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feit Friedrich's Regierungsantritt, vermehrten dm Erwerb. Friedrich verbesserte die Landstraßen nach dem Gebirge, und ließ über die Wicd bei Altwied und bei Hcddesdc'rf steinerne Brücken bauen. Allein seit dem Gebhardlschen Kriege sank der Wohlstand der Grafschaft und unseres Rhcinthals durch Raubgesindel und in. dem dreißigjährigen Kriege wurde er ganzlich zerrüttet. Der Ackerbau wurde unter jenen Unruhen, und in dieser schrecklichen Zeit zerstört und unterlassen. In dein sechzehnten Jahrhunderte werden besonders die Jahre 1520 ungeachtet des ausgezeichneten Frühlings, 1529 und mehrere seit !57N als traurige Mißjahre bemerkt; 1529 schlug der Wein bis zu ganzlicher Nutzlosigkeit um, und am Nicdcrrhein verbreitete sich die sogenannte Englische Schweißt'rankhcit, die ansteckend und tödtlieh war '). Gegen das Ende jenes Jahr­hunderts herrschte mehrmals strenge Kalte im Sommer, und vergrößerte die Noth, die besonders auf der linken Nhcinscitc, im Tricr'schcn, durch Theunmg, Raub und Mord, furchtbar war -). 1624 sing mit ei­nem äußerst hatten Winter an. Am höchsten stieg das menschliche Elend in unsr^r Gegend in den Jahren

das Flucht und Nahrungsmangel hitzige Fieber, Pestkrankheit und schnell',!« Tod

zur

1633 bis 1637, Folge hatten.

Unter den in,erschwinglichen Gcldfordcrungcn und unablässigen Erpressungen, die an die Wiedifche Rcntkammer ergingen und alle Kirchspiele aussaugten, muß man den Nuth bewundern, mit dem der junge Graf Friedrich je langer, desto selbständiger seine Regierung behauptete.

Der Handel mußte in dein letzren langen Kriege ganz stocken, da durch des Kaisers Befehle aller Verkehr mit seinen Feinden, namentlich Mit Frankreich, den Grafen von Wied insbesondere, untersagt wurde ').

Nachthcilig sür das Gemeinwesen in den Wiedischen Herrschaften wirkten auch die vielfachen Irrun­gen, in welche ihre Herren unter einander selbst, mit Iscnburg-Grcnzau, mit den Klöstern Romcrsdorf, Laach, St. Thomas, am öftersten mit Kurtricr verwickelt wurden; St. Thomas hatte beträchtliche Güter in dem Kirchspiele Fcldkirchcn, verweigerte aber dem Grafen zu Wicd, als Grundherrn, Beitrage zu den schweren Rcichskostcn, Römcrmonatcn, Kammcrziclern, Krcisstemrn, Türkcnsteucrn. Darüber wurden die Gemeinden jenes Kirchspiels in dem Jahre 1629, da die kaiserlichen Auflagen unerträglich wurden, zu lauten Klagen gereizt. In dem folgenden Jahre versagte auch Irlich seine Abgaben, als Trier die Gemüthcr zum Unge­horsam auswiegelte, und dies; geschah auch in Dierdorf ').

An, Schlüsse unscrs Zeitabschnitts fand sich eine bedeutende Verminderung der Volkszahl, und außer den Höfen von Langendorf soll auch bei Wied ein kleines Dorf verschwunden scyn.

Dem Hause Wied, dem einzigen an dem Niederrheine von den Mündungen der Lahn und Mosel vis an das Bergische, das sich der evangelischen Kirche ergab, entging durch diese Scheidung aus der Römi­schen Glaubensgemeinschaft mancher wichtige Vortheil, der durch keine Gütcreinziehung ersetzt wurde, da Köln und Trier zu mächtig in der Nähe standen; vielmehr mußte es den evangelischen Kirchendienern den Unter- Halt selbst ausmitteln, der ihnen in der katholischen Vorzeit guten Theils aus andern Quellen zugeflossen war. Die Herrschast aber übernahm nicht allein die neuen Kirchcnsorgen, sondern es stellten sich auch und starben für die Sache der Religion und des Vaterlandes mehrere Söhne des hohen Geschlechts, ihres Ahn­herrn Hermann würdig, der Hoheit, Macht und Gold, und seines Stammes Sicherheit, um jener evangeli­schen Freiheit willen nicht achtete, mit der er den ersten Rcichsständcn, bis zu dem unredlichen Karl hinaus, Wahrheiten sagte, deren Vernachlässigung an Teutschland so schwer geahndet wurde.

Dem Kurfürsten Hermann hatten die unter dem Kölnischen Krummstabe stehenden Lande ein verbesser­tes Münzwescn und vollkommneres Gepräge der Minzen, sein Stammhaus Wicd die Erhaltung des Münz­regals zu verdank:n. Die Grafen von Wied nahmen daher in dem ganzen sechzehnten und sicbcnzchntcn Jahrhunderte an den Sitzungen der Wcstphalischen Kreiömünzständc zu Köln mitstimmendcn Antheil"). Tic

1) I^e«?ien5, 5>nz> 15H 3) Arch. zu Neuw.

2) Wyttenb. ! 4) Auch, zu Ne«w.

c. B. Z. S, 100 ff