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bezahlen. Fricdriä/s Vorstellungen bei Gelen fruchteten nichts. Der Obrist Goldacker auf dem Siegderg erpreßte von dem Grafen Friedrich Geldzahlungen; ^ nach Andernach mußte er monatlich 160 Thalcr abgeben; der Obrist Jäger, Kommandant zu Hammerstcin, ließ seine Leute, die keinen Sold erhielten, in Hül- lcnberg, Gönnersdorf, Wollendorf, plündern; der Obrist Spick fordert von Friedrich, im Juli, 150 Malter Korn und Gerste, und Friedrich muß sie, nachdem er an den Feldmarschall Grafen von Holzapfel vergebens geschrieben, im August abliefern.
Zu diesen Erschöpfungen der unteren Grafschaft, die noch lange Zeit fortdauern sollten, kam jetzt die Aufkündigung der Schuldsumme an die Herren van der Lcycn, die in dem Jahre 1575 von dem Grafen Johann IV. zu Wied aufgenommen, und unter den Nachfolgern desselben angewachsen war. Friedrich mußte sie auf bessere Zeit, insbesondere bis zu dem Austrag des Processcs mit der Grafin Johanna Wal- burgis, welche von Kurcöln in dem angemaßten Besitze Nicdcrwicdischcr Allodialgütcr erhalten werde, vertrusten '-).
Er ward in dicfcm Jahre Vater des sechsten Sohnes, Karl Christoph, der aber nur vier Jahre lebte. In dem folgenden wurde ihn: Julian« Erncstina geboren.
Die Räubereien von Cchrcnbrcitstcin, aus wurden in den Orten um Grcnzhausen fortgesetzt, vornehmlich an Heu. Einer monatlichen Contribution, die Spick von Wieb forderte, wurde Friedrich überhoben, da er sich an den General Lamboi gewendet hatte.
Als die Heerhaufen dieses kaiserlichen Gcncralfeldmarschalls sich, im Februar, auf der linken Nhein- seite anschickten, den Hessen in dem Herzogthum Jülich cntgegenzuziehen, begehrte der kaiserliche Proviant- commissär Krüger in Andernach von Wied noch 100 Malter Hafer, 20 Ohm Wein, 40 Ohm Bier und 10 Stück Rinder, Es wurden noch immer monatlich auch Contributionssummen nach Andernach geschickt. Bei Grevenbroich verlor Lamboi ein hartnackiges Tressen, in welchem Friedrich's Bruder Graf Johann Ernst zu Wied (S. 1623), der unter dem Landgrafen von Hessen als Obrist eines Reiterregiments diente, in kurze kaiserliche Gefangenschaft geriet!) ^ ^). I,„ November hatte Friedrich auch an Hessen eiuc Kriegsforderung zu entrichten^
Friedrich's vierte Schwester Amöna Amalia (S. 1618) vermahlte sich in diesen, Jahre mit dem Grafen Ludwig Christoph zu Solins, Herrn zu Münzenberg, nach dem Willen ihrer noch lebenden Mutter, der Gräsin Iuliana Elisabeth zu Wied, gebornen Gräfin zu Solms (S. 1613) ^).
Von den alteren Töchtern dieser Gemahlin Hermann's ll. war Walburgis Magdalena (S. 1614) dem kaiserlichen Stift zu Herforden zugcthan, katholisch geworden, und stand demselben noch lange als Dccanissin vor; Iohannette Maria (S. 1616) ward Gemahlin des Grafen von Sayn-Wittgenstein Ludwig Albert, die Mutter Karl Ludwig's, der zu Ncumagen seinen Sitz nahm (S. 1522) und der Gräfinnen Charlotte Eleonore und Albertine Elisabeth.
Graf Friedrich hatte in der letzten Zeit, vcrmuthlich aus Mangel an Wohnungen für die zahlreichen Angehörigen der Familie, auf dein Hofgrundc seiner Altvordern, in dem verheerten Langcndorse, in der Nähe des Nhcinsiroms eine neue Behausung erbauen lassen, nannte diese sein Haus zu Langeudorf, wolmte jetzt hier, uud erließ verschiedene,Scheiben cl. 6. Langendorf '°). Dieser Bau sollte das Dorf Langendorf wieder in's Dascyn bringen,, ward aber der Anfang einer Stadt. Den Landsitz umgab ein Weingarten, der in guten Jahren 100 Ohm des besten Blcichart erzeugte. Oberhalb desselben entstanden noch einige Häuser unter gleichem Namen. Zur Aufnahme des neuen Ortes trugen die Beschlüsse des Wcst- phalischcn Friedens das Hauptsächlichste bei, der, am vier und zwanzigsten des Octobcrs zu Stande gebracht, unscrm Nheinlcmde und dem Wicdischcn Gebiete zwar keine Befreiung von den unsäglichen Lasten und Qua-
92) Archiv zu Neuw.
94) Fischer, N. 66I.XVI.
9Z) Archiv zu Neuw. Lrovveri 5. !Vlll8«eü. Hnn, 1'i-avii-. ' 95) Archiv zu Neuw.
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