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In der zweiten Halste dieses Jahres wurde dem Grafen Friedrich zu Wied auf Braunsbcrg der zweite Sohn Ferdinand Franz geboren.
Die letzten Monate führten Hessische und Französische Krieger von der Heerabthcilung Bernhard's von Weimar, unter Güebriant und einem Grafen von Ebcrstcin durch unsre Grafschaft in das Kölnische
1642. Land, wo sie im Januar bei Kempen über Lamboi und Mercy siegten.
Der Graf Friedrich wurde in dem Rechtsstreite, den die Grafin Johanne Walburgis zu Wied gc-' gen ihn betrieb, um durch die Kurkölnische Commission ihre Allodialgütcr zu behaupten, und wegen der Ansprüche an ihn, die Philipp Ludwig's des Acltercn Wittwe Erncstina dem Kölnischen Hofgcrichtc vorlegte, von dem Kurfürsten Ferdinand zu Köln vorgeladen °°).
Johanna Walburgis wurde in ihrem Besitz gelassen; die Beendigung dieser Streitsachen aber erfolgte erst lange nach dem Westfälischen Frieden. Von den Schwestern dieser Walburgis, Iuliana Magdalena und Amalia verlautet nichts weiter ^).
Das alte Wicdischc Stammhaus Isenburg hatte bis jetzt noch die halbe Herrschaft Clccbcrg besessen; diese kam nun durch einen Vertrag an Hessen (S. 1176. 1219).
Der Graf Moritz Christian zu Wicd-Nunkcl (S. 1640) vermählte sich in diejcm Jahre mit Katharina Iuliana, Tochter des Grafen Philipp Ludwig zu Hanau und Nieneck und der Prinzessin Katharina Bclgica von Oranien-Nassau, geboren 1604, Wittwe des Grafen Albrccht Otto zu Solms, Frau -u Münzenberg, Wildcnfcls und Sonnenwald. Zeugen der Vermählung waren die Brüder Friederich, Hermann und Johann Ernst, zu Wied, welche in der Urkunde besonders anmerkten, daß sie sich in streitigen Fällen den Vorzug ihres und des gräflichen Hauses Wied Stammvercins vorbehielten «-).
Moritz Christian baute seitdem das zum Thcil zerstörte Schloß Runkel in bewohnbaren Zustand wieder aus. Von dem traurigen Verfalle, in welchem er die Graffchaft Runkel fand, zeugen folgende Angaben: das Dorf Schuppach zählte noch 12 Häuser, Obcrdiefcnbach 13, Dernbach 9, Holzhausen 7, Eschc- nau 4, Wirbclau 5 "').
1643. Ob nun gleich zu Fricdensunterhandlungen in Osnabrück und Münster ein langsamer Anfang gemacht wurde: so waren doch im Süden und Norden von Teutschland die Waffen noch in blutiger Bewegung, dort zwischen Franzosen, deutschen und Schweden, hier zwischen Schweden, Oestcrrcichern und Danen, unter Torstcnson und Gallas, und auch uns« Waldgegend bis an den Rhein herab konnte sich noch keiner sicheren Ruhe erfreuen. Unser Ufcrstrich mußte die Kaiserlichen auf Ehrcnbreitstcin unterhalten. Es wurden von kleinen Kriegcrhaufcn, welche vorüberzogen, Forderungen erzwungen; die Thalbcwohncr zu Isenburg wurden im Januar 1644 von dem Obristcn Mandcrsloo zu einer Contribution gcnöthigt ^). Die Abtei Nomersdorf bat den Grafen Friedrich, daß er sich bei der Hessischen Regierung um eine Sicher- hcitswache, insbesondere um Befreiung von Lieferungen verwenden möchte, die der Commandant des Say- nischcn Burgorts Frcußberg von den: Kloster begehrte, das er mit Execution bedrohte. Friedrich schrieb dcßhalb cm die Landgräsin Amalia Elisabeth, Wittwe Wilhelm's V. nach Kassel ««).
Nnserm Grafen war in dem vorigen Jahre der dritte Sohn, Friedrich Melchior, geboren worden, l644, in diesem wurde ihm Johann Ernst, und in dem nächstfolgenden Franz Wilhelm, getauft.
Seiner Gemahlin Maria Iuliana Geldfordcrung an Wcsterburg (S. 1639) war unbefriedigt geblieben, und die Ursache eines Streits zwischen Wied und Wcsterburg geworden, dessen zwölfjährige Fortdauer Nassau - Dillcnburg durch eine Commissi«« nicht verhüten konnte °").
Der Graf Moritz Christian zu Wied-Runkel, in Irrungen mit Johann Ludwig zu Nassau-Hada-
80) Fischer, N. ccxi,ix, v. Mülmann Collect.
81) Julian« Magdalena scheint IS Jahre später noch in Attenkirchen gelebt zu haben.
82) Fischer, N. 5cü1.XXI. 8Z) Arch. Auszüge von Mülmann. 84) Arch. zu Neuw. 85) Ebendas. 86) Ebenias.
V. 1657. Anmerk.
