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len, die vielmehr noch cm halbes Jahrhundert hindurch sich erneuerten, doch aber bürgerliche Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen herstellte.

Fricdrich's unternebmcndcr und kraftiger Geist benutzte unverzüglich zur Aufhülfe seiner zerrütteten Grafschaft die nächsten Wirkungen, die der Wcstphätische Frieden in dem äußeren und inneren Leben vieler Tausende hervorbrachte, und die Vollmacht, die jedem Teutschen Reichsstandc gesichert ward.

Es sind hier vornehmlich folgende Gnmdsätzc dieses Friedens zu merken: daß zwischen katholischen und protestantischen Standen vollkommene Gleichheit stattfinden, die Unterthancn derselben gleichgeachtet werden, die Rechte-der Lutheraner und Katholiken auch den Rcformirtcn zukommen, außer diesen drei christ­lichen Religionsbekenntnissen aber andere Glaubcnspartheicn dieselben Rechte nicht genießen, und die Reichs- stände freies Territorialrccht ausüben sollten ^«). ' '"

Es reiste bei Friedrich allmalig der Plan, an der Stelle der Hofe des alten Langendorfs eine Re­sidenz und eine Stadt, mit dem NamenNcuenwiedt," wie er schon sein kleines, jetzt noch nicht vollende­tes, Schloß nannte, zu gründen, als Freistätte für alle, sowohl geduldete als berechtigte Neligionsvcrwandte und eine Anzahl der vielen nützlichen Menschen, die ihre verheerten Wohnsitze verließen und nach den freien Niederlanden zogen, zum Bortheil seines Landes aufzunehmen.

Bevor jedoch dieser Entschluß zur Ausführung gedieh: soll Friedrich für das neue Wieb die, von Nheinübcrschwemmungen freie, Hochebene bei Wollendorf und Feldkirchen ausersehcn gehabt, und deßwegen an dem Fuße derselben, an derhohen Ley" zwischen Irlich und Fahr, auf felsigem Nheinufer, das Schloß

fern durch einen neuen Ort in ihrer Nähe geschmälert worden, und oberhalb der Wiedmündung zu entlegen.'- gewesen wäre. Vielleicht bcwog den Grafen zu jenem Schloßbau auch ein anderer Grund.

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Zwanzigstes Kapitel.

M'inerkungm über das gesellschaftliche Leben in unfcrm Gesichtskreise, von 1517 bis 1648.

Eine Geschichte von vier Menschenaltcm in unscrm Kreise ist uns wieder vorübergegangen, die uns thcils das Wirken und die Schicksale der ersten Personen unsres Landes, thcils die Umbildung des gei­stigen Lebens und die dreißigjährige Erschütterung des Tcutschcn Vaterlandes, dargestellt hat, so weit sie unsre damaligen Vorfahren überhaupt betrafen? und den-Zustand ihrer Nachkommen im Ganzen begründeten. Bemerken wir nun Einiges von den besonderen Verhältnissen, Vorfällen, und Ursachen, die wahrend dieses Zeitraums auf das gesellschaftliche Leben der Bewohner des Wicdischcn Gebiets, von den herrschaftlichen- Häusern an bis zu den geringen Hütten, Einfluß hatten.

Die Grundmittel des Lebens wurden bis in die erste Zeit des siebenzchnten Jahrhunderts, wenige unfruchtbare und kriegerische Jahre ausgenonunen, reichlich gcärndtct, und waren so wohlfeil, daß der Hand­arbeiter in unscrm Rheinthalc mit dem Taglohne von 1 bis 3 Albus bestehen konnte. Es gab Korn und Wein genug, und Gerste und Hopfen für den starken Biergenuß: Der Vichstand war ansehnlich. Sil- bcrgrubcn in der Grafschaft Runkel, Eisenhütten zu Hundsdorf seit 1608, zu Honnefeld und .Qderöicbcr

96) Kritik les Osnabrückischen Friedensschlusses, N, 5. 7, 8. NlH'K Geschich«. ,

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