mit sein« ersten l6V. Gemahlin Maria Iuliana, des verstorbenen Grafen Philipp Ludwig zu Lciningen Wittwe, Frau zu West«, bürg und Schaümburg, Tochter des Grafen Reinhard zu Leiningen. Es waren bei dieser Handlung in We- stcrburg, gegenwärtig:Fricdrich's Mutter, Iuliana Elisabetha, Graf Reinhard, Ferdinand, Johann Ludwig zu Nassau, Ludwig Christoph zu Solms, und Friedrichs Bruder, Moritz Christian ") Graf Reinhard verschrieb in seinem Testamente seiner Tochter und ihrem Gemahl Friedrich 6,llNU Gulden, und verpfänd.tc ihnen zur Sicherheit das Schloß, die Stadt und das Land Westcrburg '°).
Im August muthcte er durch ein Schreiben von Nunkel aus an den Fürsten Abt Hermann Georg zu Fulda, die Bclehnung mit Isenburg für sich und seine Brüder Moritz Christian, Hermann, Hans Ernst und Wilhelm Ludwig, — Ferdinand war todt —, bat sich aber, wegen der Kricgsmmihcn, zur Reist nach Fulda Anstand aus ").
Als er für seinen Bruder Moritz Christian die Huldigung zu Wied hatte einnehmen lassen, war auch die Wittwc seines Oheims Johann Wilhelm, Grafin Magdalena, die zu ihrem Witthum Wohnung und Einkünfte auf der Wiedburg hatte, mit der Forderung aufgetreten, daß die Wicdischcn Beamten ihr huldigen sollten, und hatte sich, auf die Weigerung derselben, mit Klage über Beeinträchtigung durch Friedrich, an den Kaiser gewendet" ?). Die kaiserliche Commission forderte den Grafen auch über diese Verhältnisse zur Verantwortung auf; da erklärte dieser, daß er seine Base keineswegs in ihrem Witthum beeinträchtigen wolle. Die älteste Tochter von dieser aber, Johanna Walburgis, welche, nebst ihren beiden Schwestern (S. 1606, 1624, 1633) unvcrchlicht blieb, führte von nun an in ihrem eigenen Namen gegen Friedrich Beschwerden über Entziehung von Allodialgütcm, und unterhielt den Streit zwanzig Jahre lang.
Friedrich beschwor in Dillenburg den 15. Aug. den Wiedischen Stammvcrein, und verglich sich drei Tage darauf mit seinem Bruder Moritz Christian, unter Vermittelung der Grasen Ludwig Heinrich, Georg Ludwig zu Nassau-Katzenelnbogcn und der Gräfin Wittwe Anna Margaretha zu Solms, kraft der Grundtheilnng von 1595 und 1613 dahin, daß beide Brüder, in Betreff der Forderung von Seiten der Grafin und Fräulein Johanna Walburgis zu Wied, der Forderung der Gräfin Wittwe Philipp Ludwig's des Jüngern zu Dillenbnrg, der alten und neuen Schulden ihrer Vorfahren, und der Forderung der Gräsin Wittwc Philipp Ludwig's des Aclteren, Erncstina, für einen Mann stehen wollten. Ihre Mutter, Iuliana Elisabeth, sollte den Dier- dorfischen Thcil als Witthum haben; ihre Brüder und Schwestern wollten sie befriedigen, und mit der Gräfin Erncstina sich abfinden. Diese hatte vor Kurzem sogar durch eine Anzahl Reiter das Schloß und den Ort Nunkel eingenommen; doch zogen sich diese bald wieder nach Vilmar zurück. Friedrich wählte nun für sich die untere Grafschaft, und Moritz Christian nahm die obere und die Burg Runkel in seinen Besitz ^«). Friedrich bezog jetzt die Burg Braunsberg mit seiner Gemahlin und ihrem am 9. Juli gcbornen ersten Sohn Georg Hermann Reinhard.
Im Laufe dieser Verhandlungen wurden die Klagen der llntcrthancn in der ober» Grafschaft über fortwährende Gewaltthätigleiten des kaiserlichen Kricgsvolkes aus dem Westcrwalde öfters wiederholt. Unter andern raubten sie im November zu Ransbach 5U Stück Rindvieh ").
Ein Hoffnungsstrahl der Fricdcnssonne schimmerte jetzt durch das finstere Zcitgcwölk, aber nur fluch- 1641. tig vorüber, als die kriegführenden Mächte in Hamburg zu Präliminarien zusammentraten, diese jedoch von dem Kaiser verworfen wurden, weil nach dein Tode Bernhard's von Weimar und des Schwedcnftldhcrrn Banner, die Sache des katholischen Bnndes wieder zu gewinnen schien.
An diesen hatte sich der Herzog Karl von Lothringen angeschlossen, behandelte nun mit seinen zügellosen Hansen das Er^stift Trier feindlich, und blieb seitdem auch für unsere Nheingegcnd viele. Jahre hinsor, ein Bedrücker.
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74) Fisch?,-, N. ll^XXX. 75) Archiv zu N.'ir,- 76) Fisckcr, N. 5<^V.
78) Fischer, N. c^l.v/1. Arch. zu Runkel. '' ^,^ :., Neun»
7/^Arch. 5«'Ntl!,'o.
