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ihr Herr bezog aber, da Oestcrreich gesäumt und den Zug der Brandenburger in Westphalcn hingehalten hatte, gegen Ende des Jahres in dem Westcrwalde und in unfern Rheingegcndcn Winterquartiere. Die Versuche desselben, über den Rhein in das Tricrischc zu gehen, wurden -von den Franzosen vereitelt. ^ Diese hatten sich der fliegenden Brücke, die der Kurfürst von Trier 1663 bei Koblenz angelegt hatte, bemächtigt, und bei Neuwied eine stehende Schiffbrücke errichtet, deren stark besetzte Schirmschanzc an unscrm User von dem Brandenburgischen Generalmajor Golz vergebens angegriffen wurde. Die Eisgänge des nächsten Winters zerstörten diese Brücke. Die fliegende bei Koblenz wurde in dem folgenden Jahre von den Franzosen 1673. nach Andernach gebracht, und zu ihren Streifcrcicn auf der rechten Rhcinseite gebraucht. Unsere beiderseitigen Laude litten von nun an mehrere Jahre hindurch hart unter deutschen und Franzosen. ^ Das Kur- brandcnburgische Heer verließ aus Mangel an Lebensmitteln, und da die Hollandische Gcldhülfe nicht erfolgte, auch die Kaiserlichen sich von ihm trennten, Westphalcn; und Friedrich Wilhelm schloß mit Frankreich einen Friedensvertrag, nach welchem er gegen Frankreich nichts unternehmen wollte, es wäre denn, daß es gegen das Teutsche Reich feindselig handelte. Wahrend des Frühlings und Sommers ließ der Prinz Conds von Metz aus 204 platte Schisse mit Französischer Mannschaft auf der Mofcl und dem Rhein herab nach Holland gehen. In September eroberten die Franzosen Trier, und zerstörten dort, was aus der Zeit der Römer und Franken, und aus dem Mittelalter Herrliches bisher bestanden hatte "). Der Kaiser verband sich im August mit den Gcncralstaatcn und mit Spanien. Der Ocstcrrcichische Feldherr Mon- tccuculi zog mit 33,0ll0 Mann nach dem Rhein, und trieb den Französischen Heerführer Türcnne, der aus Westfalen bis nach Franken vorgedrungen war, über den Rhein. Die Franzosen verbrannten im August am linken Rhcinufcr in unserer Nähe das Dorf Mühlheim, zerstörten bei Neuwied den Brückenkopf, den " Octbr., besetzten am 7. Octbr. Andernach unter dem Marquis de la Trouse, und verheerten das Mai- fc'ld^ Am' 31 Öcrbr fingen die Ocsterrcicher bei Koblenz über, vertrieben die Franzosen, und Montecuculi vereinigte sich bei Andcmach mit dem Prinzen von Oranien. Der General Sport nahm Bonn ein, dci^ lo Noubr. und trieb die Franzosen in die Eiset. Die fliehenden Feinde erpreßten in den Ortschaften des Maicnfcldcs und der Eifel, unter vielfachen Mißhandlungen, Geldsummen; in Mcyen aber wurde ein Haufen derselben von den Bürgern, unter Kob's Anführung, angegriffen, und nach Verlust von 9 Reitern, verjagt "). Montecuculi und Oranien zwangen den Kurfürsten von Köln zu Friedcnsuntcrhandlungen m,t Frankreich, und machten siegreiche Fortschritte in den Niederlanden.
An Kurköln machte seit diesem Jahre auch der oben (S. 1664) genannte Graf Philipp von Beau- mont, wegen der von Köln nach des Grafen Ernst von Isenburg Tode eingezogenen Acmtcr Linz, Neuer- burq und Altwicd als Erbe Anspruch. Kurköln vcrtheidigtc sich durch Erklärung der Art und Weise, wie jene Besitzungen an Isenburg gekommen seyen. Es ist bei dem Jahre 1583 davon gehandelt worden. Bcaumont führte den Streit bis 1686 vergeblich fort. -. <5 ^ , -
Für den Grafen Friedrich zu Wicd endete das Jahr mit dem Verluste seines M'gsten Sohnes. Karl Ludwig d 17 Decbr. ^) (S. 1654).
Fricdrich's Schwester, Walburgis Magdalena (S. 1648), Decanissin zu Herford, starb nach dem 1674. Berichte ihrer Aebtissin. der Pfalzgrasin Elisabeth, im April in Tektenburg. .. , ^ ,
Der Kurfürst von Köln und der Bischof von Münster mußten m den ersten Monaten dieses Jahres ihre Verbindung mit Frankreich aufgeben, und sich mit Kaiser und Reich vereinigen. Der Graf von Fürstenberg wurde von der Kaiserlichen in Köln als Freund der Französischen Regierung, aufgehoben und. nach Wien abgeführt. Es entstand zwischen Oestcrreich. dem Teutschcn Reiche, namentlich Kurbrandenburg und Braunschweig-Lüneburg und Wolfenbüttel, zwischen Dänemark, den Generalstaatcn und Spanien, em Bund wider Frankreich, zu dem auch der alte Herzog Karl von Lothringen trat, welchem Frankreich das-
53) Wyttenb. Gesch. v. Trier, B. IV. 55) Fisch cr, N. 6LXciII.
54) 6e5w Trevilor.
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