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hatte. Er erkundigte sich genau bei dem pfälzischen Nathe von Wollzogen nach der Lage, den Einkünften und Schulden jener Herrschaft " >>). Der Gedanke wurde jedoch bald wieder aufgegeben. Als Vormund seines Neffen Ludwig Friedrich (S. 1656), suchte er, unter andern Gütern, das zu der Grasschaft Wieb Runkel gehörige, aber von Moritz Christian sS. 1649) veräußerte, Dorf Obcrdiesenbach wieder an das Haus zu bringen. Der Streit darüber dauerte aber noch bis 1755 "').

Fricdrich's dritter Sohn, Friedrich Melchior, Kurkölnischer Obcrstlieutenant und Commandant von Andernach, war noch mit der Errichtung seiner Compagnie von 200 Mann beschäftigt, und sein Vater wurde von dem Bischof zu Straßburg, Wilhelm Egou von Fürstenbcrg, ersucht, ihm behülflich zu seyn. Dieser Fürstcnbcrg war Geheimer Nath des Kurfürsten von Köln, und Ibes Bündnisses mit Frankreich Vermittler. Friedrich betrieb auch in den beiden Grafschaften bis in das folgende Jahr die Werbung und Montirung eines Wiedischen Contingcnts. Diese Bemühungen und Kosten für Kurköln ricth ihm die Klugheit, mit der sich mehrere Herrn des Wcstphälischcn Kreises, auch der Fürst Bischof von Münster, an den Kurfürsten von Köln, und unter diesem, nebst Baiern, an den damals mächtigsten Gebieter, Ludwig XIV. von Frank­reich, anschlössen, welcher seit 1670 mit England zur Eroberung Hollands verbündet, Teutschland in einen neuen Krieg zog. Der Kurfürst von Trier, Karl Kaspar, halte sich von Frankreich wieder getrennt, mit 157i, dem Kurfürsten von Mainz zum Schutz ihrer Lande, vereinigt, und verband sich jetzt, bei dem Ausbruche des Krieges, im April, mit dem Kaiser. Dieser, bewogen von dem großen Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, sandte ein, aus Oesterrcichern und Brandenburgern zusammengesetztes Heer von 17,000 Mann, unter dem Grafen Montecuculi, zur Beobachtung und um den Franzosendie Waffen zu zeigen," nach Wcstphalcn, und an den Rhein. Die Mosel, der Rhein und das Tricrischc Gebiet, wurden nun von Französischen Kriegern bedeckt, die nach den Niederlanden eilten. Während dieser Durchmarsche im Mai ge- rieth der Graf Friedrich Melchior von Wicd mit einem Grafen von Essern in Streit; er »nachte den 31. Mai in Andernach sein Testament, stellte sich in Bonn zum Zweikampf, wurde in dem Untcrlcibe tödtlich verwundet, und starb am dritten Tage. In seinem letzten Willen hatte er seine Geschwister und Vettern bedacht, diese mit 500 Thalern, seine Schwestern: Erncstina, jetzt noch Canonissin zu Thorn, Sibylla Chri­stin«, und Sophia Elisabeth, vcrchlichte Gräsin zu Berleburg, jede mit 500Thalcrn, die er, nach dem Te­stamente, welches die Gräsin Johanna Walburgis zu Wicd (S. 1654), kurz vorher in Vcndorf zu seinen Gunsten errichtet hatte, aus deren Nachlasse anwies. Seinen Brüdern Georg Hermann Reinhard und Karl Ludwig (S. 1654) vermachte er sein,, von der verstorbenen Mutter, seinen vier Brüdern und der auch ver­ewigten Schwester Maria Elconora (S, 1650) ihm zugefallenes Erbe 5°). Seine übrige Habe verblieb seinem Kammerdiener und Sccrctär Essen, der den Grafen Fricderich kurz vorher in der sophistischen Alchy- mie betrogen hatte ^').

Auch des Grafen Georg Hermann Reinhard Gemahlin Anna Trajcctina (S. 1670) war schon den 13. Februar zu Neuwied verschieden, ohne ihm einen Erben gegeben zu haben; ihr Leichnam wurde nach 8 Tagen in der Heddcsdorfcr Kirche beerdigt °^).

Der Graf Friedrich erneuerte in diesem Jahre seine gerechten Fodcrungcn wegen Irlich gegen Kur­trier bei dem Reichshofrathe. Der Kurfürst von Mainz und die Stadt Frankfurt wurden als Commissa- rien zur Vollziehung ernannt (S. 1651); allein die kriegerische Zeit und das Bündniß der beiden Kurfür< sten mit dem Kaiser Leopold, ließen keinen Erfolg hoffen.

Frankreich hatte inzwischen die benachbarten Lander überschwemmt, mit Hülfe der Kölnischen und Münstcrschen Verbündeten, bis in den Iuliusmonat einen Theil der Niederländischen Staaten erobert, und Türenne hatte die Erzstister Mainz und Trier besetzt, che die kaiserliche Macht in unscrn Gegenden ankam. Im Julius schlössen der Kaiser und der Kurfürst von Brandenburg ein Bündniß mit den Niederlanden;

48 d) Arch. zu Neuw. 51) Arch. zu Neuw.

49) v. Mulm. Arch. Collect. 50) Fischer, N. llCIHXXNII.

62) Fischer 6llll,, hier steht befremdend Heddesheim.